Carsharing-Radar 08|2015: Alternative zur Bahn

 

+++ Carsharing und Mietwagen Alternative während des Bahnstreiks +++ Ford Carsharing erweitert App +++ Interview mit Bremer Politiker Joachim Lohse über Carsharing +++

Die aktuellen Carsharing-News aus dem In- und Ausland im Detail

Bahnstreik: Alternative Mietwagen und Carsharing

Viele Pendler sind auf einen reibungslosen Ablauf bei der Deutschen Bahn angewiesen. Gerade in nahverkehrsreichen Gegenden wie z.B. dem Ruhrgebiet oder anderen deutschen Großmetropolregionen kann es bei einem Bahnstreik zu erheblichen Einschränkungen in der Mobilität der Menschen kommen. Wer clever ist, kümmert sich frühzeitig um Alternativen. Entweder wird das eigene Auto aus der Garage geholt oder es werden Anbieter vor Ort genutzt, um morgens zur Arbeit zu kommen und abends wieder nach Hause. Innerhalb einer Stadt ist Carsharing eine Idee, wer ortsübergreifend pendelt, tätigt frühzeitig eine Reservierung bei einem der zahlreichen Mietwagenanbieter. Für kurze Pendelstrecken sind kleine Fahrzeuggruppen ausreichend, die Nachfrage aber entsprechend hoch. Ein kluger Vergleich der Preise steht daher unbedingt im Lastenheft. Leider kommt die Bahn nicht für Fehltage auf – wer beispielsweise ein Abo oder eine Monatskarte gekauft hat, bekommt auch anteilig kein Geld zurück. Die Kosten für alternative Beförderungen während eines Bahnstreiks sind also vollständig von den Fahrgästen zu tragen.

Ford Carsharing erweitert App

DriveNow und car2go können es bereits, Ford Carsharing zieht jetzt nach. Das Carsharing von Ford siedelt sich aktuell mit Hilfe der Ford-Autohäuser vor allem in Gegenden an, in denen die großen Premium-Anbieter ihre Flotte wahrscheinlich nicht platzieren werden. Um seinen Kunden das Fahren mit den Carsharing-Autos noch einfacher zu machen, können sie über die App ab sofort sogar aufgeschlossen und anschließend gestartet werden. Eine Kundenkarte ist dann zur Anmietung nicht mehr zwingend notwendig. Um den Service nutzen zu können, muss lediglich eine PIN im Online-Kundenprofil hinterlegt werden.

Bremer Politiker für mehr Wettbewerb

In der Onlineausgabe des Weser-Kurier äußert sich Grünen-Senator Joachim Lohse über die Carsharing Politik der Hansestadt an der Weser. Schon die Eröffnungsfrage des Reporter Wigbert Gerling zielt kritisch in die Kerbe, warum trotz CO2-Reduzierungswahn nur Diesel- und Benzinautos die Parkplätze der Carsharing-Dienste zieren würden. Der Politiker argumentiert mit der Masse an Carsharing-Nutzern. Der wichtigste Entlastungseffekt resultiere demnach nicht aus der Antriebsart der Fahrzeuge, sondern aus einem veränderten Mobilitätsverhalten, so Lohse. Dabei spielt vor allem die Fähigkeit eines Carsharingautos eine Rolle, wie viele private PKW es ersetzen kann. Im Augenblick nutzen bereits rund 10.000 Bremer aktiv Carsharing, was einer Entlastung von 2.200 Autos entspräche. Bis zum Jahr 2020 sollen es 20.000 regelmäßige Nutzer werden, die eingesparten Zahl an privat zugelassenen PKW soll dann bei 6.000 liegen. Neben cambio ist in Bremen auch der auf e-Mobility spezialisierte Anbieter move about in Bremen aktiv. Das ist ganz nach dem Geschmack von Joachim Lohse – denn er sei sehr dafür, dass es Wettbewerb gäbe.

Jeden Tag erreichen uns neue Meldungen von Carsharing-Projekten aus der ganzen Welt. Nicht nur Firmen und Start-ups mit dem Schwerpunkt Mobilität, auch Städte, Gemeinden und Privatpersonen stellen Fahrzeuge zum Teilen bereit. Mit dem Carsharing-Radar berichten wir regelmäßig über aktuelle Meldungen der Carsharing-Dienste und die neuen Projekte im In- und Ausland.

Euch ist ein neuer Carsharing-Anbieter aufgefallen, über den wir noch nicht berichtet haben oder ihr seid selbst Gründer eines Carsharing-Angebots? Mailt uns einfach eure News und Informationen an carsharingradar@mietwagen-news.de. Wir nehmen eure Meldungen gerne in unser Carsharing-Radar mit auf.

 

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