CarsharingRadar 09.2017 | Wenn Carsharing der Umwelt schadet

+++ Umweltverträglichkeit von Carsharing fraglich +++ Neues Carsharing-Model von Daimler für Geschäftskunden +++

Die aktuellen Carsharing-News kompakt gebündelt

Viel Dunst um wenig Fahrt?

Berlin – Als DriveNow und car2go Mitte Februar die Jahreszahlen 2016 vorstellen, sind die Berichte durchsetzt mit Statistiken über die Umweltverträglichkeit von Carsharing. Mit eben jener steht es nicht zum Besten. Wie u.a Berliner Zeitung und Focus schreiben, führt die „Bequemlichkeitsmobilität zu mehr Autobewegungen als nötig – und damit zu einer größeren Belastung für die Umwelt im Vergleich zur Nutzung von Verkehrsmitteln ohne lokale Emissionen: also Fußweg, Fahrrad oder den öffentlichen Nahverkehr. Demnach würden Carsharingautos oft spontan und ohne die Einbeziehung einer Alternative gewählt. Der branchenbekannt kritische Verein „Deutsche Umwelthilfe“ kritisiert viel und gerne im Bereich der Automobilindustrie – so sieht der Verein auch die Sinnhaftigkeit von Carsharing infrage gestellt. Vielmehr sei Carsharing auch eine „Einstiegsdroge“ in die Autowelt, jede Fahrt sei laut Daimler auch die Probefahrt mit einem neuen Smart. Kritiker monieren am Carsharing die kurzen Strecken, die langen Standzeiten und die teils zu günstigen Preise – dabei ist Carsharing schon deutlich teurer als Bahnfahren.

Geschäftskunden brauchen mehr als nur Carsharing

Stuttgart – Geschäftskunden stellen andere Anforderungen an ein Carsharingmodell als Privatmieter. So ist die Verfügbarkeit wichtiger als sensible Preise, die Buchung einer bestimmten Fahrzeugklasse von größerer Bedeutung als das bloße Fahren von einem Punkt zum nächsten. Wo sich Privat- und Geschäftskunden einig sind, ist die Sensibilität gegenüber Preisen. Beim Privatkunden wird nach Minutenpreisen abgerechnet. Daimler stellt nun ein Modell für Geschäftskunden vor, bei dem die Abrechnung eher einem Leasingvertrag gleichkommt. So können z.B. bedarfsgerecht Transporter gemietet werden um Engpässe in der eigenen Flotte auszugleichen. „Das ist mittlerweile ein echter Treiber für unser Geschäft geworden“, berichtet Volker Mornhinweg, Chef der Mercedes-Van-Sparte gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung: „Für einen Großauftrag an ein Logistikunternehmen hat das neulich den Ausschlag gegeben.“ Auch bei Geschäftskunden geht der Trend weg vom Besitz hin zur Nutzung von Fahrzeugen.

 

Jeden Tag erreichen uns neue Meldungen von Carsharing-Projekten aus der ganzen Welt. Nicht nur Firmen und Start-ups mit dem Schwerpunkt Mobilität, auch Städte, Gemeinden und Privatpersonen stellen Fahrzeuge zum Teilen bereit. Mit dem Carsharing-Radar berichten wir regelmäßig über aktuelle Meldungen der Carsharing-Dienste und die neuen Projekte im In- und Ausland.

Euch ist ein neuer Carsharing-Anbieter aufgefallen, über den wir noch nicht berichtet haben oder ihr seid selbst Gründer eines Carsharing-Angebots? Mailt uns einfach eure News und Informationen an carsharingradar@mietwagen-news.de. Wir nehmen eure Meldungen gerne in unser Carsharing-Radar mit auf.

Bild: Daimler

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