Skoda will ins Carsharing einsteigen

Zahlreiche Autohersteller sind im Carsharing aktiv oder planen einen baldigen Einstieg in den neuen Mobilitätsmarkt. Imelda Labbé, Chefin von Skoda Deutschland, verriet nun, dass auch die Tschechen ein einiges Carsharing-Angebot planen. Damit könnte Skoda dem VW-Mutterkonzern ganz ungewollt Konkurrenz machen.

Die Verkaufszahlen für 2013 fallen gut aus, trotzdem muss Skoda bei neuen Mobilitätsanforderungen Schritt halten. Der tschechische Autobauer will daher in Kürze ein eigenes Carsharing auf den deutschen Markt bringen. Details zu dem geplanten Skoda Carsharing nannte Skoda Deutschland-Chefin Labbé in dem Interview mit autogazette.de zwar noch nicht, um aber auf dem sehr dynamischen Markt Fuß zu fassen und eine zentrale Rolle einzunehmen, dürfte der Start eher mittel- als langfristig erfolgen.

Über den Platz auf dem deutschen Carsharing-Markt wird vor allem das Vermietungskonzept entscheiden. Der tschechische Autobauer dürfte mit großer Wahrscheinlichkeit aber ein stationsgebundenes Konzept in Erwägung ziehen und entscheidet sich damit für den traditionellen Weg. Hier werden dann, ähnlich wie beim Wettbewerber Ford, die angeschlossenen Händler und Niederlassungen eine große Rolle spielen. Diese sind beim Skoda Carsharing dann für die Mietfahrzeuge zuständig und würden Anmietung und Rückgabe abwickeln.

Mit dem Skoda Citygo und Skoda Fabia hätte der tschechische Autobauer auf jeden Fall zwei Fahrzeugmodelle im Angebot, die sich hervorragend für den Einsatz im Carsharing eignen. Auch der neue Skoda Rapid wäre ein potentieller Kandidat.

Das Skoda Carsharing könnte von Quicar profitieren

Gut möglich, dass Skoda sich auch an dem bestehenden Carsharing-Konzept von Volkswagen orientiert und die vorhandenen Technik nutzt. 2011 ist Quicar in Hannover gestartet und könnte für den tschechischen Autobauer wertvolle Erfahrungswerte und nützliche Synergie-Effekte liefern. Denkbar ist eine derartige Kooperation auf jeden Fall, schließlich kooperieren Tochtermarke und Mutterkonzern im Bereich Autovermietung schon länger. Bei Euromobil können Kunden neben Volkswagen-Modellen auch auf Mietfahrzeuge aus der Skoda-Palette zurückgreifen.

Je nach Größe und Ausrichtung könnte das Skoda Carsharing für das lokale Volkswagen Carsharing aber auch zur Gefahr werden. Quicar ist trotz der Übernahme von Greenwheels und der Umstrukturierung von Euromobil bisher nur in Hannover und in einigen umliegenden Gebieten verfügbar.

Fest steht: Ein Carsharing von Skoda dürfte für zusätzliche Konkurrenz auf dem ohnehin sehr umkämpften Carsharing-Markt in Deutschland sorgen und die Lage weiter verschärfen. Mit dem rasanten Tempo und den ambitionierten Expansionsplänen kann dabei nicht jeder Anbieter Schritt halten, so zog sich Mitte des Jahres ZebraMobil vorzeitig aus München zurück.

Bild: Skoda Deutschland

Kommentar verfassen