Hertz Aktien brechen um 12% ein

[Eschborn, November 2014] Manchmal müssen Autovermietungen in den sauren Apfel beißen. Wer erst unbequeme Nachrichten verdeckt hält, muss damit rechnen, dass sie zwangsläufig irgendwann ans Licht kommen. Erst recht, wenn ans Licht kommt, dass Unstimmigkeiten in Geschäftsberichten zu finden sind.

Bereits Anfang Juni 2014 musste Hertz eingestehen, dass bei der Erstellung der Geschäftsberichte für  2011, 2012 und wahrscheinlich auch 2013 schwerwiegende Fehler gemacht wurden – Fehler, die das Unternehmen dazu zwangen, die drei fehlerhaften Berichte komplett neu aufzulegen. Die Aktionäre reagierten sensibel auf diese Nachricht. Folglich gab die Aktie um ganze 10 Prozent nach. Doch das sollte nicht das Ende der Fahnenstange sein.

Schwierige Lage bei Hertz

Das Unternehmen befindet sich im Umbruch. Mit Mark Frissora, dem ehemaligen CEO wurde einvernehmlich eine Kündigung vereinbart. Dazu kommen Neuanfänge im Management und der Umzug der Zentrale aus New-York nach Estero in Florida. Rund 700 Mitarbeiter mussten ihr Zuhause ebenfalls in den sonnigen Süden verlegen. Bei der Ankündigung sollen Tränen geflossen sein, heißt es in einem Bericht in der Onlineausgabe der „Welt“. Auch die deutsche Zentrale wurde konsequent abgespeckt und die Mitarbeiter ins Homeoffice geschickt. Damit erhofft man sich Kostenersparnisse und flexiblere Arbeitszeiten. Allerdings dürfen sich Mitarbeiter, die von der Maßnahme betroffen sind, nicht zur Situation äußern.

Harte Maßnahmen für eine bessere Zukunft

Wer von außen auf die scheinbar Chaos-ähnlichen Zustände bei Hertz blickt, könnte voreilieg Schlüsse ziehen. Mit einer der Gründe für den erneut heftigen Kurseinbruch der Hertz-Aktie nach der Bekanntgabe der berichtigten Bilanzen für 2012 und 2013. Um ganze 12% gab das Wertpapier der Autovermietung nach. Doch Rafael Girona hat als neuer Chef von Hertz große Pläne. Im LKW- und Transporterbereich wollen die „Gelben“ ihre Spitzenposition halten. Dazu gesellt sich die Idee, auch im PKW-Bereich wieder Asphalt unter die Räder zu bekommen. „Eine enge Partnerschaft mit einem führenden deutschen Autohersteller“ soll es richten. Wer der angesprochenen Kandidat ist, lässt Girona aber offen. VW und Opel sind da in der engeren Wahl und mögliche Kandidaten. Allerdings hegt die Flotte von Hertz eine Zuliebe für Modelle von Ford. BMW und Mercedes sind schon mit Sixt bzw. Europcar verbunden – Insbesondere im Carsharing kommen diese Partnerschaften zum Tragen. DriveNow als Tochter von BMW und Sixt sowie car2go als Joint Venture von Daimler und Europcar wirbeln den Carsharing-Markt gehörig durcheinander. Hertz möchte hingegen mit Nischenprodukten an spezielle Zielgruppen herantreten. Der jüngst in der Flotte präsentierte Nissan GT-R zeigt diese Strategie.

Bild:Hertz

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