Wenn Werbung sich in Träume einschleicht

München – Fliegen kann anstrengend sein. Da sitzt du nun, wartest auf deinen Anschlussflug. Nur noch ein paar Stunden. Wo du gerade herkommst, ist es gerade mitten in der Nacht. Der Jetlag überrollt dich wie ein Güterzug. Jede Schlafgelegenheit scheint jetzt willkommen.

Mit der Beinfreiheit vor der Steinsäule kann keine Firstclass der Welt mithalten. Und nach der Enge der dünn gepolsterten aber dicht aneinander montierten Sitze der Holzklasse brauchst du keine Baldriantropfen als Schlummertrunk. Aber irgendetwas stimmt nicht.

Richtig schlafen kannst du nicht. Um dich herum spürst du Gelächter, fühlst dich beobachtet. Mit beiden Ahnungen lagst du nicht falsch. Denn Sixt hat mal wieder tief in die Trickkiste der Werbung gegriffen.

Der Traum vorm Fliegen von Sixt

Ein Werbevideo zeigt die Dokumentation einer Live-Werbeaktion am Münchener Flughafen. Ahnungslosen, weil schlafenden Fluggästen werden Traumblasen über ihre Köpfe gehalten, geklebt oder gehängt. Sie träumen orange und von schnellen und günstigen Mietwagen. Egal ob als Flughafentransfer nach Hause oder als Urlaubsmietwagen – Sixt hat sich in die Köpfe der Wartenden gebrannt – nicht bei denen, die schliefen. Sondern bei den Beobachtern. Vielleicht träumten sie nicht vom Fliegen mit dem Flugzeug sondern davon, im Tiefflug über die Autobahn zu fegen. Natürlich wurde auch der Schlafende an der Betonsäule nicht vergessen. Dass er direkt vorm Hertz-Schalter ein Nickerchen hinlegte, kann Zufall gewesen sein. Oder ein schöner Traum der Werber von Sixt – die nach langer Phase der Einfallslosigkeit endlich mal wieder alte, clevere Tugenden bei der Ideenfindung hervorkramten. Ob mit dieser Aktion mehr Menschen bei Sixt mieten? Mit Sicherheit nicht. Aber immerhin wurde die Marke mal wieder positiv aufgeladen. Sixt hatte das nach eher peinlichen Videos (YouTube-Suche: „Sixt Recruiter Rap“) dringend nötig.

Bild: Sixt via YouTube       

 

 

 

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