Carsharing-Radar: DriveNow und car2go in Wien

Infrage gestellt: Wer zieht Vorteile aus dem Modell „Carsharing“? Für wen lohnt es sich? +++ Zusammen mit DriveNow sind jetzt 1.400 Carsharing Autos in Wien unterwegs +++ Bremer „Mobilpünktchen“ +++ Grevenbroich: Demografischer Wandel und Carsharing +++ München: Parkplatznot in der Parkstadt +++ Carsharing auf dem Land +++ International: Enterprise Carshare mit neuer App

Die aktuellen Carsharing-News aus dem In- und Ausland im Detail

Für wen lohnt sich Carsharing wirklich? Wo liegen die Tücken?

In der Wirtschaftswoche und im Südkurier fallen intereassante Zahlen zum Thema Carsharing. Die „einst grüne Idee“ (WiWo) muss profitabel werden. Letztlich ist auch Carsharing ein verzweifelter oder klug durchdachter Zug, durch die Hersteller mehr Autos auf die Straße zu bekommen. Dabei schlägt man beim Carsharing allerdings auch zwei Fliegen mit einer Klappe. Zum einen spielt der Umweltgedanke eine große Rolle. Carharing-Unternehmen – heißen sie jetzt DriveNow, car2go, Multicity oder book’n’drive – schrieben sich ein grünes Bewusstsein auf die Fahnen. Zudem wird die Sharing-Economy immer größer und liegt bei junegn Menschen im Trend. Eine jüngst veröffentlichte Studie der Berliner Beratung Civity stellt Carsharing allerdings kein gutes Zeugnis aus. Die Unternhemen seien nicht auf Nachhaltigkeit getrimmt und bei der Carsharing Bewegung handele es sich um einen „Hype“, der keine Beitrag zur Entlastung des Verkehrs in Ballungsräumen biete. Laut der Studie sind die Autos von DriveNow und car2go – den beiden erfolgreichsten Carsharing-Unternehmen – nur ca. eine Stunde am Tag unterwegs. Das sei kaum mehr als bei einem Privat-PKW. Die Auslastungszahlen von DriveNow liegen aber deutlich über denen in der Studie. Auch car2go zweifelt die Ergebnisse der Studie an und belegt es mit Zahlen: Im Schnitt werden die Smarts pro Tag 6-8 mal in einer Miete bewegt. Jede Miete dauert zwischen 20 und 40 Minuten. Demnach seien die Autos ca. 150 Minuten pro Tag unterwegs, was wiederum einer deutlichen Entlastung des Straßenverkehrs entspräche.  Außerdem spielt der Gedanke des Teilens nicht nur im gewerblichen Raum eine Rolle. Immer mehr private Gemeinschaften schließen sich zusammen, um private Fahrzeuge zu teilen. Dabei schließen sich Hausgemeinschaften oder Nachbarschaften zusammen und teilen sich Fahrrad, Elektroroller oder Familienwagen. Ähnlich einer Fahrgemeinschaft bedeutet das private Autoteilen vor allem eines: Kosteneinsparungen. Wenn Autos zu lange ungenutzt stehen, lohnt sich der Unterhalt nicht. Eine Gemeinschaft hingegen weiß das Auto viel sinnvoller zu nutzen, seine Standzeiten kleiner und die Kosten insgesamt geringer zu halten. (Quellen: wirtschaftswoche.de und südkurier.de)

Mit DriveNow sind in Wien nun 1.400 Autos im Carsharing unterwegs

Das Smartphone hat das Auto als Statussymbol abgelöst. Carsharing liegt voll im Trend. Auch in der Hauptstadt Österreich sind geteilte Autos nun auf den Straßen nicht mehr wegzudenken. Aus diesem Grund ist DriveNow nach Wien gekommen. Die Stadt ist Trendsetter und der Markt scheint zu funktionieren – die Leute fahren ab auf’s Carsharing. Vor allem junge Leute treffen die Entscheidung für ein Mobilitätsprodukt zunehmend nicht mehr emotional sondern nüchtern. Für die jeweilige Strecke würde das bequemste und günstigste Verkehrsmittel gewählt. Die Idee, kein eigenes Auto unterhalten zu müssen aber bei Bedarf sofort auf eines zurückgreifen zu können, kommt bei immer mehr urbanen Menschen an. Probleme ergäben sich lediglich bei der Abdeckung des Geschäftsgebietes in den Außenbezirken und bei der Parkplatzsuche in der Innenstadt. Als Ergänzung zu den zweisitzigen Smarts von car2go bietet DriveNow als einziger Anbieter Premium-Carsharing an – Kindersitze und kräftig motorisierte Kompaktautos inklusive.   (Quelle: wien.orf.at)

Bremen: „Mobilpünktchen“ sollen den Verkehr entlasten

Mit den sogenannten „Mobilpünktchen“ ist nicht etwa eine Sammelaktion einer Tankstellenkette gemeint. In Bremen werden parkplätz eingerichtet, an denen bei Bedarf Autos geliehen werden können. Seit dem 8. Oktober gibt es die erste von vielen kommenden Mini-Carsharing-Stationen in der Brmer Hollerstraße. Die beiden Ford Fiesta sollen im Idealfall je bis zu 20 Privat-PKW ersetzen. Es wird bereits an zwei weiteren Mobilpünktchen gebaut. Insgesamt sollen 36 dieser kleinen Stationen entstehen und in einer fußläufigen Erreichbarkeit für die Bremer Bürger liegen. (Quelle: bremen.de)

