Sixt: Ode an die Dividende und Fehler an der Basis

München  – Wer neulich unvermittelt in die Aktionärsversammlung bei Sixt gestolpert ist, muss sich stark gewundert haben. Ist das hier ein Kirchenverein? Nein, nur die Anteilseigner, die Erich Sixt dazu überredet hat, die Ode an die Freude über die abermals gestiegene Dividende zu singen.

Mit 1,65 pro Stammaktie und 1,67 Euro je Vorzugsaktie erreicht die Ausschüttung der Dividende bei Deutschlands größtem Autovermieter wieder einmal ein Rekordhoch. Insgesamt gehen damit rund 77,7 Mio. Euro an die Aktionäre – 9% mehr als im letzten Rekordjahr 2016. Sixt fährt also mit großem Selbstbewusstsein auf der Überholspur. Die schröpfenden Verkaufstaktiken an der Basis scheinen zu funktionieren. Auch wenn sie nicht jedem passen.

Wachsende Erwartungen ans Wachstum bei Sixt

Mit dem singenden Chor aus 600 anwesenden Aktionären festigt sich ein Bild bei Sixt: Erfolg wird an zahlenden Kunden gemessen. Für Sixt heißt das: Jeder Verkaufsvorgang muss optimiert, jedes Auto möglichst teuer vermietet werden. Dazu gehören unsinnige und unnötige Versicherungspakete, Dieselgebühren oder kostenpflichtige flexible Rückgabeoptionen. Die Frage ist nur: Wer soll das bezahlen? Wer stellt sich 2018 vor die Aktionäre und erklärt ihnen, dass die Dividende nicht steigen konnte weil der Höhepunkt der Schröpfung erreicht ist und Kunden zu Europcar, Hertz oder Avis wechseln? Sixt wird es egal sein. Denn mit der Vision, nicht mehr nur klassisch Mietwagen anzubieten, will man die Menschen in Zukunft mobil halten. Denn wenn es nach Sixt geht, sei es „den Kunden letzlich egal, ob er einen Sixt Rent a Car-Mietwagen, ein DriveNow-Carsharingauto, einen Transferservice von myDriver oder den Sixt Limousine Service nutzt, solange er sein Ziel schnell und komfortabel erreicht.“ Dem Kunden ist das aber nicht egal, wenn er am Mietwagenschalter steht und einfach nur ein Auto zum gebuchten Preis haben möchte.

Bild: schwerunterwegs

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