Carsharing-Radar 06|2016: Vorschlag aus Wien: Führerschein nur für Carsharing

+++ Eine Fahrschule in Wien schlägt eine „Urban License“ vor +++ Umfrage: Carsharing für Mehrheit der Deutschen keine Option +++ Kaum Interesse an Carsharing in Greifswald +++

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Spezieller Führerschein nur für Carsharing-Nutzer?

Carsharing gehört auch in Wien inzwischen zum gewohnten Stadtbild. Es ist eine weitere Möglichkeit, sich neben dem Öffentlichen Nahverkehr in der Stadt fortzubewegen – und dabei sogar noch bequemer am Ziel anzukommen. Zusätzlich erleichtert es Transportaufgaben, man kann Beifahrer mitnehmen oder mit den Stundenpaketen relativ günstig an Kurzzeitmietwagen kommen. Immer mehr Menschen registrieren sich in Wien für die Anbieter car2go oder DriveNow. Daraus entstand bei den Inhabern der Fahrschule „Easy Drivers“ nun die Idee für einen Führerschein, der genau auf diese Zielgruppe zugeschnitten ist, eine Art „Urban License“. „Carsharing macht nicht nur Menschen ohne eigenes Auto mobil – auch das Lenken eines Fahrzeuges wird immer einfacher. Eine ‚Urban Licence‘, also ein Führerschein speziell für Carsharing mit Automatik-Autos, würde für Städter ein Stück mehr Mobilität und Flexibilität bedeuten“, skizziert Harm seine „Vision“ im Gespräch mit dem Portal heute.at.

Eigenes Auto in Deutschland nach wie vor beliebt

Carsharing wird immer beliebter, die Mitgliederzahlen steigen gerade in den großen Carsharing-Hotspots immer weiter. Dennoch sieht ein Großteil aller Deutschen keinen Bedarf für das Thema Carsharing. Bei ihnen steht einem Report des DAT (Deutsche Automobil Treuhand GmbH) nach, das eigene Auto nach wie vor ganz oben auf der Bedarfsliste für individuelle Mobilität. Unter 1.200 Befragten gaben 90% an, dass für sie ein eigenes Auto unverzichtbar wäre, für 88% ist speziell Carsharing überhaupt keine Alternative. Im Umkehrschluss heißt das aber auch: 12% können sich die Nutzung von Carsharing-Autos durchaus vorstellen. Dieser Aspekt findet im Report keine Beachtung. Auch wird nicht aufgeschlüsselt, aus welchen Regionen die Befragten stammen und wie ihre Erfahrungen zum Carsharing aussehen. In Berlin steigt die Zahl der Kunden von car2go und DriveNow nach wie vor, viele Menschen schafften nach Angaben der „beiden Großen“ sogar das eigene Auto ab.

Carsharing in Greifswald mit Schwierigkeiten

Zu wenige Kunden, keine Rentabilität: In Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern) kommt das Projekt „Autoteilen“ auch zwei Jahre nach dem Start nicht richtig in Schwung. Lediglich 38 Kunden können die Stadtwerke verzeichnen. Das sind einem Bericht der Ostseezeitung nach zwar schon zehn mehr als noch 2014, die Mitgliederzahl sei aber trotzdem ausbaufähig, erklärt Alexander Krüger, Fraktionsvorsitzender der Bündnisgrünen im Greifswalder Stadtparlament. Die Erreichbarkeit der Autos müsste für potentielle Kunden besser werden, das Marketing ist ausbaufähig – Damit mehr Menschen auf das Angebot aufmerksam und von der eigentlichen Kostenersparnis durch den Wegfall der Fixkosten des eigenen Autos überzeugt werden können.

 

Jeden Tag erreichen uns neue Meldungen von Carsharing-Projekten aus der ganzen Welt. Nicht nur Firmen und Start-ups mit dem Schwerpunkt Mobilität, auch Städte, Gemeinden und Privatpersonen stellen Fahrzeuge zum Teilen bereit. Mit dem Carsharing-Radar berichten wir regelmäßig über aktuelle Meldungen der Carsharing-Dienste und die neuen Projekte im In- und Ausland.

Euch ist ein neuer Carsharing-Anbieter aufgefallen, über den wir noch nicht berichtet haben oder ihr seid selbst Gründer eines Carsharing-Angebots? Mailt uns einfach eure News und Informationen an carsharingradar@mietwagen-news.de. Wir nehmen eure Meldungen gerne in unser Carsharing-Radar mit auf.

Bild: Daimler

 

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