Stadt, Land, Autobahn mit dem BMW 530i von Sixt | MietwagenTest

Berlin –  Mietwagen müssen andere Stärken haben als Dienst- oder Privatwagen. Einfache Bedienung, wirtschaftliche Antriebe, gute Konnektivität und ein bequemer wie übersichtlicher Innenraum für die schnelle Eingewöhnung. Bei uns im MietwagenTest: Der BMW 530i aus LDAR von Sixt

Ein Vierzylinder in der Luxusklasse bei Sixt? Daran störten sich schon viele Mieter, als BMW aus dem geliebten 25d-Reihensechszylinder einen polternden und saufenden Vierzylinder machte. Nach dem Diesel war der Benziner fällig. Aus dem 30i-Sauger wurde erst der 28i - ein Vierzylinder, der bei der Leistungsentfaltung eher Luft als Pumpe, beim Spritkonsum mehr Pumpe als Luft war. Nun also ist der 30i zurück. Ebenfalls als Vierzylinder mit 252 PS und 350 NM. 

Sixt: BMW 530i aus LWAR | MietwagenTest & Anmietung

  • Station: Sixt Berlin Treptow | Martin Hoffmann Straße
  • Gebuchte Kategorie: LDAR
  • Erhaltene Kategorie: LWAR
  • Angebotene Alternativen: BMW 520d Touring aus PDAR
M-Paket, weiß, Touring: Starker Kombi in toller Kombi von Sixt

M-Paket, weiß, Touring: Starker Kombi in toller Kombi von Sixt

Der erste Schritt zum Mietwagen ist die Reservierung. Gut zwei Wochen vor Mietbeginn buchten wir die Kategorie LDAR an der Sixt Station Berlin Treptow. Im Bemerkungsfeld wünschten wir uns: BMW 5er oder Mercedes E-Klasse und bitte kein SUV. Die Station hat sich bei uns durch faire Kundenbehandlung, freundliches Auftreten und aufmerksames Bereitstellen der Mietwagen beliebt gemacht - in Berlin eine der Top-Adresse in Sachen Sixt.

Schon gut 12 Stunden vor Mietbeginn war ein weißer BMW 530i für uns in der App geblockt - der sollte es später auch werden. Drei Schäden waren eingetragen, dabei blieb es auch nach gründlicher Inspektion. Kurios: Die Finne der Dachantenne war stark angeschlagen - da hat wohl jemand zu optimistisch in einer flachen Tiefgarage eingeparkt. In der Garage standen noch zwei identische schwarze BMW 520d Touring bereit. Wie unser LWAR-Exemplar waren die Diesel sehr gut ausgestattet (u.a. auf den schnellen Blick: Glasdach, Leder, Komfortsitze, M-Paket...). Der 2.0-Turbobenziner im 30i machte uns aber neugierig.

BMW 530i im Stadtverkehr | Innenraum & Infotainment

  • Gewohnt gut: Sitzposition und Bedienung
  • Verbrauch in der Stadt: mehr als 10 Liter Benzin / 100 km (lt. Bordcomputer)
  • Sitze: weiches Leder & optimale Passform sowie weiter Einstellbereich
  • Schnelles Navi, mit dem Update unnötig verschachtelte Menüs
BMW 530i von Sixt: Schön anzusehender Innenraum, in dem das Knistern befremdlich wirkt | Bild: schwerunterwegs

BMW 530i von Sixt: Schön anzusehender Innenraum, in dem das Knistern befremdlich wirkt | Bild: schwerunterwegs

Kennste einen, kennste alle: Wann immer wir uns in einen BMW setzen, stimmt auf Anhieb alles. Die Sitzposition lässt sich schnell finden und fein nachjustieren. Herausragend bewerten wir die Lederqualität, die Bequemlichkeit der Sitze und die gelungene Anordnung von Luftauströmern, Navibildschirm und anderen Bedienelementen. Hier erreicht der 5er fast 7er-Niveau. Unschön: Die haptisch wenig unterschiedlichen und billig wirkenden Lenkradtasten.  Das M-Lenkrad empfinden wir als deutlichen Rückschritt im Vergleich zum Vorgänger.

