Carsharing-Radar 24|2016: 5 Jahre DriveNow und Überbewertung von Uber

+++ DriveNow feiert seinen fünften Geburtstag +++ Uber wird mit 60 Milliarden Dollar bewertet +++ Nobel-Carsharing mit Tesla Model S in der Schweiz +++

Die aktuellen Carsharing-News kompakt gebündelt

Fünf Jahre DriveNow – Carsharing mit Erfolg

München – Wahnsinn, was aus DriveNow inzwischen geworden ist. Fünf Jahre sind ins Land gegangen, seit das Joint Venture von BMW und der Autovermietung Sixt in München startete. Nur eine Hand voll Autos, jede Menge Überzeugungsarbeit in der Politik und technische Hürden – die Anfangszeit war gespickt mit Versuchen. Doch die stellten sich bald als Erfolg heraus. Inzwischen gibt DriveNow an, profitabel zu sein – in welchem Umfang bleibt offen. Aber da Daimler bald das Geschäftsmodell auf die Vielfalt der Flotte von DriveNow umstellt, scheint das Konzept aufzugehen. Entlastende Effekte für den Stadtverkehr konnte Carsharing als Phänomen insgesamt stärken – hier sind die größeren Carsharingunternehmer in einem Boot und werden nicht müde zu betonen, wie viele Privat-PKW und Parkplätze durch geteilte Autos frei werden. Überall, wo DriveNow in Deutschland vertreten ist, sollen bereits 5.700 Autos abgemeldet worden sein. Eine beeindruckende Zahl, die jetzt in Brüssel wiederholt werden soll. Hier wird der zehnte Standort eröffnet. Gut: DriveNow beschäftigt mittlerweile mehr als 100 Mitarbeiter, Tendenz steigend.

Uber mit 60 Milliarden völlig überbewertet

NewYork – an der WallStreet wird der Wert des Fahrdienstleisters Uber mit mehr als 60 Milliarden Dollar taxiert. Eine Unsumme für ein Unternehmen, das kaum Sachwerte oder andere zählbare Werte geschaffen hat. Uber ist stark im Einsammeln von Kapital. So auch jüngst für den Launch von Uber-Pool. Hier sollen Fahrgemeinschaften gebildet werden, damit die selbstständigen Uber-Fahrer ihre Wege effizienter gestalten können um noch mehr Fahrminuten pro Wegstrecke abrechnen zu können – natürlich nur zum guten Zweck, wie Uber-Chef Travis Kalanick gegenüber dem Wallstreet-Journal betont: „Wenn wir alle leeren Sitze ausfüllen, können wir unsere Autobahn-Straßen leerer machen und die Kosten für Fahrgäste senken.“ Vielleicht ist das eine Maßnahme, die horrenden Verlust-Zahlen der vergangenen Jahre etwas weniger rot erscheinen zu lassen. Noch 2015 berichtete Bloomberg unter Berufung auf interne Quellen, dass Uber mit 470 Millionen Dollar mehr Verlust als Umsatz mache.

Carsharing mit Tesla Model S

Zürich/Ahrgau – Sie werden den Kunden lautlos bis vor die Tür geliefert und dann können die damit sogar so viel fahren, wie sie wollen. Und so weit die Akkus und Supercharger sie bringen. Die Rede ist von Blitzcar – dem Carsharingprojekt von Matthias Rauh und Marten van Klooster. Sie möchten auf der Erfolgswelle der Elektrolimousine aus den USA mitreiten. Ihr Ziel: Bis zum Jahr 2020 sollen 200 Miet-Tesla in der ganzen Schweiz unterwegs und an jeder Adresse verfügbar sein. Zunächst wird mit fünf Model S in und um Zürich gestartet. Noch kümmern sich die Chefs laut einem Bericht von blick.ch noch selbst um Logistik und Kundenübergabe. Doch das junge Unternehmen soll schnell wachsen. Das Vergnügen, einen Tesla zu fahren, ist übrigens nicht ganz günstig: Pro Tag veranschlagt Blitzcar rund 331 Franken (ca. 305 Euro).

 

Jeden Tag erreichen uns neue Meldungen von Carsharing-Projekten aus der ganzen Welt. Nicht nur Firmen und Start-ups mit dem Schwerpunkt Mobilität, auch Städte, Gemeinden und Privatpersonen stellen Fahrzeuge zum Teilen bereit. Mit dem Carsharing-Radar berichten wir regelmäßig über aktuelle Meldungen der Carsharing-Dienste und die neuen Projekte im In- und Ausland.

Euch ist ein neuer Carsharing-Anbieter aufgefallen, über den wir noch nicht berichtet haben oder ihr seid selbst Gründer eines Carsharing-Angebots? Mailt uns einfach eure News und Informationen an carsharingradar@mietwagen-news.de. Wir nehmen eure Meldungen gerne in unser Carsharing-Radar mit auf.

Bild: DriveNow

 

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