Carsharing-Radar 24|2015: Carsharing macht Lust auf die automobile Zukunft

+++ Süddeutsche Zeitung: Die neue Lust aufs Teilen +++ Gießen: Autofahren ohne Verantwortung fürs Eigentum +++ Ein E-Auto für bis zu 25 Nutzer +++

Die aktuellen Carsharing-News aus dem In- und Ausland im Detail

Die neue Lust aufs Teilen

Carsharing hat zuletzt immer wieder unter heftiger Kritik gestanden. DriveNow und car2go sahen sich sogar gezwungen, ihren Standpunkt gemeinsam klar zu stellen. Trotz Wachstumszahlen und der Eroberung weiterer Standorte sieht eine TÜV-Studie das Carsharing als Nischenprodukt. Demnach hat das Modell „Eigenes Auto“ noch lange nicht ausgedient. Unter gewissen Gesichtspunkten stimmt das auch – auf dem Land ohne Carsharingangebot fällt es schwer, aufs eigene Auto zu verzichten. In Carsharing-Metropolen wie z.B. Berlin oder Hamburg hat sich das Angebot mittlerweile so aufgefächert, dass verschiedene Modelle des Carsharings, des Öffentlichen Nahverkehrs, Mietwagenangebote und Fahrradverleihe ineinandergreifen. Laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung steigt die Anzahl derjenigen, die sich Autos teilen, kontinuierlich. 1999 kaufte sich noch jeder siebte Mensch der Altersgruppe zwischen 18-29 Jahren einen eigenen Neuwagen, 2013 geht diesen schwerwiegenden finanziellen Schritt nur jeder fünfzehnte. Obwohl das Opel-Carsharing spotcar in Berlin zu Beginn diesen Monats gescheitert ist, gilt Berlin nach wie vor als Carsharing-Hauptstadt Deutschlands. Über 2.000 Autos können insgesamt per App oder Internet reserviert und gefahren werden.

Autofahren ohne Verantwortung fürs Eigentum

Auch in Gießen springt man inzwischen auf den Carsharing-Zug auf. Die Preisgestaltung für ein Auto auf (sehr kurze) Zeit kann natürlich auf Dauer nicht mit dem Privat-PKW mithalten. Der Vorteil liegt allerdings auf der Kostenseite, vor allem in der bedarfsgerechten Bezahlung nach Aufwand. Der Gießener Anzeiger schreibt in seiner Online-Ausgabe über das Unternehmen „einfach mobil Carsharing“. 400 Kunden sind beim Dienst registriert. „Es steht immer ein Auto zur Verfügung“, erzählt die Gießenerin. Seit 1992 teile sie sich ein Auto mit anderen und mache aktuell zwischen zwei und sechs Mal im Monat davon Gebrauch. Die Vorteile liegen auf der Hand: keine Wartungskosten, keine Benzinkosten, keine Fixkosten für Stellplätze. All diese Nebenkosten sind in der Regel im Kilometer- und Zeitpreis enthalten.

Ein Elektroauto für bis zu 25 Nutzer

Die Zielgruppe ist klar, groß genug und bereit, auf ein eigenes Auto zu verzichten – so lautet das Credo aus dem Bericht des Internetportal NÖN.at – In Horn existiert derzeit ein Carsharing-Projekt mit einer geschlossenen Nutzgruppe. Ein Elektroauto des Typs Renault ZOE steht den Mitgliedern des Carsharing-Vereins in Horn zur Verfügung. „Familien, die es als Zweitauto nutzen wollen, Wenigfahrer, die kein eigenes Fahrzeug anschaffen wollen und sich die Erhaltungskosten sparen, Jugendliche, die sich kein eigenes Auto leisten können oder wollen und trotzdem mobil sein möchten, und nicht zuletzt solche, die aus einem Umweltbewusstsein heraus mit einem Elektroauto fahren wollen“, so Umweltgemeinderat Wolfgang Welser. Die Kosten für die Nutzung des agilen Elektroautos betragen pro Stunde 50 Cent und pro gefahrenen Kilometer 15 Cent. Mit den Einnahmen werden die Unterhaltskosten für das gemeinsame Auto beglichen.

 

Jeden Tag erreichen uns neue Meldungen von Carsharing-Projekten aus der ganzen Welt. Nicht nur Firmen und Start-ups mit dem Schwerpunkt Mobilität, auch Städte, Gemeinden und Privatpersonen stellen Fahrzeuge zum Teilen bereit. Mit dem Carsharing-Radar berichten wir regelmäßig über aktuelle Meldungen der Carsharing-Dienste und die neuen Projekte im In- und Ausland.

Euch ist ein neuer Carsharing-Anbieter aufgefallen, über den wir noch nicht berichtet haben oder ihr seid selbst Gründer eines Carsharing-Angebots? Mailt uns einfach eure News und Informationen an carsharingradar@mietwagen-news.de. Wir nehmen eure Meldungen gerne in unser Carsharing-Radar mit auf.

Bild: DriveNow

 

 

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