Carsharing-Radar 31|2015: E-Mobility Spezial

+++ Elektroautos auf dem Land keine Carsharing-Alternative? +++ Lübecker teilen Stromautos +++ Ruhr Auto flottet mehr Elektroautos ein +++

Die aktuellen Carsharing-News aus dem In- und Ausland im Detail

Elektroautos auf dem Land keine Alternative?

Eigentlich stellt sich die Frage gar nicht: Carsharing zielt auf Kurzstrecken-Nutzung ab. Elektroautos bieten dafür das optimale Kosten-/Nutzenverhältnis. Rund 130 Kilometer weit kommen die aktuellen Modelle bei normaler Fahrweise. Die Standzeiten dürften allerorten ausreichen, die Akkus nach jedem Kunden wieder an die 100%-Grenze aufzuladen. Soweit die Theorie. Doch die Praxis stellt die Carsharing-Anbieter oft vor ganz ursächliche Problem. Speziell das unzureichend ausgebaute Ladesäulennetz steht einer weiten Verbreitung von E-Autos im Weg. In Berlin hat man diesen Mangel laut einem Bericht von mein-elektroauto.com inzwischen erkannt. 400 weitere Stromtankstellen sollen zu den bisherigen dazukommen. Steigt der Bedarf, soll unverzüglich weiter ausgebaut werden. Unter den neuen Ladesäulen befinden sich auch 20 mit Schnellladefunktion. Hier können E-Autos je nach Modell bereits nach einer Ladezeit von 20 Minuten bis zu 80% ihrer Akkukapazität wieder auffüllen. Auf dem Land ist ein Free-Floating Carsharing wie im Falle von DriveNow oder car2go praktisch nicht umsetzbar. Zu weit würden die Wege, zu wenige Nutzer verteilten sich auf ein Auto. Stationäres Carsharing muss daher die Mobilitätslücken schließen, die ein rückläufiger Öffentlicher Nahverkehr hinterlässt. In Trossingen geht man genau diesen Weg. Eine Initiative namens „e-go“ soll helfen Unternehmen zu erreichen, die nur schlecht an den ÖNPV angeschlossen sind. An drei Standorten (Theresienplatz; Rottweil Kernstadt und Gashaus Krone) wird es Ladestationen und Elektroautos geben. Laut unternehmen-heute.de sieht das Konzept vor, dass alle Dienstleistungen, also Automiete und Ladestrom, aus einer Hand kommen.

Lübecker teilen Stromautos

Die Lübecker Autohaus-Kette Olympic bietet in Zusammenarbeit mit dem Carsharing-Dienstleister Statt-Auto künftig Elektroautos für die Kurzzeitmiete an. Nissan Leaf und Renault ZOE stehen strominteressierten Kunden zur Verfügung. Es werden allerdings auch konventionell angetriebene Modelle angeboten. So steht für jeden Anlass das passende Auto zur Verfügung. Selbst Transporter können an den Stationen abgeholt werden. Die Fahrzeuge können über die Internetseite oder übers Telefon gebucht werden. Die Mindestmietdauer beträgt eine halbe Stunde. Die Schlüssel zu den Autos liegen an der jeweiligen Station bereit. Statt-Auto ist eine stationärer Carsharer, die Autos müssen folglich immer zum Anmietort zurückgebracht werden. Dafür stehen reservierte Parkflächen zur Verfügung.

Ruhr Auto flottet mehr Elektroautos ein

Auf leisen Reifen umweltschonend durchs Ruhrgebiet stromern – die Zukunft ist auch in Oberhausen angekommen. Ruhr Auto plant die Einflottung von mehr Elektroautos. Momentan laufen Gespräche zwischen der Betreiberfirma Drive Carsharing GmbH, der Stadtverwaltung und dem Energieversorger EVO. Nur drei Elektroautos gibt es im Moment. „Weitere Fahrzeuge werden folgen“, bestätigt Geschäftsführer Andreas Allebrod auf Nachfrage von derwesten.de. „Wir planen, das Angebot schrittweise auszubauen“, es ginge um große Investitionen. Das Angebot werde vor allem von Firmen genutzt. Doch der Anteil privater Anmietungen steige – im Vergleich zu Nachbarstädten wie Bottrop oder Duisburg sogar deutlich.

Jeden Tag erreichen uns neue Meldungen von Carsharing-Projekten aus der ganzen Welt. Nicht nur Firmen und Start-ups mit dem Schwerpunkt Mobilität, auch Städte, Gemeinden und Privatpersonen stellen Fahrzeuge zum Teilen bereit. Mit dem Carsharing-Radar berichten wir regelmäßig über aktuelle Meldungen der Carsharing-Dienste und die neuen Projekte im In- und Ausland.

Euch ist ein neuer Carsharing-Anbieter aufgefallen, über den wir noch nicht berichtet haben oder ihr seid selbst Gründer eines Carsharing-Angebots? Mailt uns einfach eure News und Informationen an carsharingradar@mietwagen-news.de. Wir nehmen eure Meldungen gerne in unser Carsharing-Radar mit auf.

Bild: Renault

 

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