CarsharingRadar 48.2017 | car2go: Nur so kann autonomes Carsharing in Zukunft funktionieren

car2go: 5 Punkte, die Carsharing bald brauchen wird +++ Carsharing in der Schweiz: Mobility erhöht die Preise +++

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Wenn autonomes Carsharing, dann so: car2go umreißt die künftigen Voraussetzungen

Stuttgart – Auf die Autobauer kommen große Herausforderungen zu. Nicht nur, dass Autos immer sicherer, immer sauberer und immer autonomer werden sollen. Für jeden denkbaren Einsatzzweck sollen sie ohne Fernsteuerung selbstständig angerollt kommen. Um Roboterautos gleichberechtigt am Straßenverkehr teilnehmen zu lassen, sind aber nicht nur technische Voraussetzungen von den Herstellern zu schaffen – viele neue Autos könnten über weite Strecken schon autonom fahren, dürfen es aber nicht. Der Gesetzgeber sieht für die Haftung immer einen Fahrer, einen menschlichen Fahrer vor. Das ist ein Punkt der fünf Thesen, die sich laut car2go ändern müssen, um Carsharing zukunftsfähig zu machen. Weiterhin müssen Autoflotten lernfähig werden – über die Analyse von BigData, Kommunikation unter den Fahrzeugen und die Anbindung anderer, verkehrsrelevanter Datenquellen. Wozu der Aufwand? Man will voraussehen, wann wo Autos benötigt werden. Und das nicht anhand von Erfahrungswerten: „Dort ist ein Konzert mit vielen Besuchern, dort besteht erhöhter Bedarf“. Sondern: Live-Vorhersagen, Bewegungsströme und potentiell eintretende Bedarfsfälle wollen auf die Steuerung der Flotte Einfluss nehmen. Es wird nämlich nicht nur wichtig werden, DASS ein Auto in der Nähe des Kunden ist, sondern WELCHES Auto er braucht. Car2go möchte dafür gerüstet sein: Ein Umzug steht an? Stellen wir den Leuten doch einen Transporter an die Straßenecke – und das nicht erst auf Abruf. Beim Thema „demand prediction“ – also der Vorhersage von Nachfragen, kann car2go schon jetzt auf viele Erfahrungswerte zurückgreifen. 14.000 Autos in 26 Städten werden aktuell von der Software bereitgestellt. Mit der steigenden Bereitschaft in Politik und Gesellschaft, autonome Autos im Verkehrsbild zuzulassen, wird car2go auch die aktive Verteilung der Flotte vornehmen.

Verärgerte Kunden nach Preiserhöhung bei Mobility

Zürich – Das Problem bei der Neustrukturierung von Tarifen im Carsharing: Die Kommunikation. Wie bringe ich den Leuten bei, dass mein Produkt teurer wird? Wie erkläre ich, dass ich bisher nicht einmal zum Selbstkostenpreis Autos vermietet habe? Diesen Herausforderungen  sah sich Mobility in der Schweiz konfrontiert. Mit dem Wegfall der günstigen Nachttarife und der deutlichen Verteuerung der Kilometerpreise wollte Mobility eigentlich „ zum Ursprungsgedanken des Carsharings zurückzukehren“, wie Unternehmenssprecher Patrick Eigenmann gegenüber tagesanzeiger.ch sagte. Längere Distanzen machen mit dem Carsharingauto nunmehr keinen Sinn. Auch Aufenthalte über Nacht dürften für die meisten Mobility-Nutzer aus dem Rahmen des finanziell Machbaren fallen. Aber Mobility nimmt das Ärgernis einiger weniger Kunden in Kauf. Denn für den Großteil der Nutzer werden die Preise günstiger. Denn im Gegenzug zur Verteuerung der Kilometerpreise senkte der Anbieter die Minutenpreise. Damit will Mobility die Fahrten verkürzen und die Auslastung durch bessere Verfügbarkeit erhöhen – Ziele, die auch bei den großen Freefloating-Anbietern schon gezogen haben.

 

Euch ist ein neuer Carsharing-Anbieter aufgefallen, über den wir noch nicht berichtet haben oder ihr seid selbst Gründer eines Carsharing-Angebots? Mailt uns einfach eure News und Informationen an carsharingradar@mietwagen-news.de. Wir nehmen eure Meldungen gerne in unser Carsharing-Radar mit auf.

Bild: Daimler

 

 

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