CarsharingRadar 36.2017 | Das Carsharinggesetz kompakt zusammengefasst

+++ Neue Möglichkeiten für FreeFloating-Anbieter +++ Privates Carsharing nicht berücksichtigt +++ Carsharingautos müssen klar gekennzeichnet sein +++

Die aktuellen Carsharing-News kompakt gebündelt

Mit Carsharinggesetz wird vieles einfacher aber nicht alles wurde zu Ende gedacht

Berlin – Mit dem 1. September 2017 trat das neue Carsharing-Gesetz in Kraft. Neue Möglichkeiten des individuellen Nahverkehrs sollen damit gefördert und bereit für die Zukunft gemacht werden. Gemeinde und Städte bekommen damit vom Bund die Möglichkeiten zur Erweiterung von Carsharing-Angeboten. Es wird unkomplizierter, Parkflächen für Carsharing-Autos freizugeben und hier die Gebühren zu streichen während andere Verkehrsteilnehmer weiter zahlen müssen. Sie dürfen – müssen aber nicht – Elektroautos oder solche mit Hybridantrieb bevorzugen. Idealerweise wird Carsharing im Zusammenwirken mit dem öffentlichen Nahverkehr für Pendler und Freizeitnutzer so attraktiv, dass das eigene Auto überflüssig wird. Im Moment nutzen noch die Hälfte aller DriveNow-Kunden neben dem Carsharing noch ihr eigenes Auto, bestätigt DriveNow-Geschäftsführer Sebastian Hofelich im Gespräch mit dem Tagesspiegel. „Es geht darum, zusammen mit den Städten die Infrastrukturprobleme zu lösen, indem mehr Menschen auf ein eigenes Auto verzichten“ so Hofelich weiter.

Peer2peer-Carsharing außen vor gelassen

Das Carsharinggesetz nimmt die Dynamik aus einer Branche, deren Tempo rasant an Fahrt gewann. Klasssiches Carsharing mit festen Station wird in den Großstädten vom sogenannten Freeflaoting-Carsharing überflügelt. In Berlin machen DriveNow und car2go mittlerweile sogar Gewinn. Wie die Macher dieses Kunststück zusammenrechnen, bleibt aber im Verborgenen. Die Branche ändert sich so schnell, dass ein Gesetzt gar nicht darauf reagieren kann. Völlig vergessen wurde das private Carsharing. Die Vermittler solcher Fahrten kritisieren, dass gewerbliche Anbieter zusätzliche Autos in die Verkehrsflächen einbringen während privates Carsharing dabei hilft, vorhandene Fahrzeuge besser auszulasten.

Umweltgedanke kommt vor sozialer Komponte

Bisher finden nur gewerbliche Anbieter im Gesetzestext statt. Und das obwohl Umweltbundesministerin Barbara Hendriks den Nachhaltigkeitsgedanken am Carsharing schätzt – und bei diesem Gedanken keine Grenze zwischen privatem und kommerziellem Carsharing zieht: „Carsharing ist eine Chance für nachhaltigere Mobilität in den Städten. Gerade junge Leute sind sehr aufgeschlossen gegenüber Carsharing. Diese Entwicklung wollen wir unterstützen. Mit dem Carsharing-Gesetz geben wir den Kommunen die Möglichkeit, Carsharing so zu fördern, wie es vor Ort am meisten Sinn macht. Das wird bisherige Geschäftsmodelle auf sichere Füße stellen und neue Geschäftsmodelle möglich machen.“ Sagt Hendricks gegenüber der PC-Welt. Weiter wird im Carsharingesetzt definiert, welche Autos als Carsharing-Auto definiert werden können und wie sie zu erkennen sein müssen.

 

Euch ist ein neuer Carsharing-Anbieter aufgefallen, über den wir noch nicht berichtet haben oder ihr seid selbst Gründer eines Carsharing-Angebots? Mailt uns einfach eure News und Informationen an carsharingradar@mietwagen-news.de. Wir nehmen eure Meldungen gerne in unser Carsharing-Radar mit auf.

 

Bild: mietwagennews

 

 

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