CarsharingRadar 34.2017 | Tragischer Unfall mit car2go-Smart

+++ Drei Jungs fahren einen Smart, einer stirbt +++ Snappcar statt CarUnity: Tamyca wird weiterverkauft +++ Bei Bedarf besetzt: Das Problem mit den Ladesäulen in Stuttgart +++

Die aktuellen Carsharing-News kompakt gebündelt

Unfall mit car2go-Smart – Fahrer stellt sich der Polizei

Berlin – Vielleicht sollte es ein lustiger Abend werden, vielleicht ist ein Streit eskaliert. Noch weiß die Polizei nicht um den Hergang, wie ein  18-jähriger durch seine Freunde überfahren wurde. Die jungen Männer liehen sich einen car2go-Smart aus und fuhren zu dritt im kleinen Zweisitzer umher. Irgendwann muss das Unfallopfer ausgestiegen sein. Die anderen beiden fuhren laut Informationen der Berliner Zeitung auf der Schmidstraße nahe der U-Bahnstation Heinrich-Heine-Straße umher. Aus ungeklärter Ursache verlor der Fahrer die Kontrolle über seinen Leih-Smart und überfuhr den Kumpel, der schwer verletzt liegen blieb. Erst am Sonntagabend stellte sich der Unfallfahrer der Polizei. Das Dogma, seinen Freund das Leben zu schulden, wird er nun sein Leben lang mit sich herumtragen. Polizei und car2go arbeiten intensiv an der Aufklärung des Falls.

Tamyca jetzt bei Snappcar statt CarUnity

Berlin – Im letzten CarsharingRadar berichteten wir über den Rückzug von Opels CarUnity aus dem Carsharinggeschäft. Die Kundendaten und die Internetseite gingen zurück an die Ideengeber Tamyca. Kurze Zeit später können die Macher auf neue Investoren bauen: Snappcar hat sich Tamyca geschnappt und will den Bereich des peer-to-peer-Carsharings nun weiter ausbauen. Mit peer-to-peer sind jene Formen von Carsharing gemeint, bei denen der Anbieter keine eigene Flotte unterhält. Es werden Fahrten oder Autos zwischen Privatpersonen vermittelt und entsprechend versichert. Tamyca vereint ca. 200.00 Mieter und Vermieter auf seiner Plattform. Snappcar mit dem Hauptsitz in den Niederlanden kommt auf 400.000 Kundeneinträge in der Datenbank. Dort stehen ungefähr 45.000 Autos zur Miete in den Niederlanden, Schweden und Dänemark bereit. Zuvor war Snappcar auf dem deutschen Markt noch nicht aktiv. Das soll und wird sich nun ändern. In Deutschland sind mit der Konsolidierung des Marktes nur noch zwei peer-to-peer-Anbieter übrig: Drivy und eben Snappcar.

Zugeparkte Ladesäulen in Stuttgart

Stuttgart – Immer öfter müssen in der baden-württembergischen Landeshauptstadt die Abschleppwagen anrücken. Der Grund: Dingend benötigte Ladesäulen werden von konventionellen Autos zugeparkt. Das Problem: Als Fahrer eines Elektroautos kann man nicht mal eben ausweichen. Die Reichweite ist auch beim neuen Smart mitunter so knapp, dass ein Weiterfahren zur nächsten freien Ladesäule nicht infrage kommt. Die einzige Möglichkeit bleibt die Verständigung der Polizei, die den Falschparker abschleppen lassen muss. Die Ordnungshüter der Stadt sprechen im vergangenen Jahr rund 4.000 Verwarnungen für Falschparker aus, schreibt die Stuttgarter Zeitung. Gerade in der Innenstadt sind Parkplätze knapp. Jede freie Stellfläche wird genutzt. Darunter auch E-Parkplätze, die für Elektroautos während des Ladevorgangs frei sind. Aber auch unter den Strom-Fahrern gibt es Nutznießer: Sie parken auf den markierten Flächen, laden aber ihr Auto nicht.

 

Jeden Tag erreichen uns neue Meldungen von Carsharing-Projekten aus der ganzen Welt. Nicht nur Firmen und Start-ups mit dem Schwerpunkt Mobilität, auch Städte, Gemeinden und Privatpersonen stellen Fahrzeuge zum Teilen bereit. Mit dem Carsharing-Radar berichten wir regelmäßig über aktuelle Meldungen der Carsharing-Dienste und die neuen Projekte im In- und Ausland.

Euch ist ein neuer Carsharing-Anbieter aufgefallen, über den wir noch nicht berichtet haben oder ihr seid selbst Gründer eines Carsharing-Angebots? Mailt uns einfach eure News und Informationen an carsharingradar@mietwagen-news.de. Wir nehmen eure Meldungen gerne in unser Carsharing-Radar mit auf.

 

Bild: Daimler

 

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