CarsharingRadar 01.2018 | Carsharing 2018

Carsharing wird Ridepooling +++ MOIA startet in Hamburg +++ Zusammenschluss von DriveNow und car2go  +++

Die aktuellen Carsharing-News kompakt gebündelt

Aus Carsharing wird Ridepooling

Berlin – Carsharing ist so 2014. Der neue, heiße Schachzug heißt Ridepooling. Schon wieder so ein Anglizismus, der aus der Startup-Szene stammen könnte. Startup? Moment, da war doch was. Genau. Konzernstrukturen aufbrechen, neu denken, anders machen und viel Konzeptarbeit, Ideenfindungsphasen und Ideenfindungen, Testen und Ausprobieren: Startups müssen anders als Konzerne nicht gewinnorientiert arbeiten. Es reicht die Kostendeckung für das große Ziel, den sogenannten Buyout - noch so ein Begriff aus der Startup-Szene. Doch hier kommen die Konzerne ins Spiel. Sie kaufen Startups oder gründen selbst welche. Ihr Ziel: Mit ordentlich Budget das machen, was Startups so schnell und agil macht: Immer wieder Dinge infrage stellen. Carsharing zum Beispiel. Carsharing wird 2018 von Ridepooling ergänzt. Welches Modell sich durchsetzt, wird Volkswagens neue Marke 2018 beweisen müssen: Mit einer Flotte umgebauter VW T6 startet ein Fahrdienst in Hamburg.

Was MOIA in Hamburg vorhat

Hamburg – MOIA soll groß werden. Zumindest darf die 13. Konzernmarke von Volkswagen groß denken. Die in Berlin ansässige Sparte bedient praktisch das Gegenteil von Bugatti: Einstiegmobilität statt Luxusauto, tägliches Pendeln statt Lust am Fahren. MOIA hat die Aufgabe, den Konzern mit Startup-Mentalität auf die Zukunft vorzubereiten. Die stellen sich die Macher ohne eigenes Auto vor. Auch das klassische Carsharing steht schon wieder auf dem Abstellgleis. Autos nutzen statt besitzen? Auch schon wieder überholt. MOIA will das innerstädtische Pendeln effizienter gestalten. Kern der Idee: Ridepooling. Plump gesagt: MOIA holt die Sammeltaxis aus dem ländlichen Raum in die Innenstädte. Selbstverständlich voll vernetzt, per App bestellbar und mit intelligenten, flexiblen Routen. Staus sollen so umgangen und die Auslastung der Sammeltaxis maximiert werden. Kern der Entwicklung ist dabei der erstens der Algorithmus zur Erkennung und Berechnung von Verkehrsflüssen samt eingängiger Buchungsmaske für ein attraktives Kundenerlebnis. Und zweitens die Entwicklung und der Bau des hippen weil elektrischen Sammeltaxis - schließtlich ist VW immer noch ein Autohersteller. Was in Hannover mit einer geschlossenen Benutzergruppe getestet wurde, kommt 2018 nach Hamburg.

DriveNow & car2go: Gemeinsam schlanker und ausgelasteter

Stuttgart/ München - DriveNow und car2go werden Medienberichten zufolge 2018 ihre gemeinsame Strategie vorstellen und aller Voraussicht nach schon umsetzen. Carsharing steht insgesamt vor der Herausforderung, profitabel werden zu müssen. Das geht nur durch Wachstum, Marktbestimmung und damit Preissteigerungen, einer soliden Auslastung der Flotte und durch gute Verfügbarkeit der Autos. Das Suchen, Finden, Buchen und Einsteigen muss für Carsahring-Nutzer einfacher werden. Es ist zu aufwändig, mehr als eine App nach einem freien Auto zu durchforsten. Die Schlussfolgerung und Aufgabe für Daimler und BMW ist einfach: Schaffe ein markenübergreifendes Carsharing, das die Nuztzungsschwelle und die Kosten reduziert - eben mit einer Zusammenlegung von DriveNow und car2go. Über die praktische Umsetzung kann derzeit nur spekuliert werden. Eine gemeinsame App zur Buchung ist mindestens nötig. Etablierte Anbieter gibt es bereits: free2move zum Beispiel. Problem dabei: Hier hat die PSA-Group (Peugeot und Citroen) schon zugeschlagen. Entweder kaufen Daimler und BMW Know-How hinzu oder entwickeln selbst. Ein weiterer Schritt wäre die Zusammenlegung der Flottenverwaltung zur Kosteneinsparung. Ob es eine Zusammenarbeit, eine Zusammenlegung von DriveNow und car2go oder gar eine Übernahme wird? 2018 wird die Antwort liefern.

 

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Bild: mietwagennews 

 

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