Carsharing-Radar 12|2016: car2go stellt Elektroflotte in San Diego ein

+++ San Diego: car2go tauscht Elektroflotte gegen benzinbetriebene Smarts +++ Ford will mehr Carsharing wagen +++ Neun Monate Herumgestanden: Carsharingauto hat keinen Empfang +++

Die aktuellen Carsharing-News kompakt gebündelt

car2go de-elektrisiert seine Flotte in San Diego

Man kann es als Zeichen verstehen. Oder einfach nur einem unglücklichen Umstand. Fakt ist: car2go entzieht seiner Flotte in San Diego die Elektro-Smarts und ersetzt sie gegen Exemplare mit Benzinmotor. Als Grund für den Wechsel gilt laut einem Artikel des San Diego Union Tribute nicht etwa der Modellwechsel des Smarts – und dem damit verbundenen Wegfall des E-Smarts auf Basis des nenen Modells – sondern die geringe Verfügbarkeit von Ladestationen. Die Zeitung sieht das als „symbolischen Rückschritt für die Ambitionen der Stadt, Emissionen zu reduzieren.“ Lokal-Politiker sehen die Entscheidung von car2go als Weckruf an. Es sei eine Lehre für alle und man habe härter für eine dringend benötigte Infrastruktur zu arbeiten, sagte Councilman Todd Gloria.

Ford baut Carsharing-Angebot aus

In Kooperation mit der Deutschen Bahn stellt Ford nun sein Carsharing-Angebot breiter auf. Über die App „FordPass“ können Kunden auf mehr als 4.000 Autos von Flinkster – dem Carsharingdienst der Deutschen Bahn zurückgreifen. Damit haben sie auch die Möglichkeit, in ganz Deutschland auch in Innenstädten stationäres Carsharing zu nutzen. Laut Internetportal getmobility.de verzeichnete Ford 2015 rund 14.000 Buchungsvorgänge über die App verzeichnet. Während dieser Mieten wurden mehr als eine Million Kilometer von den Kunden zurückgelegt – im Vergleich zu anderen Anbietern belegt Ford Carsharing damit einen der hinteren Plätze.

Lokal: BMW i3 in Eisenbach 9 Monate ungenutzt

Es erinnert ein wenig an die Schauermärchen aus den Anfangszeiten von DriveNow: Ein Carsharing-Auto kann nicht angemietet, weil es keinen Empfang hat. Was der große Anbieter durch neue Techniken irgendwann in den Griff bekommen sollte, stellt kleine Carsharing-Startups in ländlichen Regionen vor ungeahnte Schwierigkeiten. Die geringe Netzabdeckung in Eisenbach im Hochschwarzwald führte dazu, dass ein extra für das Carsharing-Projekt angeschaffter BMW i3 ganze neun Monate ungenutzt herumstand – er konnte einfach nicht angemietet werden. Ein Jahr zuvor waren 25 BMW geleast worden. Sie können für nur 6,90€ pro Stunde angemietet werden. Doch mancherorts gab es schlicht kein Handynetz – ohne Netz kein Empfang nutzungsbezogener Daten, ohne Daten keine Abrechnung. Das Problem gibt es an verschiedenen Orten: Breitnau, Lenzkirch und St.Blasien. In Eisenbach funktionierte erst die Strom-Ladesäule nicht bevor man feststellte, dass auch hier das Handynetz unzureichend war. BMW nahm daher das Auto aus Breitnau zurück und die Telekom bessert in den anderen Orten mit neuen Mobilfunkmodulen nach.

Bild: DriveNow

 

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