Carsharing-Radar 52|2015: Sprinter-Sharing für das Transportgewerbe

+++ car2share: Sprinter für Gewerbekunden +++ Berlin: car2go-Smart nimmt ein Bad im Landwehrkanal +++ Freiburg: Verärgerung über Carsharing-Parkplätze +++

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Sprinter teilen – car2share für Gewerbekunden

Daimler verkauft im laufenden Jahr 18% mehr Sprinter als im Vorjahr – das Transportgewerbe boomt. Besonders die Kleinlaster bis zu einer Gesamtmasse von 3,5 Tonnen sind gefragt. Sie dürfen von jedem PKW-Führerscheininhaber bewegt werden. Klassische Transportermieten haben z.B. in Berlin Hochkonjunktur. Kaum ein Wochenende vergeht, an dem Robben&Wientjes nicht ausgebucht ist. Auch bei Sixt können stundenweise Transporter gemietet werden. Das Konzept scheint aufzugehen. Daimler hat sich diesem Bedarf jetzt angenommen und eine Idee entwickelt, Standzeiten der Transporter kurz und damit die Auslastung hoch zu halten. car2share nennt sich der Service und richtet sich vornehmlich an Gewerbetreibende. Laut Internetseite sollen die Sprinter dazu dienen, zusätzliche Kapazitäten bereit zu halten. Doch Daimler geht noch ein paar Schritte weiter: car2share dient außerdem als virtuelle Flotte. Über eine App können Gewerbetreibende minutengenau Transporter buchen und ihren Fahrern zuteilen. Eine Schlüsselübergabe ist nicht mehr nötig. Über das Smartphone lässt sich der Sprinter öffnen und nach getaner Arbeit auch wieder verschließen. Als besonderes Ausstattungsmerkmal bringen die car2share Sprinter ein Real-Time-Navigationssystem mit um den Fahrer im hektischen Stadtverkehr Zeit zu sparen. Einer der populären Kunden von car2share ist beispielsweise die Berliner Tafel. Laut auto-medienportal dient car2share seit vier Monaten als Logistiker für die rund 600 Märkte und 300 Tafel-Stellen. „Wir merken jetzt schon das enorme Einsparpotenzial an Kraftstoff und Zeit. Außerdem ist die Zufriedenheit unserer sozialen Einrichtungen gestiegen, da die Lebensmittelspenden in einem besseren Zustand ankommen“, äußert sich Robert Hedram, Leiter Logistik bei der Berliner Tafel.

In Berlin landet ein Smart von car2go im Wasser

Ein Smart macht sicher viel mit, parkt dank seiner kurzen Bauweise fast überall. Doch dieser Parkplatz war sicher nicht freiwillig gewählt. Passanten, Feuerwehr und Polizei staunten nicht schlecht, als sie einen Smart schwimmend im Berliner Landwehrkanal fanden. Wie der Tagesspiegel berichtet, erreichte in der Nacht von Sonntag auf Montag ein Notruf die Einsatzkräfte der Feuerwehr Berlin. Am Urbanhafen war ein Auto ins Wasser gerollt. Taucher wurden gerufen. Glücklicherweise war niemand im Carsharing-Smart eingeschlossen. Mit einem Kran wurde der Zweisitzer schließlich geborgen. Seltsam erscheint der Polizei die Ursache des Herabrollens ins Wasser: Von der Fahrerin bzw. vom Fahrer fehlt jede Spur. Ob das Auto aus welchen Gründen auch immer in den Kanal gesteuert wurde oder es womöglich nach Beenden der Miete nicht richtig gesichert wurde, wird derzeit ermittelt. car2go wird anhand der Miethistorie sehr einfach herausfinden können, in wessen Hand der Smart zuletzt war.

Carsharing-Parkplätze sorgen für Verärgerung

Freiburg gilt als deutschlandweit erste Stadt, die umfangreich von den anfang 2015 eingeführten neuen Bestimmungen Gebrauch macht, Carsharing-Autos Vorteile gegenüber Privat-PKW einzuräumen. Eine Maßnahme davon ist beispielsweise die Einrichtung spezieller Parkflächen. Doch der Umfang des extra für Carsharing-Autos abgesteckter Parkraumes stößt bei manchen Bürger Freiburgs auf Unverständnis. In einem Artikel der Badischen Zeitung monierten Bürger die „ohnehin angespannte Parkplatzsituation.“ Grüne Markierungen, Beschilderungen mit einem absoluten Halteverbot und dem jeweiligen Firmenlogo kennzeichnen die Carsharing-Stellplätze. Die Stadt geht noch nicht mit dem Vorschlaghammer gegen Falschparker vor. Man versucht mit Flyern aufzuklären. Sollte das keine Wirkung erzielen, wird abgeschleppt. Man erhofft sich dadurch eine gewissen Sensibilisierung der Freiburger für das Thema Carsharing.

 

Jeden Tag erreichen uns neue Meldungen von Carsharing-Projekten aus der ganzen Welt. Nicht nur Firmen und Start-ups mit dem Schwerpunkt Mobilität, auch Städte, Gemeinden und Privatpersonen stellen Fahrzeuge zum Teilen bereit. Mit dem Carsharing-Radar berichten wir regelmäßig über aktuelle Meldungen der Carsharing-Dienste und die neuen

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Bild: Auto-Medienportal.Net/Daimler

 

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