Carsharing-Radar 44|2015: DriveNow am Flughafen Schönefeld

+++ Berlin: DriveNow am Flughafen Schönefeld +++ Carsharing: Praxisleitfaden für Kommunen +++ 25 Jahre cambio Carsharing +++

Die aktuellen Carsharing-News aus dem In- und Ausland im Detail

Berlin: DriveNow am Flughafen Schönefeld

Die jüngere Geschichte der Berliner Flughäfen bietet Tragik für alle Realisten und Satire-Material für Menschen mit Humor. Meldungen wie „Chuck Norris hat die Bauleitung am BER übernommen. Neuer Eröffnungstermin: morgen vormittag.“ machen die Runde. Während der Hauptstadtflughafen in absehbarer Zeit nicht eröffnet werden kann, drängen sich die Passagiere am TXL und SXF umso dichter. Als Transfer bleiben Mietwagen, Busse (am SXF auch die Bahn), Taxen oder am TXL auch Carsharing, das dort bereits mehrere hundert Menschen wöchentlich nutzen. DriveNow bindet nun auch den Flughafen Schönefeld ein. Man erwarte insbesondere eine Zunahme des Geschfätsreiseverkehrs: „Wie schon am Flughafen Tegel bieten wir unseren Kunden daher nun auch für den Flughafen Schönefeld eine zusätzliche flexible und bequeme Mobilitätsmöglichkeit.“ sagt DriveNow Geschäftsführer Nico Gabriel. Die DriveNow Autos können gegen ein Service-Entgeld auf dem P2-Parkplatz abgestellt und angemietet werden. Für die Fahrt über die Stadtautobahn z.B. zur Friedrichsstraße benötigt man je nach Verkehrslage ca. 30 – 50 Minuten.

Carsharing: Praxisleitfaden für Kommunen

Die „WiMobil“-Studie möchte die Zusammenhänge im Carsharing erklären. Das geteilte Auto bietet Möglichkeiten, das Stadtbild der Zukunft zu formen. Ein Carsharing-Auto kann privat genutzte PKW ersetzen. Wertvoller Parkraum wird frei, die Umwelt entlastet und den Carsharing-Nutzern ergeben sich durch wegfallende Fixkosten neue finanzielle Spielräume, z.B. um steigende Wohnungsmieten abzufangen. Untersuchungen im Rahmen von „WiMobil“ zeigten, dass Carsharing sich als Wegbereiter für die Elektromobilität im Stadtverkehr entwickle. Carsharing würde von den Nutzern sehr gut angenommen. Um Kommunen die Organisation von Carsharing-Modellen zu vereifachen, wurde im Rahmen von „WiMobil“ ein Praxisleitfaden entwickelt, der Ergebnisse der Studie zusammenfasst und Formen des Carsharings erklärt. Gerade die Organisation von Parklizenzen, Stellplätzen und die Bereitstellung von Elektroladesäulen kann hier nachgelesen werden. Den großen Umfang des Praxisleitfadens werden in einer separaten News aufschlüsseln und ein Fazit ziehen.

25 Jahre cambio Carsharing

Es war im Herbst 1990: Zwei Vereine zum Teilen von Autos gründen sich in Aaachen („Stadtteilauto“) und in Bremen („Stadtauto“). Zehn Jahre später erfolgt ein weiterer Meilenstein. Der Zusammenschluss mit „STATTAUTO“ aus Köln bedeutet die Geburt von cambio-Carsharing. 2001 gelangt Bielefeld ins Portfolio, zwei Jahre darauf kommen Hamburg und Oldenburg hinzu. 2008 schreibt cambio dann auch in Berlin die Erfolgsgeschichte weiter. Doch nicht nur in Deutschland ist das Carsharing mit festen Stationen aktiv. Das „cambio-Land“ schlechthin ist Belgien mit 31 Standorten. Rund 72.000 Kunden teilen sich regelmäßig eines des insgesamt mehr als 2.000 Autos der cambio-Flotte. „Finanziell betrachtet, lohnt sich CarSharing für jeden, der weniger als 10.000 Kilometer im Jahr unterwegs ist“, erzählt Joachim Schwarz, Geschäftsführer der cambio-Gruppe gegenüber ökonews.at. Kunden schätzen an cambio den Komfort und das breite Angebot unterschiedlicher Fahrzeugtypen. Joachim Schwarz füht weiter aus: „Immer mehr Menschen nutzen CarSharing und mehr Kunden und mehr Autos befördern die Qualität des Angebots. Der Weg zum nächsten CarSharing-Auto wird so immer kürzer. Auf mittlere Sicht wird auch der Politik nichts anderes übrig bleiben, als die richtigen Weichen zu stellen: Das Dienstwagenprivileg wird fallen. Die Städte werden mutiger auf den Radverkehr setzen und die Bahn wird endlich den Deutschland-Takt einführen. All das führt dann dazu, dass sich noch mehr Stadtbewohner von ihrem Pkw trennen. Irgendwann kommt das CarSharing-Auto dann autonom beim Kunden vorgefahren. Ich bezweifle allerdings, dass Letzteres wirklich so schnell kommt, wie sich das einige ausmalen.“

 

Jeden Tag erreichen uns neue Meldungen von Carsharing-Projekten aus der ganzen Welt. Nicht nur Firmen und Start-ups mit dem Schwerpunkt Mobilität, auch Städte, Gemeinden und Privatpersonen stellen Fahrzeuge zum Teilen bereit. Mit dem Carsharing-Radar berichten wir regelmäßig über aktuelle Meldungen der Carsharing-Dienste und die neuen Projekte im In- und Ausland.

Euch ist ein neuer Carsharing-Anbieter aufgefallen, über den wir noch nicht berichtet haben oder ihr seid selbst Gründer eines Carsharing-Angebots? Mailt uns einfach eure News und Informationen an carsharingradar@mietwagen-news.de. Wir nehmen eure Meldungen gerne in unser Carsharing-Radar mit auf.

Bild: DriveNow

 

 

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