Hardware top, Software naja: Die neue Menüstruktur des Infotainments braucht mehr Eingewöhnungszeit als die letzte Generation im BMW 5er F10. Durch die Kachel-Anordnung kommt mindestens eine Ebene hinzu, die nur durch Aktivierung zahlreicher und aufpreispflichtiger Zusatzdienste wirklich Sinn macht - in unserem Mietwagen waren sie deaktiviert. Und wirkten damit wie funktionslose Plastikblenden in billigen Ausstattungsvarianten - unbefriedigend. Die Routenführung hingegen funktionierte zuverlässig, schnell und dank RTTI (Real Time Traffic Information) so staufrei wie es z.B. auch Google Maps schafft.

Wie schlägt sich der neue 30i Vierzylinder im Stadtverkehr? Zunächst unauffällig. Beim Kaltstart röhrt er dezent frech  - den 252 PS absolut angemessen aber wenig prollig. Sehr fein! Beim Anfahren und abrupten Lastwechseln reagiert der Antrieb gelassen und souverän. Der Motor fühlt sich trotz aller Bedenken ob des kleinen Hubraums größer an. Das schlägt sich allerdings auch im Verbrauch nieder. Denn trotz Downsizing drückte sich der Zwoliter während gut 50 Kilometer Pendelverkehr mehr als 10 Liter / 100 km durch die Einspritzdüsen. Das Reihensechser Diesel-Äquivalent mit 265 PS ist hier deutlich sparsamer, der knapp 100 PS stärkere 40i verbraucht nicht wesentlich mehr.

Mit dem BMW 530i auf der Landstraße | Lenkung & Ladung

  • Auf der Landstraße zuhause: Verstellfahrwerk und viel Druck
  • Tolle Lenkung und neutrales Lenkverhalten
  • niedriger Verbrauch von ca. 6 Liter / 100 km
  • Variabler Kofferraum (570 Liter) mit robustem Ladeboden
Die ECOpro-Ansicht im multifunktionalen Instrumentendisplay beim BMW 5er | Bild: schwerunterwegs

Die ECOpro-Ansicht im multifunktionalen Instrumentendisplay beim BMW 5er | Bild: schwerunterwegs

Raus aus der Stadt - endlich. Denn ohne groß drum herum zu schreiben: Hier fühlt sich der 530i am wohlsten. Mehr als ausreichend Leistung steht in allen Fahrmodi bereit. Der 5er kann komfortabel gleiten. Oder wenn wir es darauf anlegten auch feurig um die Ecken fegen. Im Sportmodus lädt die Automatik die Gänge mit Nachdruck und lässt das Auto angespannt wie ein 100-Meter-Sprinter wirken. So eingestellt fühlt sich das 1,9-Tonnen schwere und knapp fünf Meter lange Auto wesentlich kompakter an. Der 30i trägt seinen Teil dazu bei. Rotzig ploppt es aus der Abgasanlage, sonor röhrt es aus dem Luftfilterkasten. Trotz banalem Vierzylinder mit offensichtlichem Fake-Sounddesign kommen dabei echte Gefühle auf. Dass die Maschine dabei nur etwas mehr als 6 Liter / 100 km verbrauchte, ist mehr als eine Randerwähnung wert. Toll gemacht, BMW.

Sport kann er also, der Kombi. Aber trotz edkem Teppich scheut er sich nicht vor Baumarkt, Brettern und Beton. Ist der Beifahrersitz ganz nach vorne gefahren und die Rücksitze umgeklappt, passen 2,05 Meter bei geschlossener Klappe auf die robuste Ladefläche. Denn zweifach geteilten Ladeboden stützt eine Gasdruckfeder. Die Ablagen wirken gut durchdacht und sind clever umgesetzt. Da packt der 5er Touring neben Urlaubs-Lifestyle auch harte Transportaufgaben weg.

Im BMW 530i über die Autobahn | Leistung & Komfort

  • Für ordentlichen Vortrieb: 252 PS + wachsame Automatik
  • Ungewohnt für Dieselfahrer: 350 Nm eher zart, daher: häufige Schaltvorgänge
  • kein Nachwippen mehr im Komfortmodus wie beim F10-5er
  • Schildererkennung unzureichend
BMW 530i von Sixt: 252 PS sorgen für Grinsen auf der Landstraße, auf der Autobahn fehlt ihm Drehmoment | Bild: schwerunterwegs

BMW 530i von Sixt: 252 PS sorgen für Grinsen auf der Landstraße, auf der Autobahn fehlt ihm Drehmoment | Bild: schwerunterwegs

