Mietwagen-Exoten unter sich

Sie sind die vielleicht faszinierendsten Autos ihrer Epoche und wegweisende Vorreiter auf ihrem Spezialgebiet. Der eine verschwindet im nächsten Jahr aus dem Modellprogramm, der andere ist erst der Anfang. Wie gut, dass sich diese Meilensteine der Automobilgeschichte einfach mieten lassen.

Neulich im August irgendwo in Berlin. Zwei Automieter machen sich auf den Weg ein Auto abzuholen. Ein spontaner Entschluss und ein langer Plan führen nach dem üblichen Papier- und Kartenkram auf dem Tresen zu einem Händedruck mit den Schlüsseln zu ihren jeweiligen Gefährten. Es sind zwei Originale und bei den gängigen Autovermietungen und im Straßenbild genießen sie Exotenstatus. Gleichzeitig sind sie Zeitzeugen vom technisch Machbaren zum Zeitpunkt ihres jeweiligen Erscheinens.

Warum vergleichen, was so unterschiedlich ist?

Eigentlich haben Land Rover Defender und das Tesla Model S außer der groben Bezeichnung „Auto“ nichts gemeinsam. Doch neben den offensichtlichen Unterschieden werden auch Schnittstellen zu Tage befördert, wenn man sich nur einmal auf die Konzepte einlässt. Beide Fahrzeuge sind Pioniere der Autowelt und genießen absoluten Kultstatus – auch bei den Autovermietungen. Zunächst bei Hertz, gibt es den Defender dieses Jahr in der Prestige Flotte von Europcar. Das Tesla Model S kann bei der Caro Autovermietung in Augenschein genommen werden.

Wenn alles Überflüsse weggenommen wird, kommt ein Landy dabei heraus

Der Land Rover Defender stellt bei diesem Vergleich den Urvater vieler Automobile dar. Mit einem starren Leiterrahmen und einem manuellen Untersetzungsgetriebe wühlt er sich unnachahmlich durch schlammbedeckte Feldwege. „Für meinen Landy aber war es genau richtig … fast schon zu langweilig. Auf einem schlammigen Acker habe ich auch mal die Geländeuntersetzung und die Differenzialsperre ausprobiert. Faszinierende, altbewährte Technik. Ohne gründliches Studium des Handbuchs ist aber schnell das Getriebe im Eimer.“ Schrullige Eigenheiten wie das links verbaute Zündschloss – er ist ja Engländer –und der Lichtkippschalter verleihen dem Land Rover den Charakter, der vielen modernen Autos abhanden gekommen ist. In Sachen Fahrleistungen, Komfort und Sicherheit ist ein Defender nicht mit modernen Businesslimousinen zu vergleichen, die sonst in der Gunst der Automieter weit oben stehen. Er holt den Fahrer auf den Boden der Tatsachen zurück und entschleunigt auf eine angenehm ruppige und abenteuerliche Art. „goodbye, Landy! See you in Africa!“

Säulensuche, Supercharger, Sprintwunder – Superlativ Tesla Model S

Das Tesla Model S rangiert an der anderen Spitze des technologischen Fortschritts. Im Moment gibt es weltweit kein Konzept, das ähnlich innovativ und mutig ist wie das des Stromers aus Palo Alto in Kalifornien. Den Hightech-Standort  merkt man dem Auto auch an. Kein Verbrenner sorgt hier für standesgemäßen Vortrieb, es ist die unbändige Kraft aus einem Elektromotor an der Hinterachse. Die besondere Bauweise erlaubt sogar zwei Kofferäume. Einen hinten (mit Platz für Passagier 6 + 7) und einen vorne. Das leistungsstarke Akkupaket sitzt schwerpunktgünstig im Boden und Mitteltunnel. „Platz genommen und gedacht: Woooow. Cooles Ding.“ Fast alle Komfortfunktionen wie Radio, Navigation und Klimaanlage werden über einen zentralen Touchscreen gesteuert – ganz iPad-like. Von hier aus hat der Fahrer auch das Lademanagement im Blick. Das ist auch nötig. Denn noch gibt es bis auf die Supercharger keine einheitliche Politik in Sachen Ladesäulen-Netz. Jeder Anbieter kocht sein eigenes Süppchen. Dennoch fallen die Betriebskosten bei einer Tesla-Miete überraschend niedrig aus: „Spritkosten der gesamten Anmietung: 8 Euro.“

Mietwagen müssen nicht immer nur Stangenware sein. Diese zwei besonderen Autos lassen das Herz vieler Auto-Enthusiasten höher schlagen. Da nimmt man auch gerne die eine oder andere Strapaze bei der Suche nach dem nächsten Supercharger oder dem nächsten Feldweg in Kauf.

Quelle: mietwagen-talk.de

Bilder: theNEwGuy und pustefix von mietwagen-talk.de

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