Carsharing-Radar 39|2015: Warum Rollersharing das sinnvollere Carsharing ist

+++ scoo.me: Rollersharing als Alternative zum Carsharing +++ Statt car2go und DriveNow: Carsharing auf dem Land +++ Mehr online für mehr Elektromobilität +++

Die aktuellen Carsharing-News aus dem In- und Ausland im Detail

scoo.me: Rollersharing als Alternative zum Carsharing

Eigentlich macht Autofahren zur reinen Fortbewegung in einer Stadt wie München überhaupt keinen Sinn. Bis auf wenige Momente in der Nacht sind Straßen verstopft. Baustellen verlangsamen das Tempo, Ampeln schalten nur auf den Hauptverkehrswegen eine grüne Welle. Mit einem Roller sieht die Welt schon anders aus. Die Formel dahinter lautet: Je weniger Verkehrsfläche mein Fahrzeug einnimmt, desto schneller bewege ich mich durch die Straßen. Zwar ist das Vorbeimogeln an stehenden Autos weder gern gesehen noch erlaubt. Dennoch besteht die Möglichkeit. Mit scoo.me braucht man zum Rollerfahren in München noch nicht einmal einen eigenen Roller. Wie in Berlin (eMio) stehen die Vespas nach dem Freefloating-Prinzip an fast jeder Straßenecke. Mit einer App auf dem Smartphone wird die Zündung der Roller frei gegeben, das Helmfach geöffnet. Wer es eilig hat, kann so schnell losfahren. Praktisch: Die Kostendeckelung gewährleistet, dass pro Tag nie mehr als 29,- Euro zu bezahlen sind. Eine Kilometerbegrenzung gibt es dabei nicht. Die erste halbe Stunde kostet 3,60 Euro. Danach wird minutengenau zu einem Preis von 0,18 Euro abgerechnet. In den kommenden Monaten werden die Roller allerdings aus Bequemlichkeitsgründen wohl etwas hinter den geschützten und warmen Autos von car2go oder DriveNow zurückstecken. Oder unterschätzen wir hier die frost-erprobten Rollerfahrer?

Statt car2go und DriveNow: Carsharing auf dem Land

Wer auf dem Land wohnt, ist eigentlich auf ein Auto angewiesen. Diese neumoderne „Carsharing“ bleibt in kleinen Städten und Dörfern eine Randerscheinung. Von Freefloating-Lösungen à la car2go und DriveNow träumen kleine Gemeinden nur. Dieses Modell ist in weniger dicht besiedelten Gebieten einfach nicht rentabel, die Unternehmen würden innerhalb kürzester Zeit wegen zu geringer Auslastung wieder vom Markt verschwinden. Was allerdings sehr wohl funktionieren kann ist eine Lösung mit festen Parkplätzen für die Carsharing-Autos. Menschen, die fußläufig wohnen, können somit komplett auf ein eigenes Auto verzichten. Wer weiter weg lebt, kommt zumindest mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu den Parkplätzen der Anbieter, die sich oft in Bahnhofs- oder Zentrumsnähe etablieren. Vorteile bieten sich vor allem bei Familien mit regelmäßiger aber kurzer Zweitwagennutzung. Wenn z.B. die Kinder zum Fußballtraining müssen oder der wöchentliche Großeinkauf nach Hause transportiert werden will. Ein eigenes Auto zu unterhalten macht bei diesem Nutzungsprofil wenig Sinn. Mit dem Umstieg aufs Carsharing entfallen Fixkosten wie Versicherung, Steuern, Reifen- oder Ölwechsel. Die einzige Einschränkung liegt darin, die eigne Bequemlichkeit etwas zurück zu fahren.

Mehr online für mehr Elektromobilität

Die Elektromobilität der Neuzeit steckt noch in den Kinderschuhen. Kaum ein Privatkunde entscheidet sich bewusst gegen einen Verbrenner. Zu groß scheinen die Einschränkungen hinsichtlich der Reichweite. Jetzt liegt es an den Unternehmen, mit gutem Beispiel voranzugehen. Doch in der Buchhaltung zählt nur die Wirtschaftlichkeit. Ein Elektroauto darf kein Luxus sein, es muss sich lohnen. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat sich dieser Sache angenommen und ein Online-Tool entwickelt, mit dem die Rentabilität einer Flotte mit Elektroautos überprüft werden kann. Ein wichtiger Faktor ist dabei die vielfältige Nutzung jedes einzelnen Autos. Je mehr Menschen sich ein Auto teilen, desto wirtschaftlicher wird es. Laut emobilserver.de geht das Tool der DLR sogar soweit, in die Berechnung der Kosten Faktoren wie Zeitersparnisse durch Nutzung von Busspuren und separaten Parkplätzen für Carsharing-Autos einfließen zu lassen. „Im Vergleich zu anderen Angeboten ermöglicht unser Programm eine sehr detaillierte Auswertung. Gleichzeitig sind die zugrunde gelegten Annahmen für den Nutzer transparent und individuell anpassbar“ erläutert Dr. Christoph Schimeczek, der das Projekt beim DLR in Stuttgart hauptverantwortlich betreut.

 

Jeden Tag erreichen uns neue Meldungen von Carsharing-Projekten aus der ganzen Welt. Nicht nur Firmen und Start-ups mit dem Schwerpunkt Mobilität, auch Städte, Gemeinden und Privatpersonen stellen Fahrzeuge zum Teilen bereit. Mit dem Carsharing-Radar berichten wir regelmäßig über aktuelle Meldungen der Carsharing-Dienste und die neuen Projekte im In- und Ausland.

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Bild: scoo.me

 

 

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