Carsharing-Radar 2|2015: u.a. mit Zipcar

+++ Carsharing doch keine Alternative für das eigene Auto? Wie Anbieter unter (Kosten)-Druck Erfolgsmodelle überarbeiten müssen +++ Finanzielles Risiko im Schadensfall kann Vorteile des Carsharing in einem Augenblick egalisieren +++

Die aktuellen Carsharing-News aus dem In- und Ausland im Detail

Zipcar passt Preismodell in Österreich an

Carsharing-Tarife werden beim Start eines Anbieters meist so gewählt, dass der Einstieg für Neukunden leicht fällt und der Umstieg von anderen Anbietern schmackhaft gemacht werden soll. Doch irgendwann kommt der Punkt, an dem auch eine gute Idee Profit abwerfen muss. Ohne viel Tamtam hat Zipcar Österreich deshalb seine Tarife angepasst. Statt einer üppigen Inklusiv-Kilometerleistung von bis zu 300 Freikilometern am Tag für 8 Euro in der Stunde, stehen den Fahrerinnen und Fahrern nun mehr gerade noch 80 Kilometer pro Tag zur Verfügung. Jeder weitere Kilometer kostet 20 Cent. Dafür ist der Stundenpreis allerdings von 8 auf 6 Euro gefallen. Das Onlineportal diepresse.com bewertet diese Entwicklung als rückständig. Allerdings entspricht eine geringe Kilometerleistung eher dem Kurzstrecken-Bedarf des gängigen Carsharing-Nutzers. Wer längere Strecken zurücklegt, greift tendenziell zum klassischen Mietwagen von Sixt, Hertz, Avis und Co.

Finanzielles Risiko beim Carsharing

Regelmäßige Carsharing-Nutzer kennen ihr Ritual inzwischen relativ gut. Ein kurzer kritischer Rundgang ums Auto ist obligatorisch, ein Abgleich mit den schon gemeldeten Schäden wird eher nebenbei erledigt. Für Neulinge hingegen kann Carsharing zu einem finanziellen Gau werden. Das Überfliegen der zugegebenermaßen oft recht umfangreichen AGB und das Informieren über Konsequenzen im Schadensfall sollte aber vor der ersten Fahrt unbedingt erledigt werden. In einem Bericht des Onlineportals auto.de werden verschiedene Szenarien durchgespielt. Was viele Carsharing-Nutzer nicht wissen: Statt wie vom Gesetzgeber bis zu 0,5 Promille, darf bei den meisten Carsharing-Anbietern nur absolut nüchtern gefahren werden. “Da es bei uns in den Mietbedingungen eine strikte 0-Promille-Regelung gibt, führt Fahren unter Alkoholeinfluss unabhängig vom Versicherungsschutz zu einem Ausschluss”, warnt Andreas Leo, Pressesprecher der Daimler-Tochter Car2Go. Wer dennoch trinkt und einen Unfall baut, kommt für den gesamten Schaden auf – die sonst inkludierte Vollkaskoversicherung greift nicht. Ähnliches gilt für fahrlässiges und grob fahrlässiges Handeln. Falschbetankungen, Abschleppkosten oder Kosten für Gutachter im Falle eines Unfalls sind bei den meisten Anbietern vom Nutzer zu tragen.

Jeden Tag erreichen uns neue Meldungen von Carsharing-Projekten aus der ganzen Welt. Nicht nur Firmen und Start-ups mit dem Schwerpunkt Mobilität, auch Städte, Gemeinden und Privatpersonen stellen Fahrzeuge zum Teilen bereit. Mit dem Carsharing-Radar berichten wir regelmäßig über aktuelle Meldungen der Carsharing-Dienste und die neuen Projekte im In- und Ausland.

Euch ist ein neuer Carsharing-Anbieter aufgefallen, über den wir noch nicht berichtet haben oder ihr seid selbst Gründer eines Carsharing-Angebots? Mailt uns einfach eure News und Informationen an carsharingradar@mietwagen-news.de. Wir nehmen eure Meldungen gerne in unser Carsharing-Radar mit auf.

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