CarsharingRadar 26.2017 | Carsharing? Ohne Ford

+++ Ford sieht keine Chance, mit Carsharing Geld zu verdienen +++ Wie car2go und DriveNow Parkgebühren abrechnen  +++

Die aktuellen Carsharing-News kompakt gebündelt

Ford sieht keinen Markt im Carsharing

Detroit/ Michigan – Geschäftsmodelle wie DriveNow oder car2go sie fahren, haben für Ford keine Zukunftschance. „Carsharing ist kein funktionierendes Geschäftsmodell. Das sehen wir daran, was diese Unternehmen bis jetzt erreicht haben“, sagte Raj Rao, CEO der Ford-Tochter Smart Mobility, dem Transatlantic-Journal. Stattdessen sieht Ford eher im Ridesharing Chancen – Chancen, Geld zu verdienen. Denn anders als BMW oder Daimler vertritt Ford die Auffassung, dass sich mit dem Verleihen von Autos über kurze Zeiträume kein Geld verdienen lässt. Das ändert sich, sobald sich mehrere Menschen ein Fahrzeug teilen. So wird tatsächlich die Verkehrsmenge reduziert und die Umwelt entlastet. Ford hatte im vergangenen Jahr dazu schon den Ridesharinganbieter Chariot gekauft. Dessen Service ist schon in mehreren US-Städten verfügbar.  „Es ist absolut klar, dass es in Zukunft weniger Autos geben wird und die Menschen sich Fahrten teilen werden“, sagte der Chef der Ford-Tochter Rao. „Um ehrlich zu sein: Für uns wäre es sehr viel einfacher, Geld mit Mobilität zu verdienen, wenn wir nicht gleichzeitig so viel Kapital in den Autobau stecken müssten.“ Ridesharing sei für Ford ein attraktives Geschäftsmodell, da es höhere Margen mit sich bringe – ganz einfach weil jedes Auto besser ausgelastet würde.

Parkgebühren für car2go und DriveNow

München – Wie machen die das? Überall in der Stadt stehen die Carsharingautos von car2go und DriveNow. Was kostet das an Parkgebühren? Vergleichsweise wenig, wenn die Standzeiten der Carsharingautos mit Privatwagen verglichen werden. Laut Informationen von chip.de verlangt die Stadt München pro Carsharingauto 930 Euro im Jahr – macht gut 77,50 pro Monat oder 2,58 pro Tag. Mit dem privaten Auto muss man im Schnitt mit mehr als drei Euro Parkgebühren pro Stunde kalkulieren. In Berlin sieht die Abrechnungsbasis von DriveNow und car2go schon wieder anders aus. Hier müssen die Carsharinganbieter genauso viel bezahlen wie jeder andere gebührenpflichtige Parker auch. Die Parkgebühren in der Hauptstadt werden minutengenau abgerechnet und entsprechen in der jeweiligen Parkzone dem Preisniveau, das an den Parkuhren ausgewiesen ist. Hier wird den Carsharinganbietern also kein Vorteil gewährt. Trotzdem ist Berlin die Carsharinghauptstadt schlechthin und der einzige Standort, an dem DriveNow und car2go Gewinn erwirtschaften.

 

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Bild: mietwagennews

 

 

 

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