Werfen wir einen Blick in die letzten Navi-Ziele: Stuttgart, München, Freiburg, Hamburg, Amsterdam, Berlin. Der Mietwagen-Alltag unseres BMW 530i führte ihn lange Strecken über Autobahnen. Die meisten seiner gut 18.000 Kilometer, die er bis zu unserer Anmietung schon absolviert hatte, legte er im hohen Tempo auf mehrspurigen Straßen zurück. Der Langzeitverbrauch stand bei 10,8 l / km. Für den Test setzten wir ihn auf einer 500 Kilometer langen Autobahnetappe fünf Mal alle 50 km zurück und fuhren unterschiedliche Geschwindigkeiten um die Verbräuche zu ermitteln. Hier kommt das Ergebnis:

  • Verbrauch auf der Autobahn (je 50 km, dann Bordcomputer zurückgesetzt):
  • 13,2 l / 100km  bei 240 km/h
  • 11,4 l / 100km bei Tempomat 200 km/h
  • 8,6l / 100km bei Tempomat 160 km/h
  • 7,1 l / 100km mit EcoPro bei Tempomat 130 km/h

Der 30i verbraucht damit etwas weniger als der 40i, deutlich mehr als der 30d, bleibt aber ebenbürtig zum emotionslosen und schwächlichen 20i. Angesichts der abgerufenen Leistung geht der Verbrauch in Ordnung. Für die Langstrecke ist ein Diesel aber nach wie vor der angenehmere Antrieb. Denn der 30i schwächelt trotz Turboaufladung beim Drehmoment. Die Automatik muss häufig zwei oder drei Gänge zurückschalten, um im Geschwindigkeitsbereich ab 130 km/h deutlich zu beschleunigen. Selbst der 20d wirkt hier souveräner. Wenn der konzeptbedingt um Welten weniger drehfreudig ist.

Das häufige Zurückschalten trübt auch den ansonsten herrschaftlichen Komforteindruck. Denn zunächst versucht die Automatik den Gang zu halten, schaltet nach bis zu fünf Gedenksekunden zurück, um Sekunden später nochmals zurückzuschalten. Das geht besser. Dafür liegt das Drehzahlniveau bei 200 km/h bei nur 3.000 U/min.

Polterfrei frisst der 5er Autobahnkilometer und lässt uns entspannt ankommen. Dabei hat BMW dem Verstellfahrwerk das unnötige Nachwippen aus dem Vorgänger abgewöhnt. Kritik müssen wir trotzdem loswerden. So gut das Fahrwerk ist, so schön der Innenraum auch wirkt: es knistert unter Leder, Holzzierleisten und Alu-Applikationen. Das gehört nicht in ein Auto, das BMW für knapp 80.000 Euro verkaufen möchte.

MietwagenTest Empfehlung BMW 530i von Sixt

Wer den 5er bei Sixt angeboten bekommt, sollte ihn nehmen. Denn bis auf den 20i sind alle Motoren trotz Downsizing echte Druckmacher und Spaßbringer. Der 5er gehört trotz Schwächen im Detail zu den besten Autos der oberen Mittelklasse - und gerade mit M-Paket wohl derzeit das insgesamt stimmigste Gesamtpaket in LDAR und LWAR.

BMW 530i Touring M-Sport | Technische Daten

Kategorie bei Sixt: LWAR
Alternativen in LWAR: Audi A6, Mercedes E-Klasse, Jaguar XF
Motor: 4-Zylinder mit Turboaufladung
Leistung: 252 PS
Drehmoment: 350 Nm
Getriebe: 8-Gang-Automatik von ZF
0 - 100 km/h: 6,5 sek
Vmax: 250 km/h (elektronisch begrenzt)
Testverbrauch: 8,2 Liter / 100 km
Verbrauchsangabe BMW: 6,3 bis 5,8 Liter / 100 km
Kofferraum: 570 Liter
Länge Kofferraum bei umgelegter Rückbank: Bis zu 2,05 Meter

570 Liter Kofferraum und bis zu 2,05 Meter Ladelänge bei umgeklappter Rücksitzbank: BMW 530i von Sixt | Bild: schwerunterwegs

570 Liter Kofferraum und bis zu 2,05 Meter Ladelänge bei umgeklappter Rücksitzbank: BMW 530i von Sixt | Bild: schwerunterwegs

Bild: MietwagenNews
Disclaimer: Dieser Test ist unabhängig und stellt die Sichtweise von MietwagenNews dar. Sixt hat den Mietwagen nicht gestellt. MietwagenNews bezahlt sowohl Mietpreis als auch die Tankkosten selbst. 

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