CarsharingRadar 51.2017 | DriveNow will das eigene Auto gar nicht abschaffen

DriveNow kein Ersatz für das eigene Auto +++ teilAuto bringt Freefloating-Carsharing nach Leipzig +++ car2go: 1 Million Kunden in Nordamerika  +++

Die aktuellen Carsharing-News kompakt gebündelt

DriveNow: Kein Ersatz fürs eigene Auto

München – Reduzierung des Stadtverkehrs, bessere Ausnutzung der Autos und Privatpersonen, die ihr eigenes Auto wegen DriveNow abschafften: Mit diesen Argumenten geht DriveNow (und auch andere Freefloating-Anbieter) immer dann hofieren, wenn Carsharing in der Kritik steht. Carsharing wäre Bequemlichkeitsmobilität? Nicht doch – Ein Carsharingauto ersetze bis zu sechs Privat-PKW. Alles schön und gut für die Umwelt, die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen. An der Masse insgesamt zugelassener Autos hat sich durch DriveNow oder car2go nichts getan. Der Fahrzeugbestand in Deutschland und auch in den Städten mit Freefloating-Carsharing steigt. Sebastian Hofelich, Chef von DriveNow, sieht das wenig dramatisch. Im Gespräch mit der Zeit vertritt er die Meinung, dass DriveNow als Unternehmen das eigene Auto gar nicht abschaffen wolle. „Rund die Hälfte unserer Nutzer besitzen eines.“  Weiter sagt er, dass Carsharing vor allem für urbane Ballungsräume geeignet sei. Und setzt voll auf künftige Entwicklungen der Autoindustrie: „Autonom fahrende Autos könnten Carsharing auch in Kleinstädten interessant machen. Wenn Autos ihre Passagiere in zehn Kilometern Entfernung abholen können, muss die Nutzerdichte nicht mehr so hoch sein, damit das Geschäft profitabel wird.“ Warum der Rückzieher von bisherigen Kommunikationsstrategien zum Thema Carsharing? Es geht am Ende eben doch ums Geld und darum, Carsharing profitabel zu machen – da müssen Sharing- und Umweltgedanke außen vor bleiben – und so viele Menschen wie möglich Carsharing nutzen. Das geht aber nur im urbanen Raum.

teilAuto bringt Freefloating nach Leipzig

Leipzig – teilAuto ist ein Service der Leipziger Mobility Center GmbH und bietet bisher stationsgebundenes Carsharing an. Weil die Nachfrage nicht abebbt, wird das Angebot um ein stationsungebundenes Modell ergänzt: cityflitzer.  Ähnlich wie von DriveNow und car2go bekannt, können bei cityflitzer Autos überall im Geschäftsgebiet angemietet und wieder abgestellt werden – sofern die üblichen Parkregeln beachtet werden. Zum Start stehen den Leipziger KundInnen 100 Kleinstwagen zur Verfügung. Sie können per App geortet, aufgeschlossen und gestartet werden. Die Flotte soll zügig ausgebaut werden. Im stationären Carsharing sind derzeit rund 350 Autos für teilAuto in Leipzig im Einsatz – darunter auch Transporter. Wer schon teilAuto-Kunde ist, kann cityflitzer ab Anfang 2018  nutzen.

 

car2go: eine Million Mitglieder in Nordamerika

Austin/Stuttgart – Dieser Meilenstein kam schneller als erwartet: car2go knackt die Grenze von einer Million Mitglieder in Nordamerika. Nicht ganz neun Jahre ist es her, dass car2go in einem Feldversuch mit 200 Smarts in Austin, Texas startete. Ende 2017 fahren mehr als 6.000 Autos durch elf nordamerikanische Städte. Ausschlaggebend für das schnelle Erreichen des Ziels war die Umstellung auf Elektro-Smarts und Ergänzung  der Flotte durch Modelle von Mercedes-Benz. CLA und GLA zogen Kunden an, die bisher wegen des praktischen, aber wenig premiumhaften Smart die Idee des Carsharings mieden. Belegen lässt sich die Annahme z.B. mit dem sprunghaften Anstieg der Neuregistrierungen in der Trendmetropole New-York, wo im Vergleich zum Vorjahr 70% mehr Kunden car2go nutzen. Am besten angenommen wird das Angebot aber in Vancouver, Kanada. Hier teilen sich rund 150.000 Kunden eine Flotte von 1.000 Autos.

 

 

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Bild: mietwagennews 

 

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