Wagt sich DriveNow nach London?

London ist Europas Mega-Metropole. Keine andere Stadt glänzt mit so viel Glamour, Business und Lifestyle wie die Hauptstadt der linksfahrenden Autos. Bei den Londonern kommt die Sharingeconomy gut an. Wegen der teuren Hotelpreise und Wohnungsmieten erleben airbnb und Co. Hochkonjunktur.

Nur ein wesentlicher Bestandteil dieser neuen Kultur will in London nicht richtig Fuß fassen. Carsharing ist ein hochsensibles Thema – speziell, weil die Innenstadt Londons strenge Abgasrichtlinien vorschreibt und Elektro-Autos im Carsharing damit eigentlich obligatorisch sind. car2go hat sich jüngst in London die Finger verbrannt und die britischen Metropole nach einem kurzen Intermezzo wieder verlassen. Genaue Gründe nannte das Unternehmen damals aber nicht. Umso erstaunlicher ist eine aktuelle Meldung aus der britischen Presse: DriveNow will in London an den Start gehen – und das bereits Anfang nächsten Jahres!

BMW i3 als Sch(l)üssel zum Erfolg in London

Vom Start weg soll in London der neue BMW i3 zum Einsatz kommen, der für die deutsche Flotte des Carsharers zwar seit Monaten angekündigt ist, bisher aber noch auf sich warten lässt. Derweil muss man sich als DriveNow-Kunde in Deutschland noch dem BMW ActiveE zufrieden geben, der in homöopathischen Dosen das Fahrzeugangebot in Berlin und München ergänzt. Und der Elektrostromer wird geliebt, in Berlin zählt der BMW ActiveE zu den meistgenutzten DriveNow-Fahrzeugen.

Doch zurück zum BMW i3, der laut carnews.co.uk das DriveNow-Konzept in London zum Erfolg führen soll. Eine leichte Carbon-Fahrgastzelle, Materialien aus der Natur und zukunftsweisende Technik sind in einer polarisierenden Formensprache vereint worden. Der BMW i3 ist das Auto, das auf kleiner Grundfläche viel Platz, luxuriöses Ambiente und ein politisches Statement vereint – damit ist es der ideale Kandidat für die britische Hauptstadt.

DriveNow in London – Was ist dran?

Beim Lesen des Artikels wird deutlich: Das Magazin ist sich ziemlich sicher, dass die Carsharing-Autos von DriveNow Anfang 2015 an „strategisch wichtigen“ Punkten in den Straßen von London platziert sind. Uns überrascht diese Meldung hingegen etwas, nicht zuletzt wegen des nicht lange zurückliegenden Rückzugs von car2go aus London.

Und es ist tatsächlich so: Mit den Aussagen lehnen sich die britischen Kollegen sehr weit aus dem Fenster, wie unsere Nachfrage bei DriveNow zeigt. Dort kann man derartig konkrete Pläne nicht bestätigen. „Wir haben angekündigt, mit DriveNow in den kommenden Jahren in bis zu zehn amerikanischen und bis zu 15 europäischen Städten an den Start zu gehen. Derzeit befinden wir uns in der Prüfung und Vorbereitung potenziell interessanter Metropolen. Zu konkreten Zielen und Zeitpunkten können wir derzeit allerdings noch keine Aussage treffen.“

Ob Miami oder Mailand – Hauptsache wachsen!

Damit bleibt London im Rennen, auch wenn es zum aktuellen Zeitpunkt noch keine offizielle Bestätigung für den Start in Großbritannien gibt. Als sicher gilt hingegen, dass das gemeinsame Carsharing-Projekt vom Mietwagen-Riesen Sixt und Autobauer BMW auf dem deutschen Markt vorerst keine weitere Expansion plant. Und nach dem Start in Wien dürfte auch fast klar sein, dass der nächste Standort von DriveNow im nicht-deutschsprachigen Ausland liegen wird.

Geht es nach Amerika? Nach Großbritannien? Oder versucht sich DriveNow an einem ersten Standort in Südeuropa? Italien hat sich für Wettbewerber car2go, nach dem Debakel in Großbritannien, als richtige Entscheidung erwiesen. Und in Italien soll es im Frühjahr ja sehr schön sein!

Bild: BMW

Ein Kommentar zu “Wagt sich DriveNow nach London?

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