Carsharing-Radar: u.a.: car2go streicht Ulm

+++ Rückzug: car2go verlässt den Gründungsstandort Ulm +++ Nagold: 20 Jahre nach dem ersten Anlauf nun ein zweiter Versuch mit Carsharing +++ Bergisch-Gladbach: Baustart für die Neue Mobile Mitte mit Radstation +++ Hamburg-Schlump: Unterschriftenaktion gegen den geplanten switchh-Punkt +++

Die aktuellen Carsharing-News aus dem In- und Ausland im Detail

Nicht rentabel: Ulm verliert car2go

Ein herber Rückschlag ereilte car2go in der letzten Woche. Wer der Realität ins Auge sieht, muss erkennen, dass Ulm für einen Freefloating-Carsharingdienst nicht attraktiv genug ist. 2009 war car2go in Ulm gestartet und schrieb gleich zu Beginn eine echte Erfolgsgeschichte. Allein in der Anfangszeit registrierten sich rund 20.000 Mitglieder. Allerdings verflog die Euphorie des Aufbruchs in eine neue Ära des Autoteilens recht schnell. Car2go konnte kaum nennenswerte Zuwachsraten hervorbringen. Die Smarts stehen im Vergleich zu anderen Standorten viel länger still und die Fahrten dauern auch nicht so lange. Die weltweite Expansion von car2go u.a. nach Mailand oder New-York bringt nun deutlich die zukünftige Strategie zum Vorschein, die moovel und Daimler mit dem Carsharing fahren wollen: Dort Mobilität anbieten, wo Menschen häufiger Alternativen zum bestehenden Netzwerk aus öffentlichem und privatem Pendelverkehr suchen. (Quellen: swp.de)

Nagold: Stadtmobil macht die Stadt mobil

„Ein Teilauto kann zwischen fünf und sieben normale Autos ersetzen.“ sagt Peter Widmann-Rau über das neue Projekt in Nagold, einer 23.000 Einwohner Stadt in der Nähe von Stuttgart. Hier hatte man schon 1996 die Idee, private (Zweit-) Autos gegen ein Teilauto zu tauschen. Die Umsetzung gestaltete sich allerdings nicht sonderlich einfach. Denn die Rentabilität war nicht gegeben – zu wenige Nutzer standen zu hohen Kosten gegenüber. Das soll mit dem zweiten Versuch nun deutlich besser werden. Der feuerrote Opel Astra mit Anhängerkupplung muss laut Stadtmobil im Monat 1500 Kilometer bewegt werden, damit sich das Projekt lohnt. Tatsächlich fanden sich nun 8 Interessenten, die mindestens je 1000 Kilometer im Monat abnehmen. Damit steht die Finanzierung auf sicheren Beinen und auch andere Carsharing-Nutzer können auf das Auto zurückgreifen. Die Anmeldung dafür erfolgt einfach beim Nagolder Stadtmobil Verein. (Quelle: schwarzwaelder-bote.de)

Bergisch-Gladbach: Baustart für die Radstation Neue Mitte

256 Stellplätze für Fahrräder, eine Werkstatt für Wartungsarbeiten und ein Angebot an Leihrädern sollen die Radstation in Bergisch-Gladbach zu einer attraktiven Alternative im Stadtverkehr werden lassen. Die Stadtverordneten und die Stadtverkehrsgesellschaft Bergisch Gladbach (SVB) können auf eine solide Partnerschaft mit dem Fahrradnetzwerk Köln e.V. bauen. Der Verein ist dafür verantwortlich, dass die Radstation an mindestens 50 Stunden in der Woche besetzt ist, entsprechend lang und flexibel gestalten sich die Leihzeiten für die Mietfahrräder vor Ort. Denn neben der persönlichen Betreuung gibt es auch die Möglichkeit, die Räder voll automatisiert abzuholen und wieder abzugeben. Dafür muss einfach ein Ticket aus dem Automaten gezogen werden. Neben der Möglichkeit, Fahrräder auszuleihen, wird die neue „Mobile Mitte GL“ in Zukunft auch Carsharingdienste von FlexiCar und Ford Müller bereitstellen. Langfristig sind auch Elektrotankstellen geplant, um E-Carsharing-Autos an der Station bereitstellen zu können. (Quelle: in-gl.de)

Hamburg: Schöne neue Welt – aber ohne Schlump?

Es läuft gut für die Betreiber der switchh-Mobilitätspunkte in Hamburg. Nahezu jeder Stadtteil kann bald auf das flexible Angebot aus Öffentlichem Nahverkehr, Leihfahrrädern, Carsharing und Mietwagen zurückgreifen. In Hamburg Ein Sorgenkind bleibt aber: in Hamburg Eimsbüttel sammelte eine Initiative jüngst Unterschriften gegen den Bau der Station. Man befürchtet den Verlust öffentlicher Parkplätze und die mutmaßlich erhöhte Lärmbelästigung durch den jetzt ohnehin schon stark frequentierten Umstiegspunkt Schlump. Ärgerlich für Anwohner und Standbetreiber wäre auch der Umzug des Wochenmarktes in Richtung Bundesstraße. Mangelnde Kommunikation und das Nichtbeachten von Alternativ-Vorschlägen findet wenig Zustimmung in der Anwohnerinitiative. Beispielsweise könnte der Parkplatz für Carsahring und Mietwagen direkt gegenüber der Bahnstation auf dem Haus des Sports Parkplatz eingerichtet werden. Hier sei allerdings zu wenig Platz, wie ein Sprecher der Hamburger Hochbahn betonte. Insgesamt sollen 13 PKW-Stellplätze für die erweiterte Mobilität der Hamburger in Eimsbüttel sorgen. Ein Kompromiss wurde inzwischen vorgeschlagen: Der Markt müsse nicht ganz so weit in Richtung Bundesstraße ziehen und die Stellplatzfläche sei reduziert worden. (Quelle: abendblatt.de)

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