Spionierte BMW für DriveNow bei Autolib?

Zum Start der IAA gibt es Ärger für BMW: In Frankreich wurden zwei von BMW beauftragte Spezialisten festgenommen, die Technik beim Pariser Carsharing-Dienst Autolib’ ausspioniert haben sollen. Sammelte der Autobauer Informationen für den BMW i3 und das eigene Carsharing-Projekt DriveNow?

Bereits gestern gab es die Meldung einer französischen Zeitung auf mietwagen-talk.de zu lesen: Ein von BMW beauftragtes Ingenieurbüro aus Aachen soll in großem Umfang die Technik von Autolib’ ausspioniert haben. Dabei ging es nach Angaben des betroffenen Carsharing-Dienstes vor allem um die Ladesäulen, die im Pariser Stadtgebiet für das Elektro-Carsharing installiert wurden.

Die als Techniker verkleideten Mitarbeiter haben laut Informationen des Le Figaro mehrfach Säulen von Autolib’ angezapft um an Informationen zu kommen und technische Prozesse auszulesen. Doch die Ingenieure der P3 Group flogen auf und wurden von der Polizei noch vor Ort festgenommen.

Autolib’ stellte umgehend Strafanzeige wegen Industriespionage, Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln nun. Der Vorwurf wiegt schwer: „BMW hat versucht, in unsere Systeme einzudringen und Informationen über unsere Batterien, das Flottenmanagement und die Technik abzugreifen, da geht es um Millionenbeträge“ so ein Verantwortlicher von Autolib’ gegenüber dem Handelsblatt.

Spionage für BMW-Carsharing DriveNow?

Ganz abwegig scheint der Vorwurf nicht, betrachtet man die aktuellen Entwicklungen des Autokonzerns. BMW präsentiert derzeit auf der Internationalen Automobil Ausstellung in Frankfurt sein erstes Elektroauto, den BMW i3. Darüber hinaus betreibt der Münchener Autohersteller mit DriveNow einen eigenen Carsharing-Dienst, bei dem der i3 bereits im kommenden Jahr zum Einsatz kommen soll.

Neben eigenen Forschungen mit dem BMW ActiveE in Berlin und München könnte eine Wettbewerbsanalyse wichtige Informationen liefern. Mit Sicht auf die weitere Expansion des Carsharing-Dienstes scheint auch die Option „DriveNow in Paris“ nicht als ausgeschlossen.

BMW bestreitet die Vorwürfe indessen, man habe lediglich die Stecker für den neuen Elektrostromer i3 ausprobieren wollen. Bei Autolib, wo die Kräfte derzeit vor allem für den Start in den USA gebraucht werden, und der Pariser Staatsanwalt sah man das anders und setzten die beiden Mitarbeiter des Ingenieurbüros fest. Im Verhör gaben diese dann zu, für BMW zu arbeiten.

Bild: Autolib‘

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