Carsharing-Radar 50|2014: E-Mobility Spezial

Elektro-Carsharing kommt langsam in Schwung. Nach zahlreichen Meldungen in der letzen Woche zu neuen E-Carsharing-Projekten fassen wir sie heute  in einem E-Mobility Spezial zusammen: +++ DriveNow ab Frühjahr mit BMW i3 in London +++ BMW i3 im Dienste der HTG +++ eCarsharing Station in Herzogenrath +++ Modellregion Bruchsal zeozweifrei unterwegs +++ my-e-car in Lörrach gestartet +++

Die aktuellen Carsharing-News aus dem In- und Ausland im Detail

DriveNow startet in London und bringt den BMW i3 mit

Am 4.Dezember ist DriveNow in London gestartet und schlägt sich nun mit Mini Countryman und BMW 1er durch den stressigen Linksverkehr der pulsierenden britischen Metropole. Das zunächst rund 65 Quadratkilometer große Geschäftsgebiet soll zügig um weitere Stadtteile erweitert werden. Dass die Flotte dabei nicht auf dem aktuellen Stand von 210 Fahrzeugen verharrt, sollte beinahe selbstverständlich sein. Einen echten Meilenstein in der Geschichte von DiveNow wird der Start eines „serienmäßigen“ Elektroautos sein. Die in SanFransisco, Berlin und München stationierten BMW 1er ActiveE sind eine Kleinserie und dienen erfolgreich als Technologieträger für den BMW i3. Der leichte Stromer mit innovativer Carbonkarosserie soll ab dem kommenden Frühjahr den Londoner Kunden zur Verfügung stehen. Wann der 170 PS starke „E-Bimmer“ auch in die deutschen DriveNow-Flotten kommt, ließ DriveNow offen.

HTG bietet Carsharing mit BMW i3 an

Die HTG (Hochschwarzwald Tourismus Gesellschaft) bietet erstmalig in Deutschland den BMW i3 als Carsharing Auto an. 25 Fahrzeuge werden mit dem Start im April Touristen und Einheimischen zur Verfügung stehen. Bisher halten 15 elektrische Smarts die Fahne der Elektromobilität bei der HTG nach oben. Man wollte aber familientauglicher werden. Der BMW i3 erfüllt als vollwertiger Fünfsitzer die Ansprüche an ein modernes Auto und bietet zudem zukunftsweisende Technologien wie Carbonfahrgastzelle oder ein komplett vernetztes Navigationssystem. Hier können die Passagiere bei Bedarf vom Auto auf den öffentlichen Nahverkehr umsteigen und sich verfügbare Stromladesäulen in der Nähe anzeigen lassen. Wer die BMW i3 der HTG nutzen möchte, registriert sich einfach mit Vorlage des Führerscheins und einem Zahlungsmittel. Ein Lap-ID-Chip wird auf den Führerschein geklebt mit dem das Auto dann zu öffnen ist. Doch spontan mieten geht nicht. Wer die BMW i3 nutzen möchte, muss sie vor Fahrtantritt per App oder auf der Internetseite reservieren. Autos und Ladesäulen sind an verschiedenen Orten im Hochschwarzwald um vielen Leuten die Nutzung zu ermöglichen. Die Preise werden laut einem Bericht der Badischen Zeitung zwischen 3,20 und 4,20 in der Stunde liegen. Damit wäre das Carsharing der HTG  wesentlich günstiger als das minutengenaue Preismodell von car2go oder DriveNow. Ob allerdings noch eine Kilometerpauschale anfällt, ließ Projektentwickler Matthias Wendorf offen.

eCarsharingstation in Herzogenrath eröffnet

Herzogenrath ist eine Stadt mit rund 45.000 Einwohnern in der Nähe von Aachen an der deutsch-französischen Grenze. Hier möchte das Förderprojekt „eMove“ die Weichen für zukunftsweisende Elektromobilität stellen. In Zusammenarbeit mit dem etablierten Carsharing Anbieter Cambio ist am Herzogenrather Bahnhof eine Carsharing-Station eröffnet worden. Der E-Smart in Herzogenrath verfügt über rund 60 Kilometer Reichweite. Die Aachener Nachrichten sprechen deshalb von einer gewissen Weitsicht in der Streckenplanung – schließlich muss das Auto nach dem Carsharing-Einsatz auch immer wieder an die Ladesäule im Bahnhofsparkhaus zurück.

Modellregion Bruchsal zeozweifrei unterwegs

Mit dem Gewinn von 1,16 Millionen Euro aus europäischer Wirtschaftsförderung beginnt in Bruchsal eine neue Ära der Mobilität. In den 13 Gemeinden sollen je zwei bis sechs Ladesäulen und entsprechende Fahrzeuge angeschafft werden. Dieses Netzwerk an Elektroautos wird den Bruchsaler Bürgern eine zusätzliche Mobilitätsoption bieten. Das Projekt zeozweifrei umfasst aber nicht nur die Bereitstellung von E-Carsharing. Weitere Maßnahmen wie Photvoltaikanlgen, weitere Erdgas- und Elektrotankstellen sowie Passivhäuser im öffentlichen Raum machen das Projekt vielseitig und lebendig. Wie das E-Carsharing bei den Bürgern ankommt, wird der Versuch in den kommenden Monaten zeigen.

My e-car in Lörrach gestartet

Der Mobilitätsdienstleister „Stadtmobil Südbaden“ und die „Energiedienst Holding“ stellen „my e-car“ auf die Räder. Der Hauptsitz des neuen Carsharing Unternehmens ist Lörrach, das Geschäftsgebiet reicht aber von Todtnau im Norden bis Rheinfelden im Süden und von Schliengen bis weit nach Zell. Die Region ist eher ländlich geprägt. Entsprechend  variabel muss ein Carsharing gestaltet werden um erfolgreich zu sein. 50 Schnellladesäulen, mit denen die Autos binnen einer Stunde komplett geladen werden können, sollen entstehen. Die Flotte startet zunächst mit 40 Renault Zoe. Der Rautenträger schafft rund 120 Kilometer mit einer Akkuladung und bietet den Komfort und Platz eines vergleichbaren konventionellen Kompaktwagens. Mit einer App oder im Internet können die Autos reserviert und mit einer Kundenkarte geöffnet werden. Die Abrechnung erfolgt tageszeitenabhängig erst stunden- dann minutenweise. Los geht mit 3€ für die 1. Stunde. Jede weitere Minute kostet 4 Cent.  Zusätzlich fällt noch eine Kilometerpauschale von 15 Cent für den Renault Zoe an. Die Chevrolet Volt oder Opel Ampera der Flotte fahren für 27 Cent pro Kilometer.

Jeden Tag erreichen uns neue Meldungen von Carsharing-Projekten aus der ganzen Welt. Nicht nur Firmen und Start-ups mit dem Schwerpunkt Mobilität, auch Städte, Gemeinden und Privatpersonen stellen Fahrzeuge zum Teilen bereit. Mit dem Carsharing-Radar berichten wir regelmäßig über aktuelle Meldungen der Carsharing-Dienste und die neuen Projekte im In- und Ausland.

Euch ist ein neuer Carsharing-Anbieter aufgefallen, über den wir noch nicht berichtet haben oder ihr seid selbst Gründer eines Carsharing-Angebots? Mailt uns einfach eure News und Informationen an carsharingradar@mietwagen-news.de. Wir nehmen eure Meldungen gerne in unser Carsharing-Radar mit auf.

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