Grevenbroich: Zeit für Neues, wenn das Alter fortschreitet

In Grevenbroich hat man die Zeichen der Zeit erkannt und einen Arbeitskreis „Demografischer Wandel“ gegründet. Hier möchte man sich unbequemen Fragen stellen: Reicht das Angebot des bestehenden öffentlichen Nahverkehrs für Senioren aus? Kommen Menschen der älteren Generation mit den Haltestellen zurecht und gelangen sie auch dorthin, wo sie hin möchten? Bei der Untersuchung der bestehenden Angebote wird auch überprüft werden, inwieweit sich alternative Mobilitätsmodelle  in Grevenbroich und Umgebung integrieren lassen. Carsharing wäre eine interessante Alternative. Die Vorbilder Köln und Düsseldorf im Kopf – hier sind vor allem DriveNow und car2go präsent – möchte z.B. FDP Fraktionschef Markus Schumacher ein solches Angebot auch für seine Stadt. Kontakt zu den Unternehmen sei bereits hergestellt, da die Lage von Grevenbroich zwischen Köln und Düsseldorf auch wirtschaftlich durchaus interessant sein könnte. Die Erreichbarkeit von Ärzten und anderen Nahversorgern kann so sichergestellt werden.  (Quelle: rp-online.de)

München: Parkplatznot in der Parkstadt und kein Ende in Sicht

Für Arbeitgeber ist die Parkstadt in München ein attraktiver Standort: verhältnismäßig günstige Mieten treffen auf eine gute Büroinfastruktur und eine  moderne Architektur. Es ist also kein Zufall, dass gut 10.000 Menschen hier arbeiten. Allerdings möchten all diese Leute ihr Auto irgendwo parken während sie ihrem Job nachgehen. Doch die Parkplatzsuche gestaltet sich in der Parkstadt zunehmend schwieriger. Denn statt der Neuschaffung von Parkraum setzen die Stadtplaner Münchens auf Alternativen: Carsharing soll Privat-PKWs ablösen und zeitlich begrenzter Parkraum mehr Bewegung in die Parkplatzsuche bringen. Hinzu kommen Fahrräder, für die eine gesonderte Infrastruktur  in Planung ist. So sollen mehr Menschen aus dem eigenen Auto geholt und Alternativen aufgezeigt bekommen.  (Quelle: muenchen.tv)

Carsharing auf dem Land: Autozwang fehl am Platze

Großstädte wie Berlin, Hamburg und Köln sind die Vorreiter in Sachen Carsharing. Hier zeigt sich, wie Autoteilen im großen Stile funktionieren kann. Der Gedanke Carsharing ist in der Mitte der (Stadt-) Gesellschafft angekommen. Auf dem Land hingegen hält sich hartnäckig der Gedanke, auf ein eigenes Auto zurückgreifen zu müssen. Zum Vergleich: In der Stadt haben durchschnittlich 30% der Einwohner kein Auto – auf dem Land sind es gerade einmal deren vier Prozent. Eine Initiative von Autohändlern möchte hier Alternativen schaffen. Nicht immer fahren bis spät nachts noch Busse oder Bahnen von abgelegenen Dörfern oder Höfen in die nächst größeren Städte oder umgekehrt. Es besteht jedoch ein nicht zu verachtendes Problem. Wenn carsharing-Autos auf dem Land im Freefloating laufen würden, würde sie niemand mehr finden, niemand mehr nutzen. Deshalb haben die Autos in den Feldversuchen bisher feste Stationen, zu denen sie wieder zurück gebracht werden müssen. Allerdings müssen die Kunden auch hier erst einmal hinkommen. Entsprechend hoch ist die Hemmschwelle, ein solches Auto zu nutzen. Entsprechend niedrig sind die Ertragsquoten, die diese Autos abwerfen. Bei Ford sieht man vor allem Chancen in den Randgebieten der Ballungsräume. Konzepte dafür liegen der Schublade und warten nur darauf, auf die Straße losgelassen zu werden.  (Quelle: zeit.de)

International: Enterprise Carshare mit neuer App

DriveNow hat sie, car2go hat sie auch und viele der kleineren Anbieter setzen ebenfalls wie selbstverständlich auf eine Smartphone-App. Enterprise Carshare bietet nun für seine US-Kunden die Möglichkeiten, Autos zu finden, Mieten zu verlängern und Abholstationen zu wählen. Enterprise Carshare sieht sich auf einen guten Weg, eine veritable Alternative zum eigenen Auto zu werden. Man versucht den Automarkt und die Bedürfnisse der Autofahrer Jahre im Vorfeld zu antizipieren und entsprechende Angebote in petto zu halten. Enterprise möchte seinen Carsharing-Dienst weiter ausbauen und in Zukunft mehr und mehr Ballungszentren ins Portfolio nehmen. Allein heute gibt es das Angebot in 35 US-Bundesstaaten, in Kanada und Großbritannien und an 40 Universitäten. Mit der neuen App soll der Service noch relevanter für die Zeilgruppe werden, noch mehr Menschen vom Gedanken „Carsharing“ überzeugen.  (Quelle: autorentalnews.com)

 

Jeden Tag erreichen uns neue Meldungen von Carsharing-Projekten aus der ganzen Welt. Nicht nur Firmen und Start-ups mit dem Schwerpunkt Mobilität, auch Städte, Gemeinden und Privatpersonen stellen Fahrzeuge zum Teilen bereit. Mit dem Carsharing-Radar berichten wir regelmäßig über aktuelle Meldungen der Carsharing-Dienste und die neuen Projekte im In- und Ausland.

Euch ist ein neuer Carsharing-Anbieter aufgefallen, über den wir noch nicht berichtet haben oder ihr seid selbst Gründer eines Carsharing-Angebots? Mailt uns einfach eure News und Informationen an carsharingradar@mietwagen-news.de. Wir nehmen eure Meldungen gerne in unser Carsharing-Radar mit auf.

Bild: Mietwagen-News

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