Carsharing-Radar 33|2015: Igitt im Carsharingauto

+++ Hoher Verschmutzungsgrad von Carsharingautos +++ Berliner Startups können für 5 Tage Elektroauto fahren +++ Oldenburg: Cambio verdreifacht das Angebot +++

Die aktuellen Carsharing-News aus dem In- und Ausland im Detail

Hoher Verschmutzungsgrad von Carsharingautos

Als regelmäßige Carsharing-Nutzer haben wir es schon oft erlebt: Zigarettengeruch, Überreste von Pizza, Döner oder Currywurst und Erbrochenes unterm Beifahrersitz. Durch die häufig wechselnden Fahrer und Fahrerinnen werden die Innenräume der Autos im Carsharing-Alltag auf eine harte Probe gestellt. Die AutoBild untersuchte in der Ausgabe 32/2015 unterm Mikroskop die Schmutzbelastungen in einigen Smarts von car2go. Das Ergebnis lässt einem die Nase rümpfen: Coli-Bakterien auf dem Lenkrad, Schimmelpilze auf den Fußmatten und zahlreiche Bakterienarten tummeln sich auf dem Armaturenbrett – Die Vielfalt der Verunreinigungen gleiche einer Schuhsohle, so der Experte der AutoBild. Über 130 verschiedene Bakterienstämme haben die Messinstrumente ermitteln können. Wer sich ein Auto mit anderen Menschen teilt, setzt sich zwangsläufig den Keimen anderer Nutzer aus – allerdings ist die Kontamination nicht lebensbedrohlich. Menschen mit gesundem Immunsystem merken nichts vom Mikrokosmos im Carsharingauto. In den Verkehrsmitteln der Öffentlichen wird es sicher nicht anders aussehen.

Berliner Startups können für 5 Tage Elektroauto fahren

Als Berliner Startup hat man es nicht leicht: Der Wettbewerb mit anderen Jungunternehmern spornt an, kostet aber jede Menge Kraft und vor allem Budget. Für Transportaufgaben müssen oft Mietwagen oder Carsharingautos her, für den Firmenwagen fehlt noch das Geld. Nissan hat diese Lücke erkannt und stellt bei erfolgreicher Bewerbung für bis zu fünf Tage ein Elektroauto zur Verfügung. Das Besondere: Nicht nur die Miete ist kostenlos, auch der Strom an den mehr als 300 Ladesäulen kann frei gezapft werden. Seit heute besteht die Möglichkeit, sich bei Nissan in Berlin für das Programm namens „Business-Angels“ anzumelden. Nissan handelt natürlich nicht ganz uneigennützig. Mit der Aktion will der Autohersteller künftige Geschäftskunden von der praktischen Seite seiner E-Autos überzeugen. Denn vielleicht wird aus dem Startup doch irgendwann ein florierendes Unternehmen mit Bedarf für zahlreiche Elektroautos.

Cambio verdreifacht das Angebot in Oldenburg

Oldenburg wird für Cambio zur Carsharing-Hauptstadt: Seit 2003 hat sich die Kundschaft versechsfacht, die Flotte wird im Augenblick wegen der starken Nachfrage kräftig aufgestockt. Dreimal so viele Autos wie heute sollen den Oldenburgern in Zukunft zur Verfügung stehen. Besonders junge Leute greifen auf das bequeme Angebot zurück, kein Auto besitzen zu müssen, aber immer eines ausleihen zu können. 13 Parkplätze gebe es laut einem Bericht der Osnabrücker Zeitung inzwischen in der Stadt. Fußläufig ist im Zentrum also fast immer ein Auto zu erreichen. Die Ladenbesitzer geben sich allerdings wenig erfreut. Die neu geschaffenen Exklusiv-Stellplätze für die Carsharing-Autos würden Kunden vertreiben. Doch Carsharing startet durch – auch in Bremen wächst der Kundenstamm. Denn inzwischen spricht sich langsam herum, dass die Fixkosten eines eigenen Autos für kurze Strecken in der Innenstadt zu hoch im Vergleich zum Nutzen sind. Wer zwischen 60 und 250 Kilometer im Monat fährt, sollte sich das Preismodell von Cambio näher ansehen. Hier kommt man bei einer Fahrleistung von 240 Kilometer im Monat auf ca. 116 Euro Nutzungsgebühr – der Unterhalt eines vergleichbaren Privat-PKW würde deutlich darüber liegen.

 

Jeden Tag erreichen uns neue Meldungen von Carsharing-Projekten aus der ganzen Welt. Nicht nur Firmen und Start-ups mit dem Schwerpunkt Mobilität, auch Städte, Gemeinden und Privatpersonen stellen Fahrzeuge zum Teilen bereit. Mit dem Carsharing-Radar berichten wir regelmäßig über aktuelle Meldungen der Carsharing-Dienste und die neuen Projekte im In- und Ausland.

Euch ist ein neuer Carsharing-Anbieter aufgefallen, über den wir noch nicht berichtet haben oder ihr seid selbst Gründer eines Carsharing-Angebots? Mailt uns einfach eure News und Informationen an carsharingradar@mietwagen-news.de. Wir nehmen eure Meldungen gerne in unser Carsharing-Radar mit auf.

Bild: Daimler

 

 

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