Carsharing-Radar 4|2015: u.a. mit car2go

+++ car2go hat die ersten neuen Smart in der Flotte (Berlin) +++ TüV Rheinland: Carsharing hat keinen Einfluss auf  Deutschland’s Autobestand +++ Das Dorfauto von Gey +++ Autoteilen im Usinger Land +++ Preungesheim mit eigenem Carsharing Projekt +++ Gera möchte ins Carsharinggeschäft einsteigen +++ Teilen und Fahren im Usinger Land +++

Die aktuellen Carsharing-News aus dem In- und Ausland im Detail

Berlin: car2go flottet den neuen Smart ein

Der neue Smart kann alles, was der alte konnte. Er ist der praktische Stadtflitzer ohne Starallüren und Premiumattitüde. Sein minimalistisches Spielzeugdesign der alten Generation haben die Designer gekonnt in die Formensprache eines „richtigen“ Autos übersetzt. Ein erwachsenes Cockpit mit modernem Infotainment und ein nochmals direkteres Fahrverhalten dürfte den car2go Kunden viel Spaß auf den Straßen der Hauptstadt bereiten. Da wir den car2go Smart in freier Wildbahn angetroffen haben, hatten wir leider nicht schnell genug unsere Smartphone-Kamera parat. Einen Schnappschuss liefern wir bei Gelegenheit nach.

TüV Rheinland: Carsharing nicht relevant…

… für den deutschen Automarkt. Laut der kürzlich veröffentlichten Studie ist der TüV Rheinland der Ansicht, dass der Carsharing-Markt keine Auswirkungen auf den Autobestand Deutschlands haben wird. 2020 wird das Kundenwachstum bei ca. 3 Millionen Mitgliedern seinen Zenit erreichen. Es gibt ca. 45 Millionen Führerscheininhaber von denen aber nur ca. 16% Prozent bereit wären, zugunsten eines Carsharingmodells aufs eigene Auto zu verzichten. Der Fahrzeugbestand liegt aktuell bei ca. 41,5 Millionen Autos – Tendenz immer noch steigend. Da fallen die aktuell rund 14.000 Carsharing Autos nicht wirklich ins Gewicht.

Das Dorfauto von Gey

Wenn kein Carsharing jemals in Sicht ist, nimmt man die Sache halt selbst in die Hand – Denkt sich Sylvia Fahle und plant in Gey (Nordrhein-Westfalen) ein eigenes Teilauto-Projekt. Der voll elektrische Renault Zoe erfreut sich großer Beliebtheit in der 1.700 Seelen Gemeinde. Das erfüllt die Ideengeberin sichtlich mit stolz. Der Aachener Zeitung gegenüber zeigt sich Frau Fahle optimistisch: „Unser Dorfauto ist voll ausgelastet. Carsharing hat hier großes Potential.“ Den Kaufpreis von rund 17.000 Euro für den Jahreswagen übernahm der Landkreis Düren. Weitere Sponsoren würden derzeit gesucht. Trotzdem habe man Angebote kommerzieller Anbieter abgelehnt. Man wolle unabhängig bleiben.

Preungesheim mit eigenem Carsharing Projekt

Immer losfahren, wann man möchte. Und das ganz ohne die Verantwortung und Fixkosten für ein eigenes Auto tragen zu müssen. Keine Versicherung, keine Steuern, kein Benzin und kein TüV: das Zauberwort dafür heißt Carsharing, wie die Frankfurter neue Presse berichtet. In Preungesheim setzen die Nassauische Heimstätte und Stadtmobil eine Flotte aus Elektrofahrzeugen und E-Bikes ein. Registrieren sich Kunden für den Dienst, können sie bundesweit auf 2.200 Autos der Stadtmobil Flotte an 900 Standorten zurückgreifen.

Gera möchte ins Carsharing einsteigen

Gera in Thüringen ist eine Stadt mit knapp 100.000 Einwohnern. Da ist es eigentlich verwunderlich, dass bisher nur ein Carsharing-Dienst hier ansässig geworden ist – app2drive. Diesen Umstand machen sich jetzt der Verein „Verkehrswende in kleinen Städten“ e.V. mit Hauptsitz in Leipzig und die Ortsgruppe des Verkehrsclub Deutschland in Gera zu Nutze machen. Zusammen mit dem Umweltverein „Grünes Haus Gera“ e.V. soll ein Carsharing in Gera auf die Beine gestellt werden. Wann der Startschuss dazu fällt, ist noch nicht in feste Zeilen gemeißelt. Am 28.01.2015 laden alle Beteiligten zu einem Diskussions- und Informationsabend ein. Hier findet das Ganze statt: evangelisches Gemeindehaus Gera, Talstraße 30, Bodelschwinghzimmer

Auto teilen im Usinger Land

Die Stadt Usingen  möchte einem Bericht der Taunus Zeitung nach die Sinnhaftigkeit und Rentabilität eines Carsharings prüfen. Es gebe genügend Anzeichen dafür, dass ein Carsharing Projekt auch im ländlichen Raum funktionieren kann. 50 Kunden müssten nach Aussage des Wiesbadener Carsharers Book-n-drive das Angebot nutzen. „Wer nur bestimmte Fahrten abwickeln muss, beispielsweise die Trainingsfahrten der Kinder, für den kann Carsharing eine Alternative sein“ sagt Martin Patri, Sprecher des Unternehmens. Viele Familien würden sich extra für diese regelmäßig stattfindenden aber sehr kurzen Fahrten einen Zweit- oder Drittwagen anschaffen, der aber ansonsten ungenutzt herumstehe. Wer nicht mehr als 10.000 – 12.000 Kilometer im Jahr fahre, für den lohne sich Carsharing. Für den täglichen Weg zur Arbeit würde es hingegen zu teuer, gibt Patri zu.

Jeden Tag erreichen uns neue Meldungen von Carsharing-Projekten aus der ganzen Welt. Nicht nur Firmen und Start-ups mit dem Schwerpunkt Mobilität, auch Städte, Gemeinden und Privatpersonen stellen Fahrzeuge zum Teilen bereit. Mit dem Carsharing-Radar berichten wir regelmäßig über aktuelle Meldungen der Carsharing-Dienste und die neuen Projekte im In- und Ausland.

Euch ist ein neuer Carsharing-Anbieter aufgefallen, über den wir noch nicht berichtet haben oder ihr seid selbst Gründer eines Carsharing-Angebots? Mailt uns einfach eure News und Informationen an carsharingradar@mietwagen-news.de. Wir nehmen eure Meldungen gerne in unser Carsharing-Radar mit auf.

Kommentar verfassen