Die Carsharing Situation in Frankfurt

In Frankfurt gehen die Planungen für die Pilotphase „Carsharing“ in die finalen Abstimmungen. Ab Anfang 2015 sollen verschiedene Anbieter austesten können, wie sich Freefloating Carsharing in den Alltag der Frankfurter Bürger eingliedert. Passen die Autos in die begehrten Anwohner Parkzonen?

Es it nicht so, dass Frankfurt derzeit komplett auf Carsharing verzichen muss. Mit car2go und book’n’drive sind zwei etablierte Unternehmen in der Finanz-Metropole vertreten. Dabei sind sowohl car2go also auch book’n’drive nicht mit dem eigentlichen Plan der Stadträte in Frankfurt konform. Die Stadtoberen wollen den Feldversuch nämlich als flexibles Carsharing aufziehen – allerdings nur mit ca. 80 Fahrzeugen in der Flotte.

Feldversuch ist so wirtschaftlich nicht rentabel

„Wir hätten nicht den gewohnten Service anbieten können.“ Sagt Michael Fischer, Pressesprecher von DriveNow zu der Entscheidung, sich nicht am Pilotprojekt zu beteiligen. Die Parklizenzen für nur 80 Autos seien nicht ausreichend für die Abdeckung eines attraktiven Geschäftsgebietes. Zum Vergleich: jüngst ist DriveNow in Wien auf einem Stadtgebiet von rund 80 Quadratkilometern mit 400 Autos gestartet. Dabei haben Wien und Frankfurt mit je rund 120 Kilometern ähnlich lange Stadtgrenzen. Für einen wirtschaftlichen Erfolg wird auch car2go seine Flotte in Frankfurt ausbauen müssen. Derzeit ist das Tochterunternehmen von Daimler mit 250 Smarts unterwegs.

Eingeschränkte Parkflächen verkleinern Aktionsradius

Die Smarts dürfen allerdings nicht überall parken. Die Anwohnerparkzonen sind für die weiß-blauen Cityflitzer absolut tabu. Wer seine car2go Miete in einer dieser Zonen beendet, muss mit einem erhöhen Bußgeld rechnen, weil „sein“ carsharing Auto abgeschleppt wurde. Nicht immer kann man sich nämlich darauf verlassen, dass der nächste Mieter nicht lange auf sich warten lässt. Stadtreferent Orbeck: „Es kann nicht Ziel sein, dass das Bewohnerparken zugeparkt wird.“ Es wird nämlich befürchtet, dass Freefloating Carsharing Autos zusätzlich in Konkurrenz zu den privaten PKWs nach Frankfurt kommen. Statt möglichst viele Autofahrer davon zu überzeugen, auf ein eigenes Auto zu verzichten, könnten sie die meiste Zeit nur herumstehen und zusätzlichen Verkehrs- und Parkraum beanspruchen. Denn wenn man einen Blick zur Rushhour auf den Stauradar in und um Frankfurt riskiert, blinkt es rot – zusätzliche Autos kann die Stadt kaum vertragen.

Bild: car2go

Quelle: fr-online.de

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