CarsharingRadar 08.2017 | car2go und DriveNow gewöhnen an Elektroautos    

+++ E-Autos im Carsharing zeigen: Es geht +++ Carsharing wird die Mobilitätswende nicht alleine schaffen +++

Die aktuellen Carsharing-News kompakt gebündelt

E-Autos bei Carsharing-Diensten sehr beliebt

Stuttgart/Berlin – Gemessen an der gesamten Flottenstärke von DriveNow, car2go oder Multicity machen Elektroautos nur einen Bruchteil aus. DriveNoe hat in Deutschland keine 500 BMW i3 im Dienst, bei car2go sind es europaweit 1.300 elektrische car2go. Diese Zahl spielt erst recht im gesamten Fahrzeugmarkt keine Rolle. Und dennoch fallen die Stromer ins Gewicht. Weil viele Menschen mit der Elektromobilität in Kontakt kommen. Viele Nutzer von DriveNow und car2go sind jung, zwischen 25 und 40 Jahre alt, urbane Trendsetter und in vielen Fällen ohne eigenes Auto. An eine Probefahrt oder gar den Kauf eines Elektroautos hätten sie vielleicht im Traum gedacht. Und nun können sie ganz einfach E-Autos ausprobieren. Sie merken, dass diese Antriebsart für dicht besiedelte Regionen und Kurzstreckenprofile den besten Wirkungsgrad hat. „Das flexible, vollelektrische Carsharing-Konzept von car2go spielt eine entscheidende Rolle für den Durchbruch der Elektromobilität beim Privatkunden“, ist car2go-Manager Thomas Beermann im Gespräch mit ecomento.tv überzeugt. „Täglich mehr als 10.000 Anmietungen an den car2go Elektro-Standorten entsprechen mehr als 10.000 ‚Testfahrten‘ mit einem Elektrofahrzeug pro Tag – und damit sind insgesamt 275.000 car2go Nutzer an den Elektro-Standorten 275.000 potentielle Elektrofahrzeug-Besitzer von morgen“ – Das mag durch die Marketingbrille gerechnet sein. Und dennoch zeigt die Hochrechnung, dass E-Autos für die Stadt eine der zukunftsfähigsten Fortbewegungsmittel im Individualverkehr sind.

Nur auf Carsharing zu setzen wäre falsch

Berlin – Carsharing kann es nicht alleine wuppen. Was Städte für die Zukunft brauchen ist ein ganzheitliches Mobilitätskonzept um den Menschenmassen auch in steil wachsenden Metropolen wie Berlin ein zügiges, leises, bequemes und im Idealfall noch umweltfreundliches Vorankommen zu ermöglichen. Dafür kann Carsharing kein Allheilmittel sein. Falsch ist die Sichtweise, Carsharingautos würden den Verkehr zusätzlich belasten – dafür sind die Flotten einfach zu klein. Selbst wenn z.B. alle DriveNow- und car2go-Autos gleichzeitig unterwegs wären (was nie der Fall ist), ist ihr Anteil am gesamten PKW-Aufkommen kaum messbar. Dennoch ist es schlau, zu Hauptverkehrszeiten eben nicht mit dem Carsharingauto unterwegs zu sein. Denn durch die minutenbasierte Abrechnung wird die Fahrt insgesamt zu teuer. Hier ist es günstiger, auf Verkehrsmittel mit kleinem Pro-Kopf-Verkehrsraum zu setzen: Öffentlicher Nahverkehr, Fahrrad, Roller oder zu Fuß zu gehen.

 

Jeden Tag erreichen uns neue Meldungen von Carsharing-Projekten aus der ganzen Welt. Nicht nur Firmen und Start-ups mit dem Schwerpunkt Mobilität, auch Städte, Gemeinden und Privatpersonen stellen Fahrzeuge zum Teilen bereit. Mit dem Carsharing-Radar berichten wir regelmäßig über aktuelle Meldungen der Carsharing-Dienste und die neuen Projekte im In- und Ausland.

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Bild: mietwagennews

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