Carsharing-Radar 04|2016: Einnahmen aus privatem Carsharing müssen versteuert werden

+++ Privates Carsharing muss in der Steuererklärung angegeben werden +++ car2go-App wird überarbeitet +++ Ruhrauto E will das Ausleihen vereinfachen +++ Greenwheels in Rostock +++

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Einnahmen aus privatem Carsharing versteuern

Opel verspricht mit CarUnity Einnahmen über das private Auto, mit BlaBlaCar kommen die Fahrtkosten locker wieder rein. Der Gedanke könnte so einfach sein: Fixkosten des eigenen Autos werden gedrückt, es bleibt mehr Budget für andere Dinge im Leben. Doch ganz so einfach ist das nicht. Denn Vater Staat hat die Berechtigung, die Einnahmen aus Carsharing steuerlich zu behandeln. Dafür braucht es keinen Gewerbeschein. Aber auch wer Bareinnahmen über andere Carsharing-Anbieter bzw. Mitfahrzentralen/Mitfahrdienste verzeichnet, muss diese abzüglich der Fahrtkosten beim Finanzamt geltend machen. Der Wertverlust eines Fahrzeug kann lediglich in den ersten sechs Jahren der Haltungsdauer angeführt werden. Danach gilt das Auto als abgeschrieben, wie im 123recht-Forum diskutiert wird. Genauere Informationen hierzu kann ein Gespräch beim Steuerberater liefern. Denn grundsätzlich gilt: Alle Einnahmen müssen dem Finanzamt mitgeteilt werden. Gleichzeitig dürfen bei der Steuererklärung aber auch Kosten angeführt werden, woraus das Finanzamt die zu versteuernde Summe festlegt.

Überarbeitung der car2go-App

Windows-Phone – mit weniger als 2% Marktanteil unter den Betriebssystemen für Mobiltelefone eine Randerscheinung. Und dennoch: gemessen an den absoluten Nutzerzahlen ist es relevant genug für große Unternehmen. Denn die Zielgruppe agiert nicht anders als andere Smartphone-Nutzer. Und nachdem car2go seine Flotte auf „smartphone-only“ umgestellt und die Kundenkarten größtenteils und je nach Standort schon gänzlich deaktiviert hat, müssen auch vergleichsweise wenige car2go-Kunden weiterhin Zugang zu den Autos haben. Kurzum: Auch die car2go-App für Windows-Phone bekommt jetzt ein Update. Das Kacheldesign wird besser genutzt, die statische gegen eine animierte Kachel getauscht. „Cortana“ – die Siri von Microsoft – reagiert jetzt über die car2go-App auf Spracheingabe. Es kann z.B. gefragt werden, ob sich ein Auto in der Nähe befindet. Zusätzlich können detaillierte Profileinstellungen vorgenommen werden und es wurden diverse Bugs und Crashes gefixed.

Ruhrauto E will einfacher werden

Auto-Koryphäe Ferdinad Dudenhöffer will das von ihm initiierte Carsharing-Projekt Ruhrauto E weiter vorantreiben. Im Laufe des Sommers sollen Software-Updates dafür sorgen, dass das Ausleihen des Elekroautos einfacher wird. Bislang mussten alle Autos nach der Miete wieder dort abgestellt werden, wo sie ausgeliehen wurden. Das gilt Dudenhöffer zufolge als eines der wesentlichen Hemnisse für das Fortkommen des Projekts. „Wir müssen die Einstiegsbarrieren so gering wie möglich gestalten“, betonte Dudenhöffer gegenüber der WAZ. Denn: Nutzer von Elektroautos sind Wiederholungstäter. Wer einmal überzeugt wurde, nutzt das Carsharing-Angebot weiter. Im Ruhrgebiet steigen die Zahlen von Carsharing-Nutzern nur sehr zäh. Aktuell zählt Ruhrauto E ca. 2.300 registrierte Nutzer, 550 davon in Essen. Das Problem hinsichtlich der Verfügbarkeit will Ruhrauto E bald aus der Welt schaffen. Weitere Angebote, beispielsweise das Monatspaket für Privatkunden, sollen folgen. Daneben bemängelt Dudenhöffer die mangelnde Rückendeckung der Elektromobilität durch die Politik. Eine Prämie allein reiche demnach nicht. „Ohne den Ausbau der Ladeinfrastruktur machen 5000 Euro Prämie keinen Spaß“, sagte der Autoexperte zu den Vorschlägen von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel.

Greenwheels in Rostock

Rostock kommt auf keinen grünen Ast, wenn das Thema Carsharing zur Sprache kommt. Wie das Portal „rostock-heute.de“ schreibt, sieht der Bau- und Umweltsenator Holger Matthäus die Hansestadt „ganz weit hinten“, obwohl es einen Mobilitätsplan für die Zukunft der Stadtentwicklung gibt. Hier ist Carsharing ein fester Bestandteil. Dennoch gibt es nach aktuellem Stand gerade einmal 10 Autos im ganzen Stadtgebiet. „Ein paar Dutzend Fahrzeuge an möglichst vielen Standorten können wir durchaus gebrauchen“ sagt der Senator im Gespräch mit „rostock-heute.de“. Zum Ende des Jahres sollen den Kunden insgesamt 20-25 Autos zur Verfügung stehen. Sollte das der Fall sein, könnten sich RSAG und die Kommunale Wohnungsbaugesellschaft vorstellen, Großkunden bei Greenwheels zu werden. Dann käme infrage, Mitarbeiterkontigente einzukaufen. Die Plaungen in Rostock gehen über akute Maßnahmen aber noch hinaus. „Noch ist es Zukunftsmusik, aber was wir anstreben, sind Mobilitätsstationen“, sagt Steffen Nozon, Mobilitätskoordinator der Hansestadt Rostock. Damit können Schnittstellen zwischen Öffentlichem Nahverkehr und dem Individualverkehr entstehen, Fahrräder zum Ausleihen bereitgestellt werden.

Jeden Tag erreichen uns neue Meldungen von Carsharing-Projekten aus der ganzen Welt. Nicht nur Firmen und Start-ups mit dem Schwerpunkt Mobilität, auch Städte, Gemeinden und Privatpersonen stellen Fahrzeuge zum Teilen bereit. Mit dem Carsharing-Radar berichten wir regelmäßig über aktuelle Meldungen der Carsharing-Dienste und die neuen Projekte im In- und Ausland.

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Bild: Daimler

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