DriveNow passt Geschäftsgebiete an

[Köln und Düsseldorf im November 2014] Selbstregulierung hin oder her: Manchmal funktioniert ein Modell nicht wie gewünscht. Beim Carsharing ist die Verfügbarkeit der Autos in den frequentierten Arealen ein Problem – besonders dann, wenn sie ungenutzt am Rand des Geschäftsgebietes verkümmern.

Freitagabend irgendwo in der Düsseldorfer Innenstadt: Mal wieder ist die nächste Bahn erst in 20 Minuten da und Bus fahren kommt nicht in Frage. Ein DriveNow ist doch sicher in der Nähe, oder? Falsch gedacht! Zunehmend kommt es vor, dass an Bahnhöfen oder anderen hoch frequentierten Stellen einfach keine Autos zur Verfügung stehen. Hier möchte DriveNow jetzt Hebel in Bewegung setzen – ein mittelgroßer Ruck dürfte aber dennoch durch die Rheinländer Kundschaft von DriveNow gehen, wenn sie in den nächsten Tagen ihre E-Mails lesen. In den Schreiben werden sie darüber informiert, dass DriveNow auf das zum Teil einseitige Nutzungsverhalten seiner Kunden reagiert. Der Carsharing Dienst führt Preisanpassungen auf den Routen ein, auf denen besonders viele Oneway-Fahrten stattfinden.

Flughafen hin: sechs Euro – Flughafen zurück: vier Euro

Konkret geht es DriveNow darum, dass die Flotte möglichst oft genutzt wird. Das geht nicht, wenn sich zahlreiche Mini und BMW irgendwo am Rand des Geschäftsgebietes oder in den Nebenstraßen eines Satelliten die Reifen platt stehen. Um dieses Ziel zu erreichen, stellt DriveNow monetäre Barrieren auf. Um beispielsweise den verstärkten Strom der Flotte von Düsseldorf nach Köln zu unterbinden, kostet dieser Weg künftig zehn Euro. Wer von Köln nach Düsseldorf fährt, zahlt weiterhin acht Euro Servicegebühr zusätzlich zum normalen Fahrtpreis. Den Weg zum Düsseldorfer Flughafen lässt sich DriveNow mit sechs Euro vergüten. Wer vom DUS in die Stadt möchte, zahlt dagegen wie bisher vier Euro. In den Satelliten Hilden und Gerresheim werden die Mieten erst dann beendet werden können, wenn eine Rückgabegebühr von drei Euro entrichtet wird. Umgekehrt bleibt der Transfer kostenlos. Neben der neuen Servicegebühren wird auch das Geschäftsgebiet angepasst. Düsseldorf kommt demnach auf ca. 52 km² – Köln auf knapp 100 km². Wie die Anpassung im Detail aussieht, wird sich schon ab dem 17. November zeigen. Denn ab diesem Montag gelten die neuen Bestimmungen.

Tarifanpassung baut auf inzwischen jahrelange Erfahrungswerte

Die gesteigerte Nachfrage regelt den Markt und hier möchte das Carsharing Unternehmen jetzt ansetzen um den Nutzern eine bessere Fahrzeugverfügbarkeit bieten zu können. Gleichzeitig  lässt sich der Gedanke nicht verdrängen, dass sich DriveNow die verlängerten Standzeiten vergüten lässt und aus intensiv genutzten Strecken ein Plus an Umsatz mitzunehmen. Nico Gabriel, Geschäftsführer von DriveNow: „Nach unseren Beobachtungen in den vergangenen Jahren werden in einigen Bereichen unserer Geschäftsgebiete im Rheinland Fahrzeuge oft länger nicht genutzt, in anderen Gebietsbereichen der beiden Rheinmetropolen ist der Fahrzeugbedarf dagegen größer. Mit den geplanten Maßnahmen wollen wir eine gleichmäßigere Verfügbarkeit im gesamten Geschäftsgebiet von Düsseldorf und Köln erreichen“.

Möglicherweise wenig Verständnis bei den Kunden für die neue Preispolitik

Auf der einen Seite dürfte für einige Nutzer das Preismodell zunehmend unübersichtlicher werden. Besonders für Neueinsteiger könnten die nun unterschiedlichen Servicegebühren für ein und dieselbe zurückgelegte Strecke ein Fragezeichen darstellen. Immerhin sind schon die unterschiedlichen Minutenpreise der Fahrzeuge und die vier Minutenpakete neben diversen Stunden- und Sonderpaketen zu verstehen. Andererseits erwarten die Nutzer auch die Bereitstellung von Fahrzeugen an hoch frequentierten Stellen. Hier muss ein Carsharing-Dienst eingreifen um die Gunst der Kunden nicht zu verlieren. Und um sie auch Freitagabend nach einer stressigen Woche jederzeit nach Hause bringen zu können.

Bild: DriveNow

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