Carsharing-Radar 48|2014: Flinkster auf Erfolgskurs

+++ Das Carsharing der DB boomt +++ Strategie von DriveNow +++ Stadt Tuttlingen steigt ins Carsharing ein +++ Beispiel für E-Mobility in Nordhessen +++ Wie die Flotte von Spotcar vernetzt ist +++ Mit göttlichem Beistand: Hamburger Jesuiten nutzen Carsharing+++

Die aktuellen Carsharing-News aus dem In- und Ausland im Detail

Flinkster – Das Carsharing der DB boomt

Wir könnten diesen Satz fast jede Woche schrieben: Carsharing erlebt im Moment einen unheimlich Hype. Der Gedanke, kein eigenes Auto zu besitzen, reizt immer mehr Menschen. So auch die Kunden des Carsharing-Dienstes der Deutschen Bahn, Flinkster. Das ist eine echte Erfolgsstory des 13 Jahre alten Unternehmens. Vor allem, wenn aktuelle Zahlen zu Grunde gelegt werden. Wie die DB in einer Pressemitteilung berichtet, haben sich inzwischen mehr als 300.000 Kunden für den Dienst registriert. 2009 seien es gerade noch 100.000 Kunden gewesen. Die Zielgruppe ist klar abgesteckt Denn die „Heavy-User“ sollen laut Bahn aus der Gruppe der 19 – 39 jährigen stammen. Fast 60% von Ihnen hätten außerdem eine Bahncard und/oder einen Verbundfahrausweis im Monatsabo und nutzten daher bewusst eine flexible Mobilitätsform – nämlich zwischen Schiene und Straße zu wechseln.

Aktuelles zur Strategie von DriveNow

BMW verkauft seinen i3 wie geschnitten Brot. Laut techfieber.de sind bisher 13.000 der elektrisch betriebenen Leichtbau-Autos über die Tresen der Autohäuser gegangen. Die neue Strategie, den i3 im Schwerunkt auch online zu verkaufen, wurde nicht angenommen. Ganze drei Fahrzeuge seien über das Internet geordert worden. Deshalb setzt BMW online verstärkt auf Carsharing-Kunden. “Carsharing bringt uns Kunden, die vorher nie BMW gefahren sind, deshalb ist Carsharing eine gute Vorbereitung für einen eventuellen späteren Autokauf”, so Stefanie Wurst, Leiterin Marketing BMW Deutschland. Um nah am Kunden zu sein, werden ständig auch die Sinnhaftigkeit und die Ausdehnung der Geschäftsgebiete unter die Lupe genommen. Nachdem in Düsseldorf vor kurzem erst das Geschäftsgebiet  verkleinert wurde, packen Sixt und BMW für DriveNow in München einen Satelliten obendrauf. Im Drive-Now Blog ist zu lesen, dass Studenten der Bundeswehr Uni und der LMU an den Standorten Martinsried und Großhadern jetzt an den genannten Standorten ebenfalls ihre Mieten beenden können. Tabuzonen blieben weiterhin die Bereiche hinter dem Ostbahnhof und um dem Hauptbahnhof herum sowie einige Bereiche der Altstadt.

Tuttlingen will ins Carsharing einsteigen

Immer mehr Menschen sehen den Luxus eines eigenen Autos eher als Last denn als wirklichen Zugewinn. Entsprechend geht der Drang auch in weniger dicht bevölkerten Metropolen hin zum Carsharing. Die Donaustadt Tuttlingen strebt in Kooperation mit TeilAuto ein Carsharing-Projekt an. Mehrere Partner sind für das ambitionierte Vorhaben mit ins Boot gestiegen. Kreissparkasse und Landratsamt sponsern je einen Anteil der Preisgarantie von 500 Euro. Die Stadt selbst stellt einen bahnhofsnahen Parkplatz für das Auto und ein Büroraum samt Infrastruktur zur Verfügung. Ein Testlauf von einem Jahr wird eine Evaluierung mit sich bringen. Laut schwäbische.de möchte sich TeilAuto nach zwei Jahren entscheiden, ob sich der Standort Tuttlingen wirtschaftlich rechnen kann.

Nordhessen als E-Mobility Praxisbeispiel

Carsharing funktioniert im Augenblick vor allem in den Ballungsräumen wirtschaftlich rentabel. Anders sieht es in ländlichen Regionen aus. Hier liegt die Mietfrequenz zu niedrig um ein Elektroauto mit monetärem Gewinn zu platzieren. Außerdem ist die Fahr-Reichweite im Vergleich zu konventionellen Autos relativ stark eingeschränkt. Aus diesem Grund befürchten viele Menschen ein Liegenblieben ohne „Saft“. In Nordhessen wurden in den vergangenen vier Jahren sechs Mobilitätskonzepte erarbeitet und auch teilweise umgesetzt. Die Ergebnisse der Feldstudien liegen dem Online-Nchrichtenportal SEK-News jetzt vor. Der Fokus liegt dabei auf der Zielgruppe 55+ und bei Angeboten für touristisch-freizeitliche Aktivitäten. „Der internationale Austausch im Rahmen dieses hochkarätigen EU-Projekts trägt dazu bei, nordhessische Kompetenz und damit auch die der beteiligten Unternehmen in Europa bekannt zu machen. Davon profitiert auch Nordhessen“, kommentiert Regionalmanager Holger Schach das europäische Kooperationsprojekt. Insbesondere die Rentabilität der Projekte wurde untersucht und mit verschiedenen Parametern gesteuert um eine gute Auslastung zu erzielen.

Wie die Flotte von Spotcar vernetzt ist

AMV und Carzapp sind die Räder, die Spotcar antrieben. Das Carsharing-Projekt mit den quirligen Opel Adams rollt als neuestes Carsharing-Projekt durch die Straßen der Bundeshauptstadt. Laut car-it.com sind die ersten 100 Opel Adam inzwischen vom österreichischen Telematikprofi AMV und dem auf Carsharing spezialisierten Hard- und Softwarehersteller Carzapp ausgerüstet worden. Der CAN-Bus des Fahrzeugs liefert die Daten auf die das Zappkit von Carzapp zugreift.Damit einhergehend können die Autos mittels GPS und Telemetrie geöffnet und auch wieder verschlossen werden – entweder per Smartphone App oder mittels der Spotcar-Kundenkarte. Selbst Daten wie Kraftstofffüllstand, Lichtschalterposition oder Radio können abgerufen und entsprechend der Kundenwünsche im Auto an oder abgeschaltet werden. Die Daten, die bei jeder Miete übertrage n werden, sind verschlüsselt und nicht von außen abzufangen. Spotcar bietet demnach einen Service, den wir bisher auch von anderen Freefloating-Carsharing Diensten gewohnt sind. Ein Praxistest in Berlin steht bei uns noch auf dem Programm.

Hamburger Jesuiten setzen auf CiteeCar

Als erstes kirchliches Haus in Deutschland haben laut einem Bericht des Mobilitäts-Managers die Hamburger Jesuiten am Kleinen Michel ein Carsharing-Angebot auf die Räder gestellt.  „Für uns hier, mitten in der Stadt, lohnt sich Carsharing unbedingt – ökologisch und finanziell", so Pater Martin Löwenstein, der die Finanzen der Jesuiten in Hamburg unter seiner Fittiche hat. Dabei haben die Kirchenmänner nicht etwa ihr eigenes Carsharing gestartet sondern sich als sogenannter „Host“ bei CiteeCar beworben. Nun nutzen die acht Glaubensbrüder diverse Vorteile von CiteeCar und können bei Bedarf auf einen fahrbaren Untersatz zurückgreifen ohne die Kosten für ein eigenes Fahrzeug tragen zu müssen.

Jeden Tag erreichen uns neue Meldungen von Carsharing-Projekten aus der ganzen Welt. Nicht nur Firmen und Start-ups mit dem Schwerpunkt Mobilität, auch Städte, Gemeinden und Privatpersonen stellen Fahrzeuge zum Teilen bereit. Mit dem Carsharing-Radar berichten wir regelmäßig über aktuelle Meldungen der Carsharing-Dienste und die neuen Projekte im In- und Ausland.

Euch ist ein neuer Carsharing-Anbieter aufgefallen, über den wir noch nicht berichtet haben oder ihr seid selbst Gründer eines Carsharing-Angebots? Mailt uns einfach eure News und Informationen an carsharingradar@mietwagen-news.de. Wir nehmen eure Meldungen gerne in unser Carsharing-Radar mit auf.

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