MOIA legt los –  VW testet Ridesharing mit Multivan T6 auf Abruf

Berlin/Hannover – Ridesharing statt Carsharing: Wird das der neue Ansatz im Umbruch des urbanen Pendelverkehrs? Die 13. Konzernmarke von Volkswagen macht nun die ersten Fahrversuche. Ein Test in Hannover mit 3.500 Teilnehmer/innen soll Hardware, Software und die App auf die Probe stellen.

Daimler investiert 50 Millionen Euro in Via. MOIA von Volkswagen macht es einfach selbst: Ridesharing könnte der nächste große Schritt nach der Carsharing-Revolution werden. Was ist Ridesharing eigentlich? Stark vereinfacht bedeutet das, die Auslastung der Autos zu erhöhen. Statt einem Fahrer pro Carsharing-Fahrzeug sollen sich langfristig bis zu sechs Passagiere vier Räder teilen.

MOIA mit eigenem Elektroauto ab 2018 in Hamburg

Was jetzt in Hannover als Test mit 20 konventionellen VW Multivan T6 beginnt, soll ab 2018 voll elektrisch in Hamburg in den Serienbetrieb gehen. Spannend daran: MOIA entwickelt exakt für den Anwendungsfall des Ridesharings ein Elektroauto, in dem bis zu sechs Personen Platz haben. Doch bevor ab 2018 elektrische MOIA-Autos durch die Hansestadt an der Elbe stromern, werden in Hannover die Grundlagen getestet. Die Hardware in den Autos, die Buchungssoftware im Front- und Backend sowie die App sollen Praxiserfahrung sammeln. Mit den Daten will MOIA Produkte und Prozesse bedarfsgerecht optimieren und im Zweifel auch komplett neu stricken, sollte etwas nicht funktionieren.

MOIA und Via: Dynamische Routenplanung nach Bedarf

Mit dem Testlauf verdient MOIA noch kein Geld. Die 3.500 Testpersonen zahlen Preise, die unterhalb der Betriebskosten liegen sollen. Damit entfällt eine Genehmigung der Stadt Hannover und lässt den Schluss zu, dass ein funktionierendes Produkt für VW im Augenblick wichtiger als Profit ist. Besonderes Augenmerk der Entwicklungsarbeit liegt ähnlich wie bei Daimlers Joint Venture mit Via auf der dynamischen Routenführung. Die zunächst 20 T6 sollen so gesteuert werden, dass sie möglichst oft voll besetzt, d.h. mit bis zu vier Passagieren fahren. Einkalkuliert werden Start- und Zielpunkt der einzelnen Fahrgäste, gewünschte Abfahrt- und Ankunftzeit sowie Verkehrsdaten.

20 T6 für Hannover, 200 E-Autos in Hamburg, mehr sollen folgen

Warum startet MOIA nicht in Berlin, am Firmensitz und in der Carsharing-Hauptstadt Deutschlands? Das 90 Quadratkilometer große Testgebiet in Hannover biete die „optimale Testumgebung“ für das Konzept, so Geschäftsführer Ole Harms in einer Pressemitteilung. „Die Stadt und ihre Bewohner stehen neuen Mobilitätskonzepten sehr offen gegenüber.“ Nach einem erfolgreichen Start in Hamburg mit rund 200 Fahrzeugen soll das Elektro-Ridesharing in weiteren Städten ausgerollt werden. Die Antwort von car2go und DriveNow ist bisher nur der mögliche Zusammenschluss beider Marken. Ob Ridesharing dem stationsunabhängigen Carsharing gefährlich werden kann, wissen wir spätestens Ende 2019.

Bild: MOIA

 

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