DriveNow und car2go haben auch 2016 kräftig Gas gegeben

München/Stuttgart – 2016 war ein gutes Jahr für Carsharing. Die Jahresabschlussberichte der beiden größten Carsharinganbieter verkünden frohe Botschaften, lassen aber auch ein paar Fragen offen. Trotzdem bleibt die Erkenntnis: Stationsunabhängiges Carsharing funktioniert und kann ein Zukunftsmodell für die Autohersteller werden.

Carsharing wächst weiter beständig. Sowohl car2go als auch DriveNow können Zuwachsraten um knapp 44% bei der Kundenzahl verbuchen. DriveNow kommt auf gut 800.000 Kunden (europaweit), car2go zählt in seiner Datenbank 2,2 Millionen Kunden weltweit. Wichtiger noch: Die durchschnittliche Nutzungsdauer pro Auto konnten beide Anbieter steigern. Die Auslastung der Flotten steigt, die Anbieter können ihren Muttergesellschaften bessere Zahlen vorlegen. Wie die konkret Aussehen, wissen nur vertraute Mitarbeiter. 

Carsharing entlastet nach Auffassung der Anbieter den Straßenverkehr

Konkrete Gewinnziele oder andere Zahlen zum Geschäftsmodell stellen beide Anbieter in ihren Jahresabschlussbilanzen nicht in den Vordergrund. Stattdessen wird weiter durchdekliniert, welche Innovationskraft im Carsharing steckt. Hier geizt speziell DriveNow nicht damit, technische Updates als Meilensteine hervorzuheben: Bei Total Tanken ohne dass Kunden zur Kasse müssen, Kunden können Autos per „Handshake“ übergeben und die elektrischen BMW i3 erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit. 2017 stellt DriveNow unter die Ausnutzung des neu geschaffenen Carsharinggesetzes. Dazu Geschäftsführer Nico Gabriel in einer Pressemeldung: „Das Beispiel München soll Schule machen. Belege, dass Carsharing einen wichtigen Beitrag zur Entlastung der Städte von privaten PKW und damit von Parksuchverkehr und Emissionen leistet, liegen ausreichend vor. So wünschen wir uns auch von anderen Städten Maßnahmen, mit denen Carsharing in Summe noch attraktiver und skalierbarer wird.“ Was er damit meint? Spezielle Parkplätze für Carsharingautos und Abschaffung der Parkraumgebühren, Benutzung der Busspuren, Schaffung weiterer Ladesäulen. Diese und weitere Maßnahmen von Gesetzes Seite dürften auch car2go in die Karten spielen. Bei car2go ist man etwas freizügiger in Bezug auf Zahlen. Demnach wachsen Madrid (+96.000), Berlin (+47.000), Vancouver (+26.000) und Hamburg (+26.000) am stärksten. Insgesamt nahm die Nutzung der Autos 2016 um 40% zu, 22 Millionen Fahrten verzeichnete das car2go-System im letzten Jahr. Einen bestimmt unkonkreten aber optimistischen Ausblick gibt Olivier Reppert, CEO der car2go Group, in der Pressemeldung von car2go: „Carsharing bleibt ein dynamischer Wachstumsmarkt. Wir werden unser Geschäft auch im kommenden Jahr deutlich ausweiten – mit neuen Flotten, neuen Angeboten und neuen Produkten.“ Ob er hier schon die viel zitierte Kooperation zwischen den beiden größten Anbietern einschließt. Einige Medienberichte sprachen gar von einer Fusion. Eine gemeinsame App und Buchungsplattform dürfte realistischer sein. Was fehlt im Jahresabschlussbericht? Eine Aussage, wie es um die Zahlen von DriveNow und car2go bestellt ist um die Frage zu beantworten, ob man mit Carsharing Geld verdienen kann.

Bild: Daimler und DriveNow, Montage MietwagenNews

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