Carsharing-Radar 03|2016: Daimler bietet Oldtimer-Carsharing in Stuttgart an

+++ Oldtimer-Carsharing in Stuttgart von Daimler +++ Neues Carsharing von Ford mit Audi-Idee +++ Millionen-Deal für Carsharing-App Car-Jump +++ Elektrocarsharing am Ammersee mit roten Zahlen +++

Die aktuellen Carsharing-News aus dem In- und Ausland im Detail

Stuttgart: Oldtimer-Carsharing von Daimler

Der Geruch alten Leders, die grob straffierte Schroffheit alten Metalls das Brüllen von Motoren – Oldtimer fahren ist etwas ganz Besonderes und findet nicht zu Unrecht immer mehr Anhänger. Doch kostet der Unterhalt viel Geld und vor allem Zeit, wenn man es selbst machen möchte. Wer einen Oldtimer sein Eigen nennt, steht unweigerlioch vor großen Verpflichtungen. Eine Garage muss her, regelmäßig muss der Liebling in die Werkstatt, von teuren Restaurationsarbeiten ganz zu schweigen. Unter der Schirmherrschaft von Daimler wurde schon im Oktober letzten Jahres der „Legenden“-Club gegründet. Hier teilt sich ein auto-affiner Kundenkreis eine Flotte besonderer Autos. Angefangen beim seltenen wie teuren Mercedes 220 S Ponton. Aber nicht nur Daimler-Modelle schafften es in den 34 Fahrzeuge umfassenden Club-Fuhrpark. Ein Renault R4 von 1984 oder ein Porsche 911 SC Carrera Cabrio runden die Palette gekonnt ab. Bezahlt wird eine Jahresmitgleidschaft zu mindestens 2.400 Euro. Der Betrag wird in „Fahrpunkte“ umgewandelt, die anschließend abgefahren werden können. Gebucht werden die Autos auf der Internetseite des „Legenden“-Clubs oder per App.

Neues Ford-Carsharing mit Idee von Audi

Dass Carsharing nicht nur auf dem Massenmarkt funktioniert, beweist im Augenblick Audi mit dem Schritt, ebenfalls groß ins Carsharing einzusteigen. Hier gilt das Prinzip des Autoteilens für einen vorher festgelegten Personenkreis – schließlich soll nicht jeder Hand an das gute Stück Auto legen. Laut einem Bericht der welt verfolgt Ford nun ein ähnliches Ziel. Bis zu sechs Parteien leasen sich in Austin (US-Bundesstaat Texas) gemeinsam ein Auto ihrer Wahl. Über die Ford-eigene Plattform „Credit Link“ können dabei neben den Zahlungsmodalitäten auch Fahrzeuginformationen, Verfügbarkeit und Status abgefragt werden. „Credit Link“ richtet sich an Menschen, die sich untereinander kennen, z.B. Familien, Kollegenkreise oder Freunde. Statt dass jeder für sich über die Anschaffung eines Autos nachdenkt, können sie viel Geld sparen, indem sie es gemeinschaftlich und bedarfsgerecht teilen.

Car-Jump sammelt Millionen-Investition ein

Egal welcher Anbieter, Car-Jump sucht dir das Carsharing-Auto heraus, das dir am nächsten ist. So einfach könnte „USP“ (Unique Selling Proposition) umschrieben werden. Das funktioniert gut. So gut, dass die Macher gerade ein Millionen-Investment an Land ziehen konnten. Mit einem nicht näher spezifizierten „siebenstelligen“ Betrag wollen die Entwickler einem Bericht der Plattform itespresso.de nach jetzt entscheidende Schritte nach vorn mache. Unter anderem sollen neue Geschäftspartner angesprochen werden. Neben DriveNow, car2go, CarUnity, eMio, Nextbike und Multicity sollen auch bald weitere Carsharing-Anbieter folgen. Ein weiterer großer Vorteil der App besteht nicht nur in der Bündelung der Carsharing-Angebote. Auch die plattformübergreifende Verfügbarkeit für iOS, Android und WindowsPhone macht Carsharing für viele weitere Kunden attraktiv. Denn mal ehrlich: Wer schnell nach Hause will, dem ist der Anbieter relativ egal. Zumal DriveNow und car2go zu Stoßzeiten in beliebten Vierteln durchaus einmal nicht mehr verfügbar sein können. Da ist es gut zu wissen, eine Altenative zu haben.

Regional: Schluss mit Elektrocarsharing am Ammersee

Die Vorstellung war schön: Mittels privater Investitionen sollte ein Projekt entstehen, bei dem aus nachhaltig erzeugtem Ökostrom umweltfreundliche Mobilität hervor wächst. Wie die Süddeutsche Zeitung in ihrer Onlineausgabe schreibt, gilt das Carsharing-Projekt am Westufer des Ammersee als gescheitert. „Emissionsfreie Mobilitöt am Ammersee“ (kurz: EMMA) konnte nie die gewünschten Nutzerzahlen erreichen. Nachdem zuletzt von ursprünglich sieben Autos nur noch zwei übrig geblieben waren, sprangen auch immer mehr Mitglieder ab. Vier Nutzer sind zu wenig, um kostendeckend zwei Autos zu unterhalten. Immerhin: Ein umweltfreundliches Bürgerkraftwerk bleibt nach der Initiative bestehen und speist seither circa 46.000 Kilowattstunden Strom ins Netz.

Jeden Tag erreichen uns neue Meldungen von Carsharing-Projekten aus der ganzen Welt. Nicht nur Firmen und Start-ups mit dem Schwerpunkt Mobilität, auch Städte, Gemeinden und Privatpersonen stellen Fahrzeuge zum Teilen bereit. Mit dem Carsharing-Radar berichten wir regelmäßig über aktuelle Meldungen der Carsharing-Dienste und die neuen Projekte im In- und Ausland.

Euch ist ein neuer Carsharing-Anbieter aufgefallen, über den wir noch nicht berichtet haben oder ihr seid selbst Gründer eines Carsharing-Angebots? Mailt uns einfach eure News und Informationen an carsharingradar@mietwagen-news.de. Wir nehmen eure Meldungen gerne in unser Carsharing-Radar mit auf.

Bild: Daimler

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