Carsharing-Radar 37|2015: Vergleich – car2go vs. DriveNow

+++ Die FAZ vergleicht car2go und DriveNow +++ Regional: Stadtauto in Unterschließheim +++ Regional: Mit Roller und Carsharing in Zwickau mobil +++ Amag steigt als Autoimporteur ins Carsharing ein +++

Die aktuellen Carsharing-News aus dem In- und Ausland im Detail

Die FAZ vergleicht car2go und DriveNow

Es gab Zeiten, in denen waren Pendler ohne eigenes Auto geradezu aufgeschmissen. Doch mit dem breiten Einzug von Carsharing in deutsche Metropolen änderte sich das Verhältnis zum Auto grundlegend. Nie war Autofahren einfacher, nie zuvor konnte man so einfach für so kurze Zeiträume Fahrzeuge ausleihen. DriveNow und car2go haben beim Thema Carsharing eine Sonderstellung inne. Mit finanzstarken Partnern im Hintergrund haben sie es geschafft, große Flotten in den Innenstädten zu etablieren. Als Grundkonzept sehen sie für ihre Kunden vor, jedes verfügbare Auto anmieten zu können. Innerhalb des jeweiligen Geschäftsgebietes kann es wie jeder Privat-PKW fast überall wieder abgestellt werden. Die FAZ verglich beide Anbieter und stellte neben offensichtlicher Unterschiede auch hohe Übereinstimmungen fest. Das Blatt zitiert eine Studie, nach der die Autos von DriveNow im Schnitt etwas öfter unterwegs sind als die Smarts von car2go. DriveNow hat in der Gunst der Kunden die Nase vorn. Das liegt zum einen an der „dezenten“ Farbgebung der Mini und BMW. Andererseits aber auch an der hochwertigen Ausstattung und dem erhöhten Platzangebot gegenüber den zweisitzigen Smarts. Die wiederum eignen sich besser, in den viel befahrenen Szenevierteln schnell einen Parkplatz zu finden. Beide Anbieter investieren in alternative Antriebe. Voll elektrische Fahrzeuge sind sowohl bei car2go als auch DriveNow zu finden. Die FAZ stellt außerdem fest, dass DriveNow etwas teurer als car2go sei. Mit der Buchung von Minutenpaketen für Vielfahrer relativiert sich dieser Preisvorteil jedoch schnell wieder.

Regional: Stadtteilauto in Unterschließheim

Auch im Kleinen kann viel bewirkt werden. Statt wie in großen Metropolen mit hunderten Autos stellt der Verein Stadtteilauto in Ober- und Unterschließheim lediglich eine handvoll Autos dem Carsharing zur Verfügung. Aber, und darauf sei man stolz, das Konzept komme bei den Leuten an. Die Vorsitzende des Carsharingverein Frau Schedlbauer sagt gegenüber der Süddeutschen Zeitung, dass man eine breite Palette bieten und alle Wünsche erfüllen wolle. 2008 schaffte der Verein für die grundlegende Mobilität einen Toyota Yaris an der inzwischen gegen ein neues Exemplar ersetzt wurde. Ergänzt wurde die kleine Flotte durch einen Kombi und einen familientauglichen Siebensitzer. Einen nicht zu verachtenden Anteil der Kunden liefert die Kooperation mit der Deutschen Bahn. 20-30% der Kunden seien laut Schedlbauer von Flinkster. In Ober- und Unterschließheim wird das Angebot gut angenommen. Teilweise sind die Autos häufiger gefragt als tatsächlich verfügbar. Als kleiner Verein könne man sich aber flexibel anpassen und die Nachfrage genau beobachten.

Regional: Mit Roller und Carsharing in Zwickau mobil

In Zwickau fiel der Startschuss für das erste Carsharing-Angebot in West-Sachsen. Zunächst als Mietwagenfirma gestartet, haben die Gründer mittlwerweile neue Geschäftsfelder erschlossen. Mit rund 12 Hybrid- und Elektrofahrzeugen (insgesamt 25 Carsharing-Autos) stellt Futuremobiliy („FM“) ein breites Angebot für Carsharingkunden. Ja nach Fahrzeugtyp werden pro Stunde zwischen 2,50 € und 5,00 € fällig. Wie bei den großen Anbietern üblich, inkludiert auch FM Tankkosten und Versicherungen in den Mietpreis. Als besonderen Service können Kunden die Autos auch bis vor die Haustür bestellen. Gegen eine Zusatzgebühr bringt und holt ein Fahrer die Autos. Laut Internetportal mopo24.de zählt FM bereits 1.000 Kunden. E-Bikes und E-Roller werden bald zum Angebot gehören.

Wirtschaft: Autoimporteur Amag steigt ins Carsharinggeschäft ein

Das eigentliche Geschäftsfeld von Autoimporteur Amag hat wenig mit Carsharing zu tun. Autos kaufen und verkaufen lautete bisher die Devise. Jetzt will das Unternehmen in neue Business Cases investieren. Der Einstieg bei „Sharoo“ liegt laut blick.ch bei einem Invest von einem „niedrigen zweistelligen Millionenbetrag“. Sharoo ist eine Schweizer Anbieter, der ein ähnliches Konzept wie CarUnity von Opel verfolgt. Dabei können Privatpersonen ihr Auto auf der Internetplattform anderen Fahrern zur Verfügung stellen. Versicherung, Abrechnung und Vermittlung übernimmt dabei der Anbieter, der Schlüsselaustausch und die Fahrzeugübergabe erfolgen beim Fahrzeughalter. Für Amag ergeben sich mit der Beteiligung an Sharoo langfristige Möglichkeiten abseits des Autohandels. Die Anzahl der Fahrzeuge lauf sharoo.com ließe sich mit Hilfe von Amag erhöhen, in dem die „Occasionsflotte“ mit eingebracht würde. Im Augenblick seien rund 700 Autos buchbar, rund 15.000 Mitglieder für den Dienst registriert.

Jeden Tag erreichen uns neue Meldungen von Carsharing-Projekten aus der ganzen Welt. Nicht nur Firmen und Start-ups mit dem Schwerpunkt Mobilität, auch Städte, Gemeinden und Privatpersonen stellen Fahrzeuge zum Teilen bereit. Mit dem Carsharing-Radar berichten wir regelmäßig über aktuelle Meldungen der Carsharing-Dienste und die neuen Projekte im In- und Ausland.

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Bild: Daimler

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