Carsharing-Radar 28|2016: DriveNow startet in Brüssel und arbeitet an der Software

+++ DriveNow: Start in Brüssel und Aktualisierung der Software +++ Carsharing wächst zu schnell für die Politik +++

Die aktuellen Carsharing-News kompakt gebündelt

DriveNow: Start in Brüssel und Fehlerbehebung

Brüssel – Wer derzeit mit DriveNow unterwegs ist, muss sich stellenweise in Geduld üben. Sehr lange dauert es, bis nach dem Aufschließen eines Mini oder BMW der neusten Generation der Startbildschirm zu sehen ist. Da sitzt du schon mal bis zu zwei Minuten im Auto und drückst sämtliche Schalter, bis der Bildschirm zum Leben erwacht – was er auch ohne wildes Knopfdrücken irgendwann machen würde. Bei DriveNow ist man sich dem Problem bewusst. Man arbeite dran, versicherte eine Sprecherin. Ob es dieses unschöne Phänomen auch in der neuen DriveNow-Stadt Brüssel gibt, wissen wir nicht. Zunächst sind hier 150 BMW 1er, 2er ActiveTourer und Mini 3-Türer unterwegs. Demnächst soll die Flotte auf 300 Autos ausgebaut werden. Ob dann auch wieder der elektrische BMW i3 dabei ist, steht noch nicht fest. Wer in Brüssel DriveNow nutzt, zahlt für alle Autos 33 Cent je Minute und 19 Cent für jede Parkminute. DriveNow ist der erste Carsharing-Anbieter in der Europa-Hauptstadt überhaupt. Die Autos können im festgelegten Geschäftsgebiet angemietet und überall dort auch wieder abgestellt werden.

Überholtes Denken: Carsharing zu schnell für Politik

München – wie Carsharing funktioniert, ist offenbar nach wie vor nicht bei allen Menschen angekommen. Besonders in der Ebene der öffentlichen Entscheider gibt es scheinbar einigen Nachholbedarf. Denn einem Artikel der Süddeutschen Zeitung nach wächst Carsharing zu schnell für die Politik. Ein Carsharinggesetz gibt es zwar, Städte und Gemeinden machen aber kaum bis wenig davon Gebrauch. Ladesäulen für elektrische Carsharingautos werden mit unterschiedlichen Standards privater Unternehmen gebaut – wenn sie denn überhaupt geplant und aufgestellt werden. Die Ladesäulenproblematik scheint immer noch ein Kraftakt zu sein, der nach Erfolg, also nach dem Einrichten von z.B. vier Straßenlaternen im Rahmen eines Pilotprojektes, ausgiebig gefeiert wird. Für die flächendeckende Verbreitung von Elektroautos, die für Carsharing besonders geeignet sind, sind aber punktuell errichtete Ladesäulen nicht zielführend. Auch ein Problem: Die Parkplatzsuche. Wer nach einer Fahrt mit dem Carsharing-Auto genauso lange einen Stellplatz sucht, wie er für die Fahrt gebraucht hat, führt das Konzept ad absurdum. Spezielle Stellplätze in hoch frequentierten Gegenden würden das Problem lindern. Die Nutzung von Busspuren die Fahrten erheblich verkürzen und so noch mehr Menschen von der Sinnhaftigkeit des Carsharings überzeugen.

Jeden Tag erreichen uns neue Meldungen von Carsharing-Projekten aus der ganzen Welt. Nicht nur Firmen und Start-ups mit dem Schwerpunkt Mobilität, auch Städte, Gemeinden und Privatpersonen stellen Fahrzeuge zum Teilen bereit. Mit dem Carsharing-Radar berichten wir regelmäßig über aktuelle Meldungen der Carsharing-Dienste und die neuen Projekte im In- und Ausland.

Euch ist ein neuer Carsharing-Anbieter aufgefallen, über den wir noch nicht berichtet haben oder ihr seid selbst Gründer eines Carsharing-Angebots? Mailt uns einfach eure News und Informationen an carsharingradar@mietwagen-news.de. Wir nehmen eure Meldungen gerne in unser Carsharing-Radar mit auf.

Bild: DriveNow

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