Sixt findet Titanic-Satire gar nicht witzig.

München – Sixt provoziert mit seiner Werbung und nimmt gerne aktuelles Zeitgeschehen aufs Korn. Wenn Sixt allerdings selbst satirisch angegangen wird, kennt der Münchner Autovermieter keinen Spaß und verklagt das Satiremagazin „Titanic“ weil es eine Anzeige in typischer Sixt-Optik publizierte.

Doch es war nicht irgendeine Anzeige: Sie zeigte den von Einschüssen gezeichneteten LKW des Amokfahrer aus Nizza auf typisch orangenem Hintergrund. Die Zeile spielt geschmacklos mit den Opfern des Anschlags: „Für alle, die gerne Menschen bewegen. (Günstige Mietwagen, auch in Nizza: sixt.de)“

Grenzen der Satire? Gibt es nicht

Die Anwälte von Sixt verfassten eine Unterlassungserklärung, die von der „Titanic“ unterschrieben wurde. Die auf Seite 3 des Magazins erschienene Anzeige muss zurückgezogen, das Heft zurückgerufen werden. Gegenüber dem Portal „Meedia“ äußert sich „Titanic“-Chefredakteur Tim Wolff mit einem Seitenhieb auf die Werbetaktik von Sixt: „Wir sind der Bitte eines befreundeten Satireunternehmens, das nebenbei auch Autos vermietet, gerne und aus voller Überzeugung nachgekommen. Wir verbreiten die Anzeige nicht mehr weiter, da wir mit unseren Kollegen der Ansicht sind, daß man nicht mit einfachen Scherzen zu aktuellen Nachrichtenanlässen Aufmerksamkeit auf ein Produkt lenken sollte und sich im Grunde Werbung und Satire nicht vereinbaren lassen.“

Bild: Sixt

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