Carsharing-Radar 40|2015: Elektromobilität im Carsharing sinnvoll?

+++ DriveNow: Flottenerneuerung mit BMW i3, 2er ActiveTourer und Cabrio +++ Elektroautos im Carsharing wirklich sinnvoll? +++ Regional: Carsharing in Fürth und Kassel +++

Die aktuellen Carsharing-News aus dem In- und Ausland im Detail

DriveNow: Flottenerneuerung mit BMW i3, 2er ActiveTourer und Cabrio

DriveNow investiert im Augenblick massiv in seine Flotte – so jedenfalls macht es den Eindruck, wenn wir auf die aktuellen Entwicklungen schauen. In allen deutschen Städten fahren Ende September ca. 140 BMW 2er ActiveTourer, 100 weitere BMW 2er Cabrio werden sich noch dazu gesellen. BMW selbst wehrt sich vehement dagegen, den ActiveTourer als „Van“ zu bezeichnen. Aber genau das ist er. Ein praktischer Fünfsitzer mit hohem Aufbau, viel Platz im Innenraum und sparsamen Motoren. Das 2er Cabrio hingegen bedient die kälteresistente Spaßfraktion. Ob das Cabrio über die kommenden Herbst- und Wintermonate zum Offenfahren genutzt wird? Zumindest haben DriveNow-Kunden die Möglichkeit. Eine weitere gute Nachricht in der Flottenplanung lesen wir bei der wirtschaftswoche. In einem Artikel heißt es, DriveNow wolle bis Jahresende 300 weitere vollelektrische BMW i3 an den Start rollen. Doch nicht nur in der Wahl der Autos will DriveNow große Schritte machen, auch in der Auswahl der Kunden erhofft sich das Carsharing-Unternehmen Hilfe aus der Politik. Um Verkehrsrowdies gar nicht erst die Möglichkeit zu geben, DriveNow zu nutzen, will Geschäftsführer Nico Gabriel Einsicht ins Verkehrsregister des Kraftfahrtbundesamtes. So könne man vorbeugen, dass Fahrzeuge missbräuchlich verwendet werden, erläutert Gabriel gegenüber der wirtschaftswoche weiter. Im Sommer geriet DriveNow unglücklich in den Blickpunkt der Medien, nach dem zuvor in Köln ein illegales Straßenrennen mit Carsharing-Autos zum Tod eines Radfahrers geführt hatte.

Sind Elektroautos im Carsharing wirklich sinnvoll?

Lange Ladezeiten, geringe Reichweiten, hohe Anschaffungskosten, geringe Rentabilität ohne Fördergelder vom Staat: Nachteile, die Elektroautos für Carsharing uninteressant machen könnten. Zu dieser Ansicht könnte man gelangen, untersuchte man die Tauglichkeit von Elektroautos in Carsharing-Flotten. Doch wie der mutige Schritt einiger privatwirtschaftlicher Carsharing-Unternehmen zeigt, kann sich Elektromobilität im Alltag auch bei den Kunden durchsetzen. Car2go in Stuttgart und DriveNow beweisen, dass lange Standzeiten an den E-Ladesäulen keine Hemnis darstellen. Im Gegenteil: Laut DriveNow kommen BMW i3 und schon vorher das BMW 1er ActiveE-Coupé gut bei den Kunden an. Wie das verbrauchermagazin berichtet, sieht der Geschäftsführer des Bundesverbandes Carsharing e.V. Willi Loose jedoch Hindernisse in Sachen Elektromobilität. Der finanzielle Anreiz fehle den Kunden, es stellten sich keine Vorteile ein. Zwar gebe es viele Beispiele von E-Autos im Carsharingbetrieb. Jedoch könnten diese Zahlen bald wieder sinken, sollten Förderprogramme von Bund und Länder auslaufen.

Regional: Carsharing in Fürth und Kassel

Die Grünen wollen in Fürth mehr Carsharing – die Momentaufnahme zeigt, dass deutlich mehr Menschen ein Auto teilen würden, wäre das Angebot besser. Die Partei kritisiert in der nordbayerischen Zeitung, dass man Kommunen vergleichbarer Größe in Sachen Carsharing hinterher hinke. Lediglich vier Autos können derzeit von Privatpersonen und Mitarbeitern ausgeliehen werden. In einer Stadt mit 120.000 Einwohnern gebe es ein „Irrsinns-Potential“ von 40 bis 50 PKW glaubt Mathias Vondran, Geschäftsführer der Scooter Share Group GmbH. Das Hauptproblem sehe in der mangelnden Präsenz, es müssen Stellplätze gemietet werden, wo die Autos niemand wahrnehme. In Kassel sieht die Entwicklung des Carsharings ähnlich problematisch aus. Zwar gebe es einem Bericht des Hessisch Niedersächsischen Anzeigers nach immerhin 83 Carsharing-Autos. Das seien aber im Vergleich zu Ende 2014 gleich 14 Autos weniger. Dennoch sieht man Potential in Kassel. 400 Carsharing-Autos seien in Kassel möglich – das ginge aber nur mit Hilfe eines „Kümmerers“. Eine Expertenrunde, die alle vier-sechs Monate tagen könnte, soll das Problem angehen.

 

Jeden Tag erreichen uns neue Meldungen von Carsharing-Projekten aus der ganzen Welt. Nicht nur Firmen und Start-ups mit dem Schwerpunkt Mobilität, auch Städte, Gemeinden und Privatpersonen stellen Fahrzeuge zum Teilen bereit. Mit dem Carsharing-Radar berichten wir regelmäßig über aktuelle Meldungen der Carsharing-Dienste und die neuen

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Bild: DriveNow

 

 

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