CarsharingRadar 50.2016 | Carsharing muss ein Geschäft werden

+++ Wie Opel mit Maven Geld verdienen will +++ Lange Wege: Carsharing wird zum Fußmarsch +++

Die aktuellen Carsharing-News kompakt gebündelt

Opel: Maven soll ein Erfolg werden

Rüsselsheim – Maven muss ein Erfolg werden. Der neuste groß angelegte Carsharingversuch kommt von Opel. Er will dort Kunden gewinnen, wo die großen Player noch nicht ihre Fühler ausgestrecjt haben. Während DriveNow oder car2go in den Zentren großer Metropolen zum festen Straßenbild gehören, muss Maven erst noch positioniert werden. Doch Maven soll nicht nur ein weiterer Carsharingservice mit eigener Flotte und der Power eines globalen Autoherstellers im Rücken werden. Hier spielen ganz andere Gedanken eine Rolle. Es ist die Wette auf eine Zukunft ohne eigenes Auto. Und hier ist Opel eigentlich schon ein paar Jahre zu spät. Gleichzeitig kommen andere Player auf den Markt. Volkswagen will mit der 13. Konzernmarke bis 2025 Marktführer sein – vor DriveNow, vor car2go und damit auch vor Maven. So sucht sich Opel zunächst einen anderen Weg, den des geringsten Widerstands. Die Autos werden in Wohnanlagen verteilt und bekommen dort eigene Stellplätze. Zielgruppe: Studenten und Mieter. Das ist weder innovativ noch mutig. Aber es bildet die Basis für einen Testlauf und hilft bei der Markenbildung bevor es ins Haifischbecken geht – den Freefloatinggebieten der etablierten Anbieter. Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Köln, Frankfurt am Main und München könnte bald eine zusätzliche Alternative  im Carsharingpool bekommen. Wenn Volkswagen Ernst macht, werden bis zu fünf Anbieter pro Stadt auf die Kunden losgelassen. Aber auch auf dem Sektor des privaten Carsharings tut sich einiges. Neue Technologien zum Fernentriegeln sollen die Übergabe vereinfachen, unkomplizierte Versicherungspakete die Hemmschwelle weiter sinken lassen, sein eigenes Auto für sogenannten „Peer-to-peer“-Carsharing zur Verfügung zu stellen. Einem Bericht von zeit.de zufolge plant GM-Finanzchef Chuck Stevens mit Mobilitäts- und Finanzdienstleistungen einen Gewinn von zwei Milliarden US-Dollar bis 2020 ein – klappt das, würde General Motors gut ein Fünftel des Konzerngewinns mit „kleinen“ Geschäften verdienen.

Hohe Flottenauslastung erschwert Carsharing

Berlin – Die Schwarmintelligenz regelt im Normalfall die Verteilung der Carsharingautos in den Geschäftsgebieten von car2go oder DriveNow. Morgens geht’s für viele Mini, Smarts oder BMW zu den Büros in Mitte oder Friedrichshain, abends wieder zurück in die Trendbezirke. Da, wo die Menschen wohnen. Blöd nur, wenn man mal außerhalb der Kernarbeitszeiten ein Auto braucht. Dann kann man direkt einen längeren Fußmarsch einplanen. Denn das nächste Auto steht dann weiter weg, als einem lieb ist. Eine hohe Flottenauslastung ist gut für die Hersteller aber wenig komfortabel für die Kunden. Doch für Spätpendler gibt es auch in kleinen Städten schon längst eine vollkommen autonome Pendlerflotte. Da steigt man ein, nennt ohne App oder anderen Early-Adopter-Techniken sein Ziel und wird hinchauffiert.So ein Taxi kann schon richtig praktisch sein.

 

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Bild: Daimler

 

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