Hertz USA will Einigung über 650 Mio. Dollar mit den Leasinggebern der Flotte erzielen

Was ist nun also der aktuelle Stand für Hertz in den USA? Zuletzt wurde ein Insolvenzverfahren nach Chapter 19 beantragt. Das sieht stark vereinfacht geschrieben vor, dass Hertz die Geschäfte offen legt, die Zügel aber noch in gewissen Entscheidungen selbst in der Hand behalten kann.

Flotte von Hertz zu groß

Das ist die Ausgangslage. Nun hat Hertz, um den Betrieb aufrechtzuerhalten, laufende Kosten in Millionenhöhe – täglich. Der größte Teil davon fließt in die Flotte, die derzeit weit unter der prognostizierten Auslastung liegen dürfte. Die Pandemie hat Hertz doppelt geschadet: Weniger Menschen reisen und mieten Autos. Und der Wert der Fahrzeuge ist Anfang des Jahres gesunken, wodurch sich der Betrag, den Hertz den Gläubigern schuldete, erhöhte.

Hertz einigte sich nun mit den Leasinggebern darauf, nicht mehr zu versuchen, vorzeitig aus den Leasingverträgen auszusteigen. Dafür hinterlegt Hertz sicherheiten in Höhe von 650 Millionen Euro. Das mag immer noch eine riesige Summe sein. Allerdings liegt sie noch weit unter jenem Betrag, den Hertz insgesamt für die regulären Leasingraten kalkuliert. Über die genaue Summe wird man allerdings weder in den Medienberichten noch in der Pressemeldung zu dieser Thematik konkreter. Wichtig: In den 650 Millionen Dollar soll ein Deckungsbetrag enthalten sein, der den Wertverlust der Fahrzeuge auffängt.

Am 24. Juli (Freitag) wird am US-Insolvenzgericht entschieden, wie es im Insolvenzverfahren weitergehen soll – unter anderem wird Hertz die Richterin Mary Walrath bitten, den 650-Millionen-Dollar-Deal durchzuwinken. Der Deal soll zwei Seiten – gemessen an den Umständen – glücklich machen: Hertz und die Leasinggeber der Flotte. 494.000 Autos hat Hertz aktuell noch in der Flotte. Sie soll nach dem Auslaufen der Verträge deutlich verkleinert werden. Sollte diese Flottenreduzierung durch Langzeitverträge der Leasinggeber nicht ermöglicht werden, kann Hertz im Januar wieder vor Gericht ziehen.