Carsharing: Wer bezahlt eigentlich die Parkgebühren?

[Berlin im August 2015] Carsharing-Unternehmen werben mit einem All-inclusive-Paket: Nie wieder hohe Tankrechnungen, GEZ, überraschende Werkstattbesuche, Steuern oder Versicherung fürs eigene Auto zahlen. Doch wer übernimmt eigentlich die Parkgebühren der Carsharing-Autos? Müssen Fahrer in Parkzonen noch Tickets lösen?

Die fast schon simple aber letztlich doch komplexe Antwort lautet: nein. Auch die Parkgebühren sind beim Carsharing – bis auf wenige Ausnahmen – immer inklusive. Dafür leisten DriveNow oder car2go aber harte Verhandlungsarbeiten mit den Städten.

Parkregelungen an jedem Standort individuell verhandelt

In Frankfurt dürfen car2go-Samrts beispielsweise nicht in Anwohnerparkzonen stehen – Die stehen exklusiv den Privat-PKW der Anwohner zur Verfügung. Dass das eine Benachteiligung gegenüber denen darstellt, die auf einen Privat-PKW verzichten, wird dabei nicht bedacht. In Düsseldorf stehen die zwei größten Carsharing-Anbieter unter Druck. Hier wird das Carsharing laut einem Bericht der Rheinischen Post durch vergünstigten Parkraum subventioniert. 800 Euro müssen DriveNow und car2go demnach pro Jahr fürs freie Parken auf städtischem Parkraum berappen.

Teure Parkregelung in Berlin

Düsseldorf verzichtet damit praktisch auf tausende Euro. Erst kürzlich haben beide Carsharing-Anbieter ihre Geschäftsgebiete in der Rheinmetropole erheblich verkleinert. Die günstige Parkregelung wird damit in Frage gestellt. In Berlin sieht die Situation hingegen völlig anders aus. Hier ist DriveNow größter Parkgebührenzahler. Sobald ein DriveNow-Auto innerhalb einer Parkzone abgestellt wird, wird minutengenau die Standzeit erfasst. DriveNow – und damit seine Kunden – zahlt hier ohne Abzüge wie jeder andere Autofahrer, der nicht über einen Anwohnerparkausweis verfügt.

Bild: Daimler

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