Carsharing-Radar 45|2016: Was die Berliner bewegt

+++ Carsharing in Berlin von den „Großen Drei“ +++ Uber kooperiert mit GM +++ Lokal: Carsharing ist keine Fuhrpark-Alternative +++

Die aktuellen Carsharing-News kompakt gebündelt

Carsharing läuft in Berlin

Berlin – Die Bundeshauptstadt ist Trendsetter beim Carsharing. Keine andere europäische Stadt wuchs in den letzten Jahren so stark. Aus der Sicht von car2go sei Berlin die wichtigste Stadt. Nach Recherchen der Berliner Morgenpost legen die Berliner pro Tag mehr als 12 Millionen Wege zurück. Davon entfalle ein Prozent auf Carsharing, so Verkehrsexpertin der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Imke Steinmeyer. Einige Szenarien sprechen von einem Anteil des Carsharings am Gesamtverkehr von bis zu 35%. Dabei wird das sogenannte „Free Floating Carsharing“ das größte Stück vom Kuchen abbekommen. Schon jetzt gehen die Konzepte von DriveNow, car2go und Multicity am besten auf. Die Nutzerzahlen sprechen für sich – auch auf dem Gebiet des elektrischen Carsharings. Hier sind Multicity und DriveNow Vorreiter. Daimlers car2go bietet in Berlin noch keine Elektrofahrzeuge an. Mit der Einführung des Smart electric drive dürfte sich dieser Umstand schnell auflösen.

General Motors und Uber wollen gemeinsames Carsharing

Der Carsharinganbieter Maven von General Motors geht eine Kooperation mit dem Chauffeurdienst Uber ein. Wie soll diese Zusammenarbeit aussehen? Private Uber-Fahrer müssen nicht unbedingt ihren privaten PKW für die Durchführung der Fahrten nehmen. Alternativ können sie auf den Fuhrpark von Maven zurückgreifen. Hier laufen verschiedene Modelle von Chevrolet, u.a. das Fullsize-SUV Tahoe, die Limousine Malibu oder der Kleinewagen Spark. Das „Sharing for Riding“ ist zunächst als Testballon konzipiert. Nach 90 Tagen wird über die weitere Zusammenarbeit entschieden. Ungewöhnlich für aktiennotierte Unternehmen ist die weitere Kooperation mit einem Mitbewerber. GM hält Anteile am Uber-Konkurrenten Lyft im Wert vom 500 Millionen US-Doller, wie gruenderszene.com berichtet.

Gotha: Carsharing keine Alternative zum Fuhrpark

Gotha in Thüringen –  „Carsharing ist wirtschaftlich gesehen keine Alternative zur Nutzung des eigenen Fuhrparks, da unter anderem der Umgang mit Selbstbeteiligung an Schäden nicht geregelt ist“, erzählt Maik Märtin, Pressesprecher der Stadt Gotha, der Thüringer Allgemeinen Zeitung. Als schwierig erwies sich auch die Planbarkeit der Carsharingautos. Durch Reinigung oder Unfälle verspätet bereitgestellte Fahrzeuge führen zu Termindruck und Sorgenfalten bei den Mitarbeitern der Stadt. Aufgefallen ist der Stillstand der Carsharingautos durch eine Anfrage der Fraktion SPD/Bündnis 90 Die Grünen im Kreistag. Die Frage war, wann die Teil-Autos für Dienstfahrten gebraucht werden würden – bisher sind sie noch nicht einen Kilometer im Dienst der Stadt gefahren. „Der Nutzungsvertrag, der uns vorgelegt wurde, basiert auf dem bestehenden Geschäftsmodell und den allgemeinen Geschäftsbedingungen des Anbieters und wurde durch mehrere Änderungen durch die Kreis- und Stadtverwaltung präzisiert, um überhaupt einen Ansatz für die Verwaltung finden zu können. Im Ergebnis blieben aber aus Sicht der Verwaltung zu viele Probleme ungeklärt, die einen Vertragsabschluss noch nicht ermöglichten“ so Landrat Konrad Gießmann (CDU) gegenüber der Thüringer Allgemeinen Zeitung. Immerhin: Der Wille für umweltfreundliche Fortbewegung war da: Der Fuhrpark wurde zum Teil mit „alternativem Antrieben ausgestattet“.

Jeden Tag erreichen uns neue Meldungen von Carsharing-Projekten aus der ganzen Welt. Nicht nur Firmen und Start-ups mit dem Schwerpunkt Mobilität, auch Städte, Gemeinden und Privatpersonen stellen Fahrzeuge zum Teilen bereit. Mit dem Carsharing-Radar berichten wir regelmäßig über aktuelle Meldungen der Carsharing-Dienste und die neuen Projekte im In- und Ausland.

Euch ist ein neuer Carsharing-Anbieter aufgefallen, über den wir noch nicht berichtet haben oder ihr seid selbst Gründer eines Carsharing-Angebots? Mailt uns einfach eure News und Informationen an carsharingradar@mietwagen-news.de. Wir nehmen eure Meldungen gerne in unser Carsharing-Radar mit auf.

Bild: MietwagenNews

 

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