CarsharingRadar 05.2018 | Nach Fusion: Warum Carsharing teurer wird

Carsharing dürfte nach der Fusion von car2go und DriveNow teurer werden +++ Fehlender Wettbewerb und steigende Gewinnerwartungen ans Geschäftsmodell Carsharing +++ Synergien zur Kosteneinsparung wird sich nicht im Preis wiederspiegeln  +++

Die aktuellen Carsharing-News kompakt gebündelt

DriveNow & car2go: Carsharing dürfte teurer werden

München & Stuttgart – Die Berichte um die Zusammenlegung der beiden größten deutschen Carsharingdienste werden immer konkreter. Daimler und BMW wollen ihre Carsharingdienste car2go und DriveNow fusionieren, heißt es in verschiedenen großen Medien, u.a. die Wirtschaftswoche berichtete ausführlich. Das Blatt liefert nun erste Details zur Aufstellung nach dem Zusammenschluss.

Demnach sollen DriveNow, ParkNow und car2go in eine eigene Gesellschaft aufgehen. Die Markenstrategie sieht vor, die Sparten als Marken zu erhalten. Die gemeinsame Unternehmung wird zu Teilen von Daimler, BMW und Großaktionären gehalten. Damit wird auch klar, wohin die strategische Entwicklung gehen wird: Carsharing soll endlich rentabel werden – operativ und ohne Schönrechnen.

Der Autovermieter Sixt ist Teilhaber an DriveNow und war zunächst nicht begeistert von den anfänglichen Gerüchten um eine Fusion zwischen DriveNow und car2go. Schließlich hat die „orangene“ Autovermietung einen erheblichen Beitrag zur Realisierung von DriveNow geleistet, sowohl aus technischer als auch aus finanzieller Hinsicht. Auch car2go ist keine direkte Tochter von Daimler, sondern ist in der Moovel GmbH eingegliedert, wo Daimler seine Mobilitätsdienste bündelt. In beiden Fällen ist offiziell noch nicht klar, wie DriveNow von Sixt und wie car2go aus Moovel herausgelöst werden können.

Für die Kunden von DriveNow und car2go wird sich einiges ändern. Sie werden z.B. dem Datenaustausch zwischen beiden Unternehmen zustimmen müssen, wenn sie Carsharing weiter nutzen möchten. Weiter entfällt der Wettbewerb beider Anbieter, die Preise dürften kräftig anziehen. Das hat vor allen Dingen zwei Gründe: Die Marge aus dem Carsharinggeschäft ist nicht befriedigend und die Kosten für die zum Teil sehr teure Flotte steigen. Über car2go und DriveNo kommen potentielle Kunden schnell an BMW und Mini sowie Mercedes und Smart heran. Jede Fahrt mit einem Carsharingauto ist auch eine Probefahrt. Entsprechend gut sind die Autos ausgestattet, entsprechend teuer sind sie aber auch. Das will in Zukunft von den Kunden bezahlt werden.

 

Euch ist ein neuer Carsharing-Anbieter aufgefallen, über den wir noch nicht berichtet haben oder ihr seid selbst Gründer eines Carsharing-Angebots? Mailt uns einfach eure News und Informationen an carsharingradar@mietwagen-news.de. Wir nehmen eure Meldungen gerne in unser Carsharing-Radar mit auf.

Bild: mietwagennews

 

Kommentar verfassen