Carsharing-Radar 49|2014: Audi schraubt an Carsharing

+++ Audi möchte sein Luxuscarsharing  nach Nordamerika holen +++ CiteeCar an der RuhrUniBochum (RUB) als ungebetener Gast +++ Regional:  +++ Carsharing startet in Isny am Bodensee +++ Caruso Carsharing in Voralberg auf Erfolgskurs +++ Carsharing Verein in Meppen im Emsland gegründet +++

Die aktuellen Carsharing-News aus dem In- und Ausland im Detail

Audi schraubt weiter an Audi select

Nachdem Audi in Europa mit zwei ähnlichen Konzepten ins Luxuscarsharing eingestiegen ist, planen die Ingolstädter nun den nächsten Testlauf in Nordamerika. Bei Audi Unite  steht einem bestimmten Personenkreis ein Auto zur Verfügung. Das heißt, man bucht eine Mitgliedschaft für ein oder zwei Jahre an einem Fahrzeug. Je nach gewähltem Leistungsumfang rangieren die Preise dabei zwischen 160 und knapp unter 1.000 Euro. Dabei können die Kunden vom A1 bis zum A8 fast die ganze Audi-Palette wählen. Audi select verfolgt eine andere Strategie. Hier wird ein Mietvertrag abgeschlossen und je nach Wunsch kann man bis zu drei Autos im Jahr fahren. Vom Sportwagen über ein Allrad-SUV oder geräumige Kombis ist ebenfalls fast die komplette Audi Produktpalette dabei. Versuchsstandort ist derzeit noch Berlin. Wie die Strategie von Audi für die beiden Versuchsstädte in Nordamerika aussehen wird, kann jetzt noch nicht gesagt werden. In den nächsten zwei Monaten gibt Audi laut manager-magazin weitere Details bekannt. Sicher ist bisher nur, dass sich die Angebote wohl von den beiden in Europa unterscheiden werden.

CiteeCar als ungebetener Gast an der RUB?

„Dumpingvertrag“ , „nicht sehr serios“ – CiteeCar wird es an der Ruhruniversität Bochum nicht einfach haben. Denn bei der letzten Sitzung des Studierenden-Parlaments äußern sich kritische Stimmen über den etablierten Anbieter, der sein Angebot u.a. erfolgreich in der Bundeshauptstadt  anbietet. Doch wo liegen die Bedenken einzelner Studenten für ein Produkt, dessen Praxistauglichkeit gut genug für die Allgemeinheit ist? „Wir sehen es kritisch, mit diesem Unternehmen zu kooperieren, da es nicht sehr seriös wirkt“, äußerst dich der JungLiberale Linus Stieldorf gegenüber der Bochumer Stadt- und Studierendenzeitung. Die Grünen Hochschulgruppe hat sogar schon einen Antrag gestellt, künftig in den Verein ruhrmobil e.V. einzutreten – unabhängig von der Vertragslaufzeit mit CiteeCar. Der Anbieter selbst darf nun aber mit einem Plus von 16 Ja-Stimmen seine Dienste den Bochumer Studierenden zur Verfügung stellen. Im Studierenden-Parlament sorgt CiteeCar auch über das eigentliche Thema Carsharing hinaus für Bewegung. Es steht zur Diskussion, wichtige Entscheidungen bald nur noch mit einer 2/3-Mehrheit zu verabschieden.

WestAllgäuMobil startet in Isny am Bodensee

Heute fällt der Startschuss für ein neues Carsharing-Konzept am Bodensee. In Isny stehen ab sofort drei Autos für die Mitglieder von Bodenseemobil.de bereit. Die kleine Flotte deckt mit ihren nur drei Autos alle relevanten Transportaufgaben ab. Ein Smart ist für kurze Besorgungsfahrten ideal. Im Opel Coras finden bequem mindestens vier Leute Platz. Wer mal einen Transporter bzw. Kleinbus benötigt, kann auf den „Kultutbus“ zurückgreifen. Der Geschäftsführer von Bodenseemobil.de, Wielant Ratz, rechnet mit einer Kostendeckung der Fahrzeuge ab 10 aktiven Mitgliedern pro Auto. Die Stadt Isny trägt im Moment die Garantiebeträge von 1.000 Euro für die Mitgliedschaft bei Bodenseemobil und 3.600 Euro für die Bereitstellung der Fahrzeuge über den Zeitraum von einem Jahr. Eine längere Verweildauer des Dienstes in Isny sei aber angestrebt, so Hauptamtsleiter Klaus Hägele im Gespräch mit schwäbische.de. Für die Interessenten haben wir hier noch die Preisgestaltung: die Mitgliedskarte schlägt mit moderaten 10 Euro zu Buche, eine Fahrt mit den Autos kostet ab 2 Euro in der Stunde und zusätzlich 30 Cent je Kilometer.

Caruso E-Carsharing in Österreich auf Erfolgskurs

250.836 zurückgelegte Kilometer, 10.402 gebuchte Fahrten mit Elektroautos bei 22.802 Reservierungen -  diese Zahlen stimmen die Macher von caruso carsharing überaus zufrieden. Denn damit haben die bewiesen, dass E-Carsharing auch auf dem Land gut funktionieren kann. Das Erfolgsrezept von Caruso ist sehr simpel. Sie übertragen ihren Mitgliedern mehr Verantwortung für das jeweilige Auto. Nur wenige Nutzer einer geschlossenen Gruppe teilen sich ein Auto und haben damit das Gefühl, eine Säule des Projekts zu sein. „Viele Mitglieder kennen einander oder zumindest ihren Ansprechpartner in der jeweiligen Carsharing-Gruppe“, umschreibt Projektleiter Christian Steger-Vonmetz die Vorteile auf vol.de. „Dieses Miteinander ist gerade bei der gemeinsamen Nutzung von Elektroautos wichtig.“ Somit ist es möglich, dass die Flotte besser ausgelastet ist und die Mitglieder sich bei ihrer Tourenplanung untereinander absprechen. Reicht die verbleibende Akkuladung für den nächsten Nutzer? Schaffe ich die geplante Strecke? So nimmt caruso den Schrecken von der geringen Reichweite der E-Autos und verschafft den Nutzern mehr Planungssicherheit und Verantwortungsbewusstsein.

Carsharing kommt nach Meppen im Emsland

Weg mit dem eigenen Auto, das ohnehin die meiste Zeit über ungenutzt herumsteht und her mit flexibler Mobilität – so sieht die schöne neue Carsharingwelt aus. Der Gedanke schwappt auch immer mehr aus den großen Carsharing-Metropolen wie Berlin oder Hamburg auch in kleinere Orte auf dem Land. In diesem Herbst hat sich deshalb der Carsharing-Verein Emsland gegründet. Schon ab heute (1. Dezember) ist das Vorhaben in die Tat umgesetzt. In Meppen geht es zunächst mit einem Auto los. Weitere Standorte sollen folgen, wenn das kleine Pilotprojekt Erfolg verspricht. Um keine teure Vernetzungstechnik im Auto installieren zu müssen, hilft man sich mit cleveren Ideen aus. Beispielsweise soll der Auto-Schlüssel in einem gesicherten Kasten in der Nähe des Stellplatzes bereitliegen. Wer das Auto wann nutzen kann, wird in einem geschlossenen Google-Kalender festgelegt über den auch die Buchung erfolgen kann. Wer Mitglied geworden ist, bekommt ein Passwort und kann sich das Fahrzeug für eine beliebige Zeit reservieren. Laut der Neuen Osnabrücker Zeitung besteht das Ziel darin, vor allem jungen Familien das zweite Auto zu sparen und sie dennoch flexibel zu halten.

Jeden Tag erreichen uns neue Meldungen von Carsharing-Projekten aus der ganzen Welt. Nicht nur Firmen und Start-ups mit dem Schwerpunkt Mobilität, auch Städte, Gemeinden und Privatpersonen stellen Fahrzeuge zum Teilen bereit. Mit dem Carsharing-Radar berichten wir regelmäßig über aktuelle Meldungen der Carsharing-Dienste und die neuen Projekte im In- und Ausland.

Euch ist ein neuer Carsharing-Anbieter aufgefallen, über den wir noch nicht berichtet haben oder ihr seid selbst Gründer eines Carsharing-Angebots? Mailt uns einfach eure News und Informationen an carsharingradar@mietwagen-news.de. Wir nehmen eure Meldungen gerne in unser Carsharing-Radar mit auf.

Kommentar verfassen