Carsharing-Radar 23|2015: Wie autonomes Fahren dem Carsharing helfen kann

+++ Verkehrsforscherin glaubt ans autonome Fahren im Carsharing +++ Wie Carsharing außerhalb der Metropolen funktioniert +++ teilAuto: Tübingen wird zurückgefahren, Weimar wächst +++

Die aktuellen Carsharing-News aus dem In- und Ausland im Detail

Verkehrsforscherin glaubt ans autonome Fahren

Schon wieder Stau, es geht nur im Schritttempo voran. Du hast den Kofferraum voll und eigentlich auch schon wieder viel zu viel zu tun. Die Idealvorstellung im stressigen Feierabend-Verkehr ist das nicht gerade. Eine ideale Zukunftsvision sieht Verkehrsforscherin Prof. Barbara Lenz im Interview mit der autogazette. Denn die renommierte Wissenschaftlerin glaubt an den Durchbruch des autonomen Fahrens, gerade im Carsharing-Bereich. Autos kämen zu einem und würden auch wieder wegfahren. „Dadurch entfallen die Zugangswege: Sie steigen einfach dort aus, wo Sie hinwollen.“ Diesen praktischen Gedanken dekliniert Prof. Lenz weiter durch. Sie geht sogar soweit zu sagen, dass der ÖPNV noch mehr aufpassen müssen als die Autoindustrie. Denn es sein attraktiver, sich individuell mit 10 Leuten ein Auto statt sich mit 80 Leuten gleichzeitig einen Bus zu teilen.

Wie Carsharing außerhalb der Metropolen funktioniert

In den Carsharing-Hauptstädten Berlin, Hamburg oder Köln und Düsseldorf ist Carsharing mittlerweile ein integrativer Bestandteil des örtlichen Mobilitätsnetzwerkes. Auf dem Land fällt der Verzicht auf den eigenen Zweitwagen hingegen schwer. Bedarfsgerechte Automieten werden durch ungünstig gelegene Vermietstationen der Autovermietungen ebenfalls erschwert. Regionales Carsharing könnte sich als Lösung erweisen. Eine Idee weiter ist Kreuzwertheim. Hier ist Christian Schindler, seineszeichen Realschullehrer für Informatik, auf den Zug der „Shareconomy“ aufgesprungen und konnte ein Projekt auf der Internetseite www.kreuzwertheim-mobil.de verwirklichen. Hier können alle Dinge des täglichen Bedarfs zur Leihgabe angeboten werden u.a. auch Carsharing. Von Bürgern für Bürger – och das Angebot soll nicht regional bleiben: „Natürlich steht sie allen Interessierten in der Region offen, ist also absolut nicht auf Kreuzwertheim beschränkt!“, erklärt der Lehrer der mainpost.

TeilAuto: in Tübingen trübe Aussichten, Weimar wächst

Zwei Jahre läuft die Testphase von teilAuto in Tübingen nun. Zwei Jahre, in denen das Projekt keinen kostendeckenden Betrieb ermöglichte. Zu gering sind die Auslastungen der Fahrzeuge, zu umfangreich die Flotte. Jetzt wird reiner Tisch gemacht. Autos gehen an die Hersteller zurück, Standorte fallen weg. Es bleiben die Stellplätze, die in der Vergangenheit regelmäßig genutzt wurden – ein logischer Schritt. Metzingen, Tübingen und Reutlingen bleibt das stationäre Carsharing also trotz trüber Aussichten erhalten. Ganz anders dagegen kommt das Konzept in Weimar an. Hier nutzen bereits 500 Menschen die 20 Fahrzeuge umfassende Flotte von teilAuto. Gegenüber der Thüringischen Landeszeitung verrät Regionalleiter Niklas Wachholtz: „Wenn wir mehr Benutzer und Nachfrage aus den Randgebieten haben, können wir uns vorstellen, auch in Weimar-West oder Stationen einzurichten. Bisher haben wir aber noch keine konkreten Pläne“.

 

Jeden Tag erreichen uns neue Meldungen von Carsharing-Projekten aus der ganzen Welt. Nicht nur Firmen und Start-ups mit dem Schwerpunkt Mobilität, auch Städte, Gemeinden und Privatpersonen stellen Fahrzeuge zum Teilen bereit. Mit dem Carsharing-Radar berichten wir regelmäßig über aktuelle Meldungen der Carsharing-Dienste und die neuen Projekte im In- und Ausland.

Euch ist ein neuer Carsharing-Anbieter aufgefallen, über den wir noch nicht berichtet haben oder ihr seid selbst Gründer eines Carsharing-Angebots? Mailt uns einfach eure News und Informationen an carsharingradar@mietwagen-news.de. Wir nehmen eure Meldungen gerne in unser Carsharing-Radar mit auf.

Bild: Daimler

 

 

Ein Kommentar zu “Carsharing-Radar 23|2015: Wie autonomes Fahren dem Carsharing helfen kann

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