CarsharingRadar 14.2018 | Was passiert nach der Fusion von DriveNow und car2go?

+++ BMW und Daimler Carsharing: Wie geht es nach der Fusion weiter? +++ Weitere Fusion mit chinesischem Carsharing möglich +++ Marken DriveNow und car2go bleiben +++ Gesellschaft für Elektromobilität wird gegründet +++

Die aktuellen Carsharing-News kompakt gebündelt

DriveNow & car2go: Wie geht es weiter?

München/Stuttgart - Mit Carsharing allein lässt sich kein Geld verdienen. Nach wie vor sind die großen Autobauer darauf angewiesen, möglichst viele Autos aus ihren Werken auf die Straßen fahren zu lassen. Hier liegt die große Gewinnspanne. Und es ist ein Geschäftsmodell, das seit mehr als einem Jahrhundert funktioniert. Doch die Beziehung zum Auto ändert sich. Immer weniger Menschen machen den Führerschein. Mietwagen, Tages- und herstellereigene Zulassungen nehmen zu. Selbst Geschäftskunden stellen auf geteilte Autos um. Das ist ein schleichender Prozess, der vereinfacht ausgedrückt das eigene Auto vor der Haustür abwertet. Daimler und BMW müssen deshalb eine Wette eingehen. Beide Konzerne bauen darauf, ihre wertvolle Hardware (Autos, Ladesäulen usw.) in weiter in florierende Geschäftsmodelle zu stecken. Als Wetteinsatz halten Gesellschaften her, die das Nutzerverhalten vorweg nehmen sollen: Carsharing, Ridesharing und andere Dienste, mit denen Kunden Autos nutzen aber nicht selbst fahren. Carsharing ist dabei nur das populäre Beispiel. Weiter sollen es mit Taxi-Apps, selbstfahrenden Ridepooling-Autos, Ladestationen für Elektroautos oder Parkplatzfindern gehen. Ziel ist es, mit Mikrobeträgen vieler Nutzer steigende Margen zu finden - statt weiter auf den Verkauf teurer Autos zu setzen.

Mehr Wachstum nur durch internationale Carsharing-Anbieter

München/ Stuttgart/ Peking – Der Zusammenschluss von car2go und DriveNow wird nicht der letzte Schritt auf dem Weg zu einer schnellen und dynamischen Carsharing-Idee sein. Vorbehaltlich der kartellrechtlichen Überprüfung der Fusion können Daimler und BMW nur noch international wachsen. In China hat sich Daimlers größter Einzelaktionär Li Shufu schon einen Kundenstamm von 10 Millionen Carsharingnutzern aufgebaut. Hier liegt ein Größenvorteil, den die Weltkonzerne Daimler und BMW mittelfristig aufgreifen werden - Konkrete Anzeichen für solche internationalen Expansionen gibt es noch nicht. Aber es wäre der nächste logische Schritt. Li Shufu ist der Vorstandsvorsitzende des chinesischen AUtokonzerns Geely, dem neben 10% der Daimleraktien auch Volvo gehört.

Die Marken car2go & DriveNow bleiben bestehen

München/ Stuttgart – Was ändert sich für die Kunden nach der Zusammenlegung von DriveNow und car2go? Bis zur finalen Bestätigung der Fusion durch das Kartellamt passiert nichts. Erst wenn der Deal steht und der Staat grünes Licht gibt, geht es an die Konsolidierung. Heißt: Kundendaten werden abgeglichen und die vormals separaten Konten zusammengelegt. Damit können die Kunden mit einer App beide Anbieter nutzen. Gleichzeitig werden DriveNow und car2go feststellen, dass es eine große Schnittmenge an Kunden gibt, die schon beide Dienste genutzt haben - oder mindestens sowohl für car2go als auch DriveNow registriert waren. Die Software zum Öffnen und Starten der Autos könnte recht zeitnah verschmolzen werden - damit werden sowohl Minis und BMWs als auch Smarts und Mercedes nach dem gleichen Prinzip gestartet. Gemeinsame Dienstleister für das Flottenmanagement, die Aufbereitung der Autos oder Abrechnungen für die Kunden helfen dabei, Kosten zu sparen. Denn trotz der Aussicht auf höhere Margen für Mobilitätsdienste hat lediglich DriveNow bzw. Sixt vermeldet, mit Carsharing Geld zu verdienen.

Daimler & BMW: Neue Gesellschaft für Elektromobilität

München/ Stuttgart - Nicht nur Carsharing soll unter ein Dach gepackt werden. Neben car2go und DriveNow zum Teilen von Autos gibt es Apps, die beim Suchen von Ladesäulen und Parkplätzen helfen sollen. Auch hier wollen Daimler und BMW gemeinsame Sache machen. Weiter geht es mit Taxi- und Chaffeurdiensten, unter denen langfristig autonome und voll elektrische Autos fahren könnten